Kirchengemeinde und Bürgerverein planen einen öffentlichen Vortrag über das Mausoleum an der Kirche

Der Bauingenieur Dr. Berthold Heinecke, der die Sanierung des Denkmals begleitet hat, wird darüber am Freitag, 8. Juli, um 18.30 Uhr sprechen, entweder draußen im Grünen vor dem Mausoleum oder in der St.-Lamberti-Kirche.

Januar 2019 bis Juni 2020 wurde das Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth an der evangelischen St.-Lamberti-Kirche restauriert. Spenden gesammelt und Fördermittel dafür beantragt hatte der Bürgerverein Weferlingen. Der Verein hatte sich schon Jahre vorher auch um Notsicherungen gekümmert. Das Fest, mit dem die Sanierung des barocken Denkmals gefeiert werden sollte, steht noch immer aus. Genau so wie das Fest zum 300. Jahrestag der Weihe der St.-Lamberti-Kirche. Beides soll gemeinsam gefeiert werden. Wegen der Corona-Pandemie war das allerdings noch nicht möglich. Mindestens Anfang dieses Jahres hätten die Proben für das Theaterstück über das Leben des Markgrafen begonnen werden müssen, um ein Fest in diesem Jahr auf die Beine zu stellen. Das aber hat nicht geklappt. So ist der Termin erst für das nächste Jahr geplant, und zwar der 17. Juni 2023.

IMG-20220625-WA0003

Turmlauf für den 19.06,2022 wegen mangelder Beteiligung abgesagt

Der Bürgerverein Weferlingen sagt hiermit offiziell den Turmlauf am 19. Juni 2022 ab.

Bisher ist keine Anmeldung für den Lauf erfolgt.

Wir sind schon sehr enttäuscht über so wenig Interesse an dieser Veranstaltung.

Wir hoffen, dass für das nächste Jahr wieder Läufer zur Verfügung stehen.

Das Museum und der Burgturm haben aber trotzdem geöffnet, es gibt Kaffee und Kuchen!

Euer Bürgerverein Weferlingen.

Anfassen und Mitmachen erwünscht Heimat- und Apothekenmuseum in Weferlingen stellt altes Handwerk vor

Museen sind besser als ihr Ruf. Wenn die Geschichte spannend und greifbar präsentiert wird, kommen
auch die Besucher, so auch am Sonntag ins Heimat- und Apothekenmuseum in Weferlingen.

Dass ein Museumsbesuch alles, aber nicht langweilig ist, zeigte sich am Sonntag im Heimat- und Apothekenmuseum in Weferlingen. Es roch nach Seife, diversen Kräutern, frisch gedrechseltem Holz und altem Eisen. Und ein bisschen war es wie ein Überraschungsei. Es gab Spannung, Spiel und Spaß, frei nach dem Motto – anfassen, mitmachen und erleben.s3

 

Im Fokus stand an diesem Tag das Handwerk. Genauer gesagt das alte Handwerk, längst vergessene Berufe, die früher teils das Leben eines ganzen Dorfes bestimmten. Zum Internationalen Museumstag waren sie wieder präsent. Auch dank Gerd Müller und Peter Laureth. Im Vordergrund stand das Erleben. Altes Werkzeug, das früher einmal Klempner, Schlosser, Dachdecker oder Tischler benutzten, war auf dem Burghof ausgestellt. Manche Stücke hatten schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel und man sah  ihnen an, dass die Handhabung ein Mindestmaß an Kraft erforderte. Vieles konnte und sollte auch von den Besuchern ausprobiert werden. Die Drechselbank zum Beispiel. „Wir wollen das Handwerk, das gerade bei jungen Menschen immer weniger Beachtung findet, vermitteln“, sagt Müller. Der Museumsleiter arbeit als Berufsschullehrer und hat 19 Jahre auch Tischler ausgebildet. Weg vom Daumenkino und wieder mehr mit der Hand arbeiten – das sei das Anliegen an diesem Tag.

Lukas Rieck beim Schleifen von Drechselholz

Lukas Rieck beim Schleifen von Drechselholz

Lucas Rieck nutzte die Gelegenheit, um sich an der Drechselbank auszuprobieren. Der Neunjährige schaute zunächst seinem Kumpel Paul Braatz über die Schulter und legte dann selbst Hand an. Ausgestattet mit Schleifpapier und unter Aufsicht und Führung dann beim Hobeln eines Holzstückes.

Der Griff anfangs zaghaft, wurde zusehends sicherer. Die Späne flogen umher. Es roch nach Holz. Im Nu verwandelte sich der raue Kanten in ein glattes sauberes Stück Holz und ähnelte mehr und mehr einer Art Kerzenständer.

 

Muskelkraft statt Strom

Muskelkraft brauchte es, um eine alte Bohrmaschine in Gang zu bringen.

peter laureth

Peter Laureth zeigte dem siebenjährigen Johann Matthey, wie das Teil funktioniert. Kurz danach probierte sich der Junge selbst daran. Angesichts der Wulstmaschine, mit der früher die Bleche für Dachrinnen gebogen wurden, werden die Dachdecker von heute aufatmen, das derartiges Werkzeug der Vergangenheit angehört. Klischees, wie das der schweren körperlichen Arbeit, gehören in vielen Handwerksberufen längst der Vergangenheit an. Inzwischen haben moderne Maschinen vieles übernommen, was früher noch schweiß- und kraftaufreibend war. Sehenswert auch die alte Schuhmacherwerkstatt, die in den Räumen des Museums aufgebaut wurde. Sie stammt von Müllers Schwiegervater, der sie 1947 in dritter Generation übernommen hatte. Ihr Ursprung lässt sich bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts in Hödingen zurückverfolgen.

????????????????????????????????????

Die alte Schuhmacherwerkstatt, von Otto Müller aus Hödingen, ist im Museum zu besichtigen.

Was viele nicht wissen: Hödingen war früher ein Schusterdorf. Über 30 Schuhmacherei Werkstätten zählte der Ort einst. „Dort wurden schon Schuhe für den Kaiser hergestellt. Hauptsächlich Militärstiefel“, wusste Müller zu berichten. Allein vom Schuhhandwerk konnten die Menschen damals aber nicht leben. So betrieben viele nebenher auch Landwirtschaft. Maßschuhe auf Leisten von Hand gefertigt – da steckt viel Arbeit drin. Werkstätten, die dieses alte Handwerk ausüben, findet man heute nur noch selten.

 

Gäste beim Kaffeetrinken und klönen.

Gäste beim Kaffeetrinken und klönen.

Geheimnisvolle Labore

Geheimnisvoll hingegen mutete die alte Apotheke, die sich ebenfalls im Inneren des Museums befindet, an. Die Regale reichen bis zur Decke. Ordentlich aufgereiht stehen dort Gläser und andere diverse Gefäße, teils aus Porzellan oder Eisen. Sie sind beschriftet mit allerlei lateinischen Namen.

kinder apotheke

Kinder beim Kräutersalz herstellen.

......und die Erwachsenen wollen auch mal probieren, ob sie mit dem Mörser umgehen können

……und die Erwachsenen wollen auch mal probieren, ob sie mit dem Mörser umgehen können

Was sich darin befindet, behielt Apothekerin „Frau Anne“, wie sie überall nur genannt wird, für sich. Normalerweise hat Anne-Katrin Stick noch das typische Apotheker-Kostüm übergeworfen, wenn sie hinter dem Tresen steht und den Besuchern zeigt, wie früher und teils sogar noch heute Salben und Pillen hergestellt werden. Doch an diesem Tag hat sie darauf verzichtet. „Der Zeit wegen“, sagte sie. Denn Stickl arbeitet, wie alle anderen im Museum, ehrenamtlich hier und hatte zuvor einen anderen

Termin. Doch kaum war sie im „Labor“, drückte sie den Besuchern Mörser und Pistill in die Hand und ließ sie ihr eigenes Kräutersalz zusammenrühren. Ein anstrengender Prozess, der für den Moment den ganz typischen Geruch einer alten Apotheke von Arznei und Chemie in die Nase zauberte. Im Raum nebenan duftete es hingegen nach ätherischen Ölen.

Britta Tischmacher bei ihrer Passion. Das Seifensieden beherrscht sie perfekt.

Britta Tischmacher bei ihrer Passion. Das Seifensieden beherrscht sie perfekt.

Dort zeigte Britta Tischmacher aus Behnsdorf, wie Naturseifen handwerklich hergestellt werden. Für ihre Seifen verwendet sie ausschließlich natürliche Öle und Fette. Sieden, rühren, schneiden, abfüllen, stempeln, etikettieren und verpacken. Aufwendig, doch wer das Endprodukt, ein wohlriechendes Stück Seife, in der Hand hält, weiß: Der Aufwand ist es wert. Nicht alles ist in Museen zum Anfassen. Zum Beispiel das Arztzimmer, das sich in der oberen Etage verbirgt und durch eine Glaswand geschützt ist. Drei junge Leute stehen davor und starren auf uralte Geräte, die für Untersuchungen verwendet wurden. Behandlungsliege, Stethoskop, Blutdruckmessgeräte und viele andere Exponate verursachen bei nährer Betrachtung eine leichte Gänsehaut. „Das macht Angst“, meinte Michelle Schmidtchen. Die 20-Jährige arbeitet selbst in einem Krankenhaus und absolviert derzeit an der Wolfsburger Klinik eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. „Das wirkt alles so dunkel, kalt, angsteinflößend. Mit heute nicht mehr vergleichbar, worüber ich sehr froh bin.“

Quelle: Ines Jachmann Volksstimme Haldensleben 17.06.2022

 

Storch im Museum

Wer immer noch daran gezweifelt hat, dass der Storch die Babys bringt, der wird im Weferlinger Heimat- und Apothekenmuseum eines Besseren belehrt. In historischer medizinischer Umgebung reckt Meister Adebar seinen langen Schnabel stolz in die Luft. Gegenwärtig ist im Museum eine Sonderausstellung zur heimischen Tierwelt zu sehen. Die Biosphärenreservatsverwaltung Drömling hat dafür auch Tierpräparate zur Verfügung gestellt.

????????????????????????????????????

Der Storch begrüßt im Schwesternzimmer die Museumsgäste!

Der Weißstorch fand aber nicht im großen Ausstellungsraum Platz, sondern in dem kleinen Raum, in dem Mobiliar und medizinische Ausstattung einer Gemeindeschwesternstation aus DDR-Zeiten gezeigt wird. Damals hielten die Ärzte auch Sprechstunden in den Schwesternstationen kleinerer Dörfer ab. Für das historische Zimmer wurden vor allem Ausstellungsstücke aus Etingen und Böddensell zur Verfügung gestellt. Hinzu kamen Geräte von Weferlinger Ärzten und weiteren Medizinern aus dem ehemaligen Kreis Haldensleben. Jüngste Ergänzung dieses historischen Schwesternzimmers waren mehr als ein Jahrhundert alte Fachbücher einer ehemaligen Hebamme. Da hat also nur der Storch noch gefehlt!

Das Heimat- und Apothekenmuseum öffnet an jedem dritten Sonntag im Monat nachmittags von 14 bis 16 Uhr seine Pforten. Im Juni gibt es zur regulären Öffnungszeit am 19. Juni noch einen weiteren Höhepunkt. Um 13 Uhr startet der 5. Turmtreppenlauf auf den Grauen Harm, den Bergfried gleich nebenan. Mehr zur Anmeldung auf www.buergerverein-weferlingen.de.

5. Turmlauf am 19. Juni 2022 auf den Grauen Harm

Der fünfte Turmtreppenlauf findet am 19.06.2022 um 13.00 Uhr statt. Anmeldungen über das Onlineformular, über die Touristinformation Weferlingen oder vor Ort bis 12.30 Uhr sind möglich. Im Download stehen die Formulare im Wordformat oder PDF-Format zur Verfügung. Das ausgefüllte Formular einfach mit bringen, oder den unterschriebenen Antrag als Scan an turmtreppenlauf [at] buergerverein-weferlingen . de . Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Pokale

Wir freuen uns auf Eure/ Ihre Teilnahme. Der Bürgerverein Weferlingen.e.V.

Plak. Turmlauf

Turmreinigung- Taubendreck mit „Hochdruck“ entfernt

Am Samstag wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Weferlingen der Turm mittels Feuerwehrtechnik vom Taubendreck befreit. Seit der Pandemie und damit seit zwei Jahren, haben es sich wilde Tauben im Turm gemütlich gemacht. Der Turm war selten geöffnet und die Tauben wurden wenig durch Gäste gestört. Mitglieder des Bürgervereins haben in mehreren Arbeiteinsätzen Taubensperren aus Draht am Turm angebracht und so das Einfliegen der Tauben in den Turm weitestgehend verhindert. Aber der Kot, der sich in den Gitterrösten des Turmaufgangs gesammelt hatte stank zum Himmel. Auch die Geländer sind immer wieder verschmutzt worden.

ffw1

Die Freiwillige Feuerwehr hat ihre Unterstützung zur Reinigung zugesagt und am Samstag den 09. April ging es los. Teilweise unter Vollschutz mussten die Kameraden im Turm arbeiten, es war wirklich eine ekelhafte Angelegenheit. ffw2

Ein Trupp hat mit einer Feuerwehrspritze alles „vorgeweicht“ und die zweite Gruppe hat dann mit einem Hochdruckreiniger alles abgespritzt. Ganze 4 Stunden hat der Einsatz gedauert und es war sehr anstrengend für die Kameraden, die Kälte hat dann noch zusätzlich die Arbeit erschwert.

ffw5

Vielen Dank möchten wir als Bürgerverein an die Kameraden schicken. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie gut doch der Zusammenhalt in und mit der FFW ist.

ffw6

Hoffen wir , dass sich die Tauben verziehen, wenn die regelmäßige Öffnung des Turms ab dem 24.04.2022 wieder beginnt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Bürgerverein Weferlingen e.V.

Der Bürgerverein bereitet sich auf den Start in die neue Saison vor

Am Sonntag, 24. April, sollen das Heimat- und Apothekenmuseum und der Aussichtsturm erstmals wieder regulär geöffnet werden. An jedem dritten Sonntag im Monat können dann bis Oktober Gäste kommen. Für den Auftakt bereitet der Vorstand des Vereins eine Sonderausstellung über die heimische Tierwelt vor, kündigt der Vereinsvorsitzende Heiko Kloß an. Der Landesjagdverband hat dafür Unterstützung zugesagt, er wird Fotografien von Tieren in Wald und Flur zur Verfügung stellen. Der Naturpark Drömling könnte präparierte Tiere beisteuern. Außerdem soll die Schmetterlingssammlung, die der Weferlinger Alfred Fischer jun. 2006 dem Heimat- und Apothekenmuseum gestiftet hatte, gezeigt werden. Sein Vater Alfred Fischer (1902 – 1987) hatte von Jugend an Schmetterlinge und Käfer gesammelt. 1986 war die Sammlung erstmals in einer Sonderausstellung in der Weferlinger Heimatstube zu sehen und zog damals in vier Stunden Öffnungszeit 350 Besucher an.

Da die Schmetterlings- und Käferpräparate im Laufe der Jahre Schaden genommen hatten, bat der Bürgerverein vor mehreren Jahren die Entomologische Gesellschaft in Magdeburg um Hilfe. Vier Mitglieder dieser Gesellschaft hatten daraufhin in mühevoller Arbeit die Schmetterlinge und Käfer restauriert, sie haben beispielsweise abgebrochene Fühler oder Flügel wieder angeklebt und die Arten bestimmt. Alfred Fischer sen. war selbst einst Mitglied der Fachgruppe Entomologie.

2015 wurde die erneuerte Sammlung im Museum erstmals gezeigt. Seitdem wird sie in Schaukästen in einem Schrank verwahrt und so vor zu viel Lichteinfall geschützt. Passend zur heimischen Tierwelt soll sie nun erneut präsentiert werden.

neues taubengitter

Taubensperre installiert, jetzt müssen sie von draussen zuschauen.

Bevor es im Museum jedoch richtig losgeht, treffen sich Vereinsmitglieder noch zum Frühjahrsputz. Auch im Turm ist einiges zu tun.

Hier bereitet vor allem Taubendreck große Probleme. Und nach kräftigen Regenfällen steht regelmäßig Wasser im Turm.

????????????????????????????????????

Gerd Müller (l.) und Sascha Broß waren am Sonnabend dabei, der Bank in der Grünanlage ein neues Fundament zu geben.

kraftakt fundament alt

Kraftakt….alte Fundamente können sehr schwer sein!

Am Sonnabend trafen sich einige Vereinsmitglieder zu einem Arbeitseinsatz in der Grünanlage am Steinweg, wo eine Stele an den Entomologen und Forstmann Maximilian Wahnschaffe erinnert. Die Bank in dieser Anlage musste ein neues Fundament bekommen. Dafür musste das alte Fundament erst ausgegraben werden.

bank

Die erste Bank steht, wen auch provisorisch zum Aushärten des Betons.

Der Vorstand des Bürgervereins hat inzwischen auch weitere Termine für Veranstaltungen geplant. So soll zum Internationalen Museumstag am 15. Mai, der unter dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ steht, ein kleines Fest für die ganze Familie vorbereitet werden. Der Tag soll besonders dem Handwerk gewidmet werden.

Für den 19. Juni steht der beliebte Turmtreppenlauf auf dem Kalender. Viel Energie ist für den alljährlichen Tag des offenen Denkmals, der am 11. September begangen wird, wieder nötig. Und zum Saisonschluss am 16. Oktober wird in diesem Jahr ein Herbstmarkt ins Auge gefasst.

Quelle: Volksstimme/ M.Bullmann

Entertainer, Moderator und Veranstalter- Klaus Banse; „Ich brauche Menschen um mich“

Er ist Osterhase oder Weihnachtsmann, Butler oder Hofnarr, Dr. Frühlingslust oder der Kollege vom TÜV, Hausmeister oder Amtsschimmel oder auch Gerda Petrowska – mehr als 20 Kostüme hängen bei Klaus Banse im Schrank. Klaus Banse ist Moderator und Animateur. Zum 1. Dezember 2019 hat er sich selbständig gemacht. Drei Monate später kam Corona. Noch ein 40. Geburtstag und dann am 8. März eine Frauentagsveranstaltung in Magdeburg, dann war es vorbei mit Festen und Feiern. Und dabei blieb es.

????????????????????????????????????

Klausi moderiert beim Maibaumstellen vor dem Weferlinger Rathaus

Mit Auftritten bei großen oder kleinen Festen landesweit, Familienfeiern, bei verschiedenen Anlässen in Möbel- oder Kaufhäusern oder anderen Einrichtungen war 2020 und 2021 nicht viel los. Dabei hatte er sich in den Jahren zuvor in diesem Metier schon gut etabliert.

Den Schritt in die Selbständigkeit hatte Klaus Banse gut überlegt. Als er sich 2019 beruflich neu orientieren musste, rieten ihm Freunde, doch sein Hobby zum Beruf zu machen. Ein paar Monate dachte er darüber nach, ließ sich beraten, nahm dann all seinen Mut zusammen und entschied sich dafür. „Ich brauche Menschen um mich, Arbeit am Schreibtisch ist nichts für mich“, versichert der 61-Jährige. Mit Corona konnte schließlich niemand rechnen.

„Jetzt halte ich mich vor allem mit Hilfsarbeiten über Wasser“, sagt er. „In meinem Gewerbeschein stehen zum Glück auch Dienstleistungen.“ Mal eine Hecke schneiden, ein Grundstück beräumen, eine Wand streichen, davon muss er leben. Nur einmal hat er eine kleine finanzielle Unterstützung bekommen. Doch Klaus Banse bleibt optimistisch.

????????????????????????????????????

Mit Clown Alfredo (r.) vom Zirkus Maximus verstand sich Klaus Banse gut. Von ihm konnte der Weferlinger im Clownskostüm noch lernen.

Den Mai-Tanz in Weferlingen hat er noch nicht ganz aufgegeben. Vielleicht kann er den Abend doch noch kurzfristig organisieren, denn Klaus Banse versucht sich inzwischen auch als Veranstalter – mit Erfolg. Das Oktoberfest, das er 2021 zum ersten Mal als Selbständiger im Haus der Generationen und Vereine auf die Beine gestellt hat, ist gut gelaufen. Die Silvesterfete, die folgen sollte, fiel dann allerdings Corona zum Opfer.

Eigentlich habe alles an seinem 28. Geburtstag begonnen, erinnert sich der Wahl-Weferlinger. In geselliger Runde habe ihn seine damalige Nachbarin überredet, doch mal zum Tanz- und Folkloreverein Schönebeck mitzukommen. Und so tanzte er künftig mit, trainierte Folklore- und Showtänze, stand auf vielen Bühnen, denn es machte ihm Spaß. 1999 trat der Verein auch auf der Buga in Magdeburg auf. Doch wie der Auftritt an dem Tag angesagt wurde, gefiel ihm nicht sonderlich. „Dann probiere es doch selbst“, forderten ihn die Tänzerinnen und Tänzer im Verein auf. Klaus Banse probierte und steht seitdem bei vielen regionalen Festen als Moderator auf der Bühne.

Schon 2000 beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bitterfeld war er dabei, dann 2001 in Haldensleben. Bei jedem Landesfest präsentiert er seitdem bunte Programme. „Auch für Stendal in diesem Jahr hatte ich schon die Zusage, aber das ist ja nun abgesagt“, bedauert er. Beim Altstadtfest in Haldensleben hat er bereits 18 Mal als Moderator mitgewirkt. Er hofft, dass er auch dort wieder dabei ist, wenn endlich das nächste Fest stattfinden kann.

Und er hofft auf Auftritte, bei denen er in eine Rolle schlüpfen kann. Irgendwann hatte ihn ein Bekannter gefragt, ob er nicht für seine Eltern irgendwas zu einem Familienfest machen könnte. Da hatte er sich schon mit Bühnenmoderationen die ersten Sporen verdient. Klaus Banse konnte, er stieg in Frauenkleider und erfand Gerda Petrowska. Danach fragte immer mal wieder jemand nach Unterhaltung zu einem Geburtstag, einer Silberhochzeit oder anderen Gelegenheiten und Klaus Banse dachte sich immer neue Figuren aus. Mehr als 20 sind es inzwischen. Auch aus dem Fundus eines Berliner Theaters hat er sich Kostüme geholt.

Gern zieht er den Frack an und fungiert als Butler. Bei Hochzeiten ist das zum Beispiel gefragt. Er steht dem Brautpaar beim Empfang der Gäste zur Seite, nimmt die Geschenke ab und kümmert sich während der Feier um die kleinen Wünsche oder Sorgen der Gäste bis zum Taschentuch oder Pflaster. Leider kam er 2020 nur bei zwei Hochzeiten zum Einsatz, im vergangenen Jahr sogar nur bei einer.

"Klausi", der Weihnachtswichtel mit Gefährt

„Klausi“, der Weihnachtswichtel mit Gefährt

Im Frack haben ihn viele Weferlinger auch schon bei verschiedenen Gelegenheiten erlebt, und zwar ehrenamtlich. Im Weferlinger Vereinsleben packt der 61-Jährige überall mit an, hat auch gerade erst mitgeholfen, als die Weihnachtssterne auf den Straßen wieder abgebaut wurden, ist beim Tag des offenen Denkmals dabei, beim Markgrafenfest, beim Fasching und zu anderen Anlässen. Dabei wohnt er noch gar nicht lange im Flecken.

2016 hat es ihn nach Weferlingen verschlagen. Etliche Jahre zuvor hatte er Biker aus dem Flecken kennengelernt und sich mit ihnen angefreundet. Als er dann eine neue Wohnung suchte, hieß es gleich: „Dann komm doch nach Weferlingen, wir suchen dir eine Wohnung.“ Diesen Schritt hat er nicht bereut. Er fühlt sich hier wohl, ist gut integriert.

Das Tanzen hat er übrigens aufgegeben. Kostüme einer Karibik-Show – für Lambada und Samba – hängen allerdings noch im Schrank. Aber die Tanzpartnerin fehlt.

Quelle: Volksstimme/ M.B.

Wussten Sie schon???

… dass Weferlingen vor einem Jahrhundert drei Zahnärzte hatte? Die „Zahn-Praxis Straubinger, Bergstraße 17“, warb im Weferlinger Anzeiger im Januar 1923 mit „erstklassigem Zahnersatz und moderner Zahnpflege“. Außerdem verkündete der Zahnarzt Dr. E. Boeckler in einer Anzeige „Ich habe mich in Weferlingen, Hotel ,Deutsches Haus‘, Steinweg, niedergelassen.“ Zudem hieß es, er sei zugelassen zum Halberstädter Knappschaftsverein und zur Allgemeinen Orts- und Landkrankenkasse Kreis Gardelegen sowie zur Allgemeinen Ortskrankenkasse Helmstedt. Weiter inserierte die Zahn-Praxis Fr. Speetzen Weferlingen, Oebisfelder Straße 9. Der Dentist bot Zahnfüllungen aller Art, praktischen Zahnersatz, Kronen, Brücken, Stiftzähne, sowie Zahnziehen mit örtlicher Betäubung an. Zu lesen war weiter, dass der Zahnarzt Mitglied des Reichsverbandes deutscher Dentisten sei.

… dass die Kinder in den Dörfern vor einem Jahrhundert schulfrei bekamen, wenn sie auf dem Kartoffelacker gebraucht wurden? Der preußische Kultusminister hatte „eine Verfügung an die Schulbehörden erlassen, wonach im Interesse der schnellen Versorgung der Städte mit Kartoffeln Schulkinder zur Kartoffelernte beurlaubt werden können“, berichtete der Weferlinger Anzeiger im August 1923.

Quelle: Volksstimme/ M.B.