Der Bürgerverein bereitet sich auf den Start in die neue Saison vor

Am Sonntag, 24. April, sollen das Heimat- und Apothekenmuseum und der Aussichtsturm erstmals wieder regulär geöffnet werden. An jedem dritten Sonntag im Monat können dann bis Oktober Gäste kommen. Für den Auftakt bereitet der Vorstand des Vereins eine Sonderausstellung über die heimische Tierwelt vor, kündigt der Vereinsvorsitzende Heiko Kloß an. Der Landesjagdverband hat dafür Unterstützung zugesagt, er wird Fotografien von Tieren in Wald und Flur zur Verfügung stellen. Der Naturpark Drömling könnte präparierte Tiere beisteuern. Außerdem soll die Schmetterlingssammlung, die der Weferlinger Alfred Fischer jun. 2006 dem Heimat- und Apothekenmuseum gestiftet hatte, gezeigt werden. Sein Vater Alfred Fischer (1902 – 1987) hatte von Jugend an Schmetterlinge und Käfer gesammelt. 1986 war die Sammlung erstmals in einer Sonderausstellung in der Weferlinger Heimatstube zu sehen und zog damals in vier Stunden Öffnungszeit 350 Besucher an.

Da die Schmetterlings- und Käferpräparate im Laufe der Jahre Schaden genommen hatten, bat der Bürgerverein vor mehreren Jahren die Entomologische Gesellschaft in Magdeburg um Hilfe. Vier Mitglieder dieser Gesellschaft hatten daraufhin in mühevoller Arbeit die Schmetterlinge und Käfer restauriert, sie haben beispielsweise abgebrochene Fühler oder Flügel wieder angeklebt und die Arten bestimmt. Alfred Fischer sen. war selbst einst Mitglied der Fachgruppe Entomologie.

2015 wurde die erneuerte Sammlung im Museum erstmals gezeigt. Seitdem wird sie in Schaukästen in einem Schrank verwahrt und so vor zu viel Lichteinfall geschützt. Passend zur heimischen Tierwelt soll sie nun erneut präsentiert werden.

neues taubengitter

Taubensperre installiert, jetzt müssen sie von draussen zuschauen.

Bevor es im Museum jedoch richtig losgeht, treffen sich Vereinsmitglieder noch zum Frühjahrsputz. Auch im Turm ist einiges zu tun.

Hier bereitet vor allem Taubendreck große Probleme. Und nach kräftigen Regenfällen steht regelmäßig Wasser im Turm.

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Gerd Müller (l.) und Sascha Broß waren am Sonnabend dabei, der Bank in der Grünanlage ein neues Fundament zu geben.

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Kraftakt….alte Fundamente können sehr schwer sein!

Am Sonnabend trafen sich einige Vereinsmitglieder zu einem Arbeitseinsatz in der Grünanlage am Steinweg, wo eine Stele an den Entomologen und Forstmann Maximilian Wahnschaffe erinnert. Die Bank in dieser Anlage musste ein neues Fundament bekommen. Dafür musste das alte Fundament erst ausgegraben werden.

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Die erste Bank steht, wen auch provisorisch zum Aushärten des Betons.

Der Vorstand des Bürgervereins hat inzwischen auch weitere Termine für Veranstaltungen geplant. So soll zum Internationalen Museumstag am 15. Mai, der unter dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ steht, ein kleines Fest für die ganze Familie vorbereitet werden. Der Tag soll besonders dem Handwerk gewidmet werden.

Für den 19. Juni steht der beliebte Turmtreppenlauf auf dem Kalender. Viel Energie ist für den alljährlichen Tag des offenen Denkmals, der am 11. September begangen wird, wieder nötig. Und zum Saisonschluss am 16. Oktober wird in diesem Jahr ein Herbstmarkt ins Auge gefasst.

Quelle: Volksstimme/ M.Bullmann

Entertainer, Moderator und Veranstalter- Klaus Banse; „Ich brauche Menschen um mich“

Er ist Osterhase oder Weihnachtsmann, Butler oder Hofnarr, Dr. Frühlingslust oder der Kollege vom TÜV, Hausmeister oder Amtsschimmel oder auch Gerda Petrowska – mehr als 20 Kostüme hängen bei Klaus Banse im Schrank. Klaus Banse ist Moderator und Animateur. Zum 1. Dezember 2019 hat er sich selbständig gemacht. Drei Monate später kam Corona. Noch ein 40. Geburtstag und dann am 8. März eine Frauentagsveranstaltung in Magdeburg, dann war es vorbei mit Festen und Feiern. Und dabei blieb es.

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Klausi moderiert beim Maibaumstellen vor dem Weferlinger Rathaus

Mit Auftritten bei großen oder kleinen Festen landesweit, Familienfeiern, bei verschiedenen Anlässen in Möbel- oder Kaufhäusern oder anderen Einrichtungen war 2020 und 2021 nicht viel los. Dabei hatte er sich in den Jahren zuvor in diesem Metier schon gut etabliert.

Den Schritt in die Selbständigkeit hatte Klaus Banse gut überlegt. Als er sich 2019 beruflich neu orientieren musste, rieten ihm Freunde, doch sein Hobby zum Beruf zu machen. Ein paar Monate dachte er darüber nach, ließ sich beraten, nahm dann all seinen Mut zusammen und entschied sich dafür. „Ich brauche Menschen um mich, Arbeit am Schreibtisch ist nichts für mich“, versichert der 61-Jährige. Mit Corona konnte schließlich niemand rechnen.

„Jetzt halte ich mich vor allem mit Hilfsarbeiten über Wasser“, sagt er. „In meinem Gewerbeschein stehen zum Glück auch Dienstleistungen.“ Mal eine Hecke schneiden, ein Grundstück beräumen, eine Wand streichen, davon muss er leben. Nur einmal hat er eine kleine finanzielle Unterstützung bekommen. Doch Klaus Banse bleibt optimistisch.

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Mit Clown Alfredo (r.) vom Zirkus Maximus verstand sich Klaus Banse gut. Von ihm konnte der Weferlinger im Clownskostüm noch lernen.

Den Mai-Tanz in Weferlingen hat er noch nicht ganz aufgegeben. Vielleicht kann er den Abend doch noch kurzfristig organisieren, denn Klaus Banse versucht sich inzwischen auch als Veranstalter – mit Erfolg. Das Oktoberfest, das er 2021 zum ersten Mal als Selbständiger im Haus der Generationen und Vereine auf die Beine gestellt hat, ist gut gelaufen. Die Silvesterfete, die folgen sollte, fiel dann allerdings Corona zum Opfer.

Eigentlich habe alles an seinem 28. Geburtstag begonnen, erinnert sich der Wahl-Weferlinger. In geselliger Runde habe ihn seine damalige Nachbarin überredet, doch mal zum Tanz- und Folkloreverein Schönebeck mitzukommen. Und so tanzte er künftig mit, trainierte Folklore- und Showtänze, stand auf vielen Bühnen, denn es machte ihm Spaß. 1999 trat der Verein auch auf der Buga in Magdeburg auf. Doch wie der Auftritt an dem Tag angesagt wurde, gefiel ihm nicht sonderlich. „Dann probiere es doch selbst“, forderten ihn die Tänzerinnen und Tänzer im Verein auf. Klaus Banse probierte und steht seitdem bei vielen regionalen Festen als Moderator auf der Bühne.

Schon 2000 beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bitterfeld war er dabei, dann 2001 in Haldensleben. Bei jedem Landesfest präsentiert er seitdem bunte Programme. „Auch für Stendal in diesem Jahr hatte ich schon die Zusage, aber das ist ja nun abgesagt“, bedauert er. Beim Altstadtfest in Haldensleben hat er bereits 18 Mal als Moderator mitgewirkt. Er hofft, dass er auch dort wieder dabei ist, wenn endlich das nächste Fest stattfinden kann.

Und er hofft auf Auftritte, bei denen er in eine Rolle schlüpfen kann. Irgendwann hatte ihn ein Bekannter gefragt, ob er nicht für seine Eltern irgendwas zu einem Familienfest machen könnte. Da hatte er sich schon mit Bühnenmoderationen die ersten Sporen verdient. Klaus Banse konnte, er stieg in Frauenkleider und erfand Gerda Petrowska. Danach fragte immer mal wieder jemand nach Unterhaltung zu einem Geburtstag, einer Silberhochzeit oder anderen Gelegenheiten und Klaus Banse dachte sich immer neue Figuren aus. Mehr als 20 sind es inzwischen. Auch aus dem Fundus eines Berliner Theaters hat er sich Kostüme geholt.

Gern zieht er den Frack an und fungiert als Butler. Bei Hochzeiten ist das zum Beispiel gefragt. Er steht dem Brautpaar beim Empfang der Gäste zur Seite, nimmt die Geschenke ab und kümmert sich während der Feier um die kleinen Wünsche oder Sorgen der Gäste bis zum Taschentuch oder Pflaster. Leider kam er 2020 nur bei zwei Hochzeiten zum Einsatz, im vergangenen Jahr sogar nur bei einer.

"Klausi", der Weihnachtswichtel mit Gefährt

„Klausi“, der Weihnachtswichtel mit Gefährt

Im Frack haben ihn viele Weferlinger auch schon bei verschiedenen Gelegenheiten erlebt, und zwar ehrenamtlich. Im Weferlinger Vereinsleben packt der 61-Jährige überall mit an, hat auch gerade erst mitgeholfen, als die Weihnachtssterne auf den Straßen wieder abgebaut wurden, ist beim Tag des offenen Denkmals dabei, beim Markgrafenfest, beim Fasching und zu anderen Anlässen. Dabei wohnt er noch gar nicht lange im Flecken.

2016 hat es ihn nach Weferlingen verschlagen. Etliche Jahre zuvor hatte er Biker aus dem Flecken kennengelernt und sich mit ihnen angefreundet. Als er dann eine neue Wohnung suchte, hieß es gleich: „Dann komm doch nach Weferlingen, wir suchen dir eine Wohnung.“ Diesen Schritt hat er nicht bereut. Er fühlt sich hier wohl, ist gut integriert.

Das Tanzen hat er übrigens aufgegeben. Kostüme einer Karibik-Show – für Lambada und Samba – hängen allerdings noch im Schrank. Aber die Tanzpartnerin fehlt.

Quelle: Volksstimme/ M.B.

Wussten Sie schon???

… dass Weferlingen vor einem Jahrhundert drei Zahnärzte hatte? Die „Zahn-Praxis Straubinger, Bergstraße 17“, warb im Weferlinger Anzeiger im Januar 1923 mit „erstklassigem Zahnersatz und moderner Zahnpflege“. Außerdem verkündete der Zahnarzt Dr. E. Boeckler in einer Anzeige „Ich habe mich in Weferlingen, Hotel ,Deutsches Haus‘, Steinweg, niedergelassen.“ Zudem hieß es, er sei zugelassen zum Halberstädter Knappschaftsverein und zur Allgemeinen Orts- und Landkrankenkasse Kreis Gardelegen sowie zur Allgemeinen Ortskrankenkasse Helmstedt. Weiter inserierte die Zahn-Praxis Fr. Speetzen Weferlingen, Oebisfelder Straße 9. Der Dentist bot Zahnfüllungen aller Art, praktischen Zahnersatz, Kronen, Brücken, Stiftzähne, sowie Zahnziehen mit örtlicher Betäubung an. Zu lesen war weiter, dass der Zahnarzt Mitglied des Reichsverbandes deutscher Dentisten sei.

… dass die Kinder in den Dörfern vor einem Jahrhundert schulfrei bekamen, wenn sie auf dem Kartoffelacker gebraucht wurden? Der preußische Kultusminister hatte „eine Verfügung an die Schulbehörden erlassen, wonach im Interesse der schnellen Versorgung der Städte mit Kartoffeln Schulkinder zur Kartoffelernte beurlaubt werden können“, berichtete der Weferlinger Anzeiger im August 1923.

Quelle: Volksstimme/ M.B.

Fest an Kirche und Mausoleum erst 2023

Das geplante Fest zum Kirchenjubiläum und zur Sanierung des Mausoleums muss noch ein Jahr verschoben werden. Erst 2023 wird es wieder ein Markgrafenfest in Weferlingen geben.

Der Bürgerverein und die Kirchengemeinde Weferlingen hatten bereits 2020 ein Fest geplant, mit dem die Weihe der St.-Lamberti-Kirche vor 300 Jahren und die Sanierung des Mausoleums des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth gewürdigt werden sollten. Dazu sollte auch das Leben des Markgrafen in einem Theaterstück dargestellt werden. Leider musste das Fest wegen der Corona-Pandemie ausfallen, bedauern Heiko Kloß, der Vorsitzende des Bürgervereins, und Christine Sobczyk, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats. Lediglich zu einer festlichen Andacht konnte eingeladen werden.MARKGRAF; KÖNIGIN;HEIKO

Auch 2021 war es nicht möglich, das Fest nachzuholen. Der Markgraf, den Lutz Otto Westphal verkörpert, war lediglich im September am Tag des offenen Denkmals im Ortskern unterwegs, so wie das seit 2009 in Weferlingen Tradition ist. Im Mausoleum war zum Denkmaltag die Ausstellung über sein Leben und seine Familie in Weferlingen aufgebaut. Hier erzählte der Markgraf auch der neuen Kirschkönigin Astrid von der Geschichte der armen Adelsfamilie, einer Nebenlinie der Hohenzollern, die es aus Franken an die Aller verschlagen hatte. Christian Heinrich von Brandenburg-Kulmbach kam mit seiner Familie Anfang des 18. Jahrhunderts nach Weferlingen, starb aber, noch bevor der jüngste Sohn Friedrich Christian 1708 geboren wurde. Dieser Friedrich Christian regierte schließlich nach seinem ältesten Bruder Georg Friedrich Karl und seinem Neffen Friedrich von 1763 bis zu seinem Tod 1769 das Fürstentum beziehungsweise Markgraftum Bayreuth. Mit ihm erlosch die Bayreuther Linie.

In dem Mausoleum, das sich Friedrich Christian in Weferlingen erbauen ließ, ist er allerdings nicht bestattet, sondern in Franken. Seinem Geburtsort hatte er damit ein einzigartiges Baudenkmal hinterlassen, das jedoch im Laufe der Jahrhunderte erhebliche bauliche Schäden aufwies. Der Bürgerverein hatte sich dieser Aufgabe verschrieben, so dass 2019 das Mausoleum dank Förderung aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) saniert werden konnte.

Im dritten Anlauf hatten Kirchengemeinde, Bürgerverein und Theatergruppe nun für den Juni dieses Jahres einen Termin abgesprochen, zu dem die Sanierung des Denkmals und die Einweihung der Kirche vor 300 Jahren gefeiert werden sollten. Auf Grund der aktuellen Lage muss das Fest noch einmal vertagt werden. Die Proben für das Theaterstück hätten zumindest jetzt im Januar beginnen müssen, erläutert Antje Almus-Walther. Das ist aber unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich. Und die weitere Entwicklung ist nicht absehbar. Deshalb haben die Beteiligten nun einen Termin für den Juni des nächsten Jahres ins Auge gefasst.

Die theoretischen Vorbereitungen für das Theater sind getroffen. Die Rollen sind verteilt. Das Projekt läuft in Regie von Antje Almus-Walther. Sie hat das Stück, das Petra Schiemann zum 300. Geburtstag des Markgrafen in Jahr 2008 geschrieben hatte, dafür bearbeitet. Vorgesehen ist, das Stück auch mit musikalischen Einlagen wie bei der Premiere aufzuführen. Bei dem großen Fest zum Geburtstag des Markgrafen hatte die Lehrerin Petra Schiemann, die leider vor ein paar Jahren verstorben ist, auch eigens einen Generationenchor gegründet. Sängerinnen und Sänger verschiedenen Alters von der Grundschülerin bis zur Oma sangen vor 14 Jahren gemeinsam. Vielleicht ist das noch einmal möglich.

Quelle: Volksstimme/ MB

Weihnachtliches Weferlingen 2021

Liebe Einwohner von Weferlingen,

die schöne Weihnachtszeit steht bevor und Weferlingen hat sich geschmückt. Wir möchten hier ein paar schöne weihnachtlich geschmückte Häuser zeigen. Wenn Sie also einen abendlichen Spaziergang machen, dann fotografieren Sie einfach mal die weihnachtlichen Häuser, die Ihnen besonders gefallen. Senden Sie diese Fotos per Mail an bildergalerie [at] buergerverein-weferlingen . de  . Bitte die Dateigrößen nicht unter 2 MB.

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Weihnachtsbaum IGW am Platz der Jugend

Wir werden dann die Bilder hier auf der Homepage einstellen. Machen Sie mit und lassen Sie die dunkele Jahreszeit heller erscheinen.

 

 

 

 

 

 

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Ein Gesicht im Haus- Braunschweiger Straße

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Ein Traum für Kinder…..oder auch für die Eltern?

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Oebisfelderstr./ Ecke Höhberg

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Helmstedter Strasse

 

 

Wir wünschen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ihr Bürgerverein Weferlingen

Tag der süßen Tour 2021

113 Jahre lang hat die Zuckerfabrik das Leben in Weferlingen mitbestimmt. Einmal im Jahr wird diese Zeit auf Bildern und Dokumenten wieder lebendig, und damit auch in den Erinnerungen vieler Weferlinger und Nachbarn.

Der Bürgerverein Weferlingen hat sich der Geschichte des Fleckens verschrieben. Das betrifft nicht nur den Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth und sein Mausoleum, sondern ebenso jüngere Geschichte. Alljährlich zum Süßen Tag im Oktober geht es ganz besonders um ein Stück Industriegeschichte. 1877 wurde die Zuckerfabrik in Weferlingen in Betrieb genommen, 1990 wurde sie geschlossen und anschließend abgerissen. Geblieben sind nur Straßennamen, denn auf dem einstigen Fabrikgelände stehen heute unter anderem Tankstelle und Einkaufsmärkte. Am Süßen Tag erinnert in der Bibliothek eine umfangreiche Ausstellung über die Fabrikgeschichte. Um die 200 Männer und Frauen haben Mitte der 1980er Jahre in der Rübenkampagne in der Zuckerfabrik gearbeitet. Zwischen 1000 und 1200 Tonnen Rüben wurden pro Tag verarbeitet. Zucker aus Weferlingen wurde 1960 bis 1989 sogar in die Sowjetunion, nach England, Island, Indien, in den Sudan, die BRD und nach Westberlin exportiert, und zwar über den Hamburger Hafen.

Auf dem Monitor in der Bibliothek laufen abwechselnd zwei ganz unterschiedliche Filme. Einer entstand in der letzte Kampagne 1990 kurz vor der Schließung. Beschäftigte der Zuckerfabrik Clauen haben damals die Weferlinger Fabrik besucht und sich vom Betriebsleiter Thilo Zellmann führen lassen. Klaus Busse hat darüber einen Film aufgenommen, sein Freund Henning Serger hat ihn an den Bürgerverein weitergereicht. Im niedersächsischen Clauen wurde damals Rohzucker produziert, in Weferlingen Weißzucker. Die Fabrik in Clauen gibt es heute noch. Der zweite Film gibt einen Einblick in die moderne Rübenverarbeitung in Klein Wanzleben.

Zeitweise geht es am Süßen Tag fast wie bei einem Ehemaligentreffen der Zuckerwerker zu. Männer und Frauen sehen sich die Filme an oder die Tafeln mit Dokumenten und Fotografien, die Bernd Hoffmann zusammengestellt hat. Dabei leben Erinnerungen auf, zum Beispiel an Flugasche auf Fensterbänken, an den Lärm und den unverkennbaren Geruch, der während der Kampagne einfach nicht weichen wollte.

Viele Familien haben auf dem Fabrikgelände gewohnt. Wenn Rohrzucker aus Kuba verarbeitet wurde, konnte man kein Fenster aufmachen, erzählen ein paar Frauen. Der Rohrzucker lag im Freien, und überall schwirrten Wespen und Bienen. Rohrzucker wurde hier ab 1978 verarbeitet, jährlich zwischen 3000 und 7000 Tonnen. Die Kinder seien nie mit sauberen Schuhen zur Schule gekommen, erinnern sich die ehemaligen Zuckerwerker, denn überall auf dem Betriebsgelände sei es schlammig gewesen.

Bernd Hoffmann ergänzt die Ausstellung immer wieder. Auch jetzt kann er wieder ein neues Exponat hinzufügen. Klaus Hirschfeld bringt am Wochenende Kopien von Absenderfreistempeln mit. Der Philatelist aus Haldensleben stammt aus Klinze und kennt die Zuckerfabrik noch aus seiner Schulzeit.

 

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Klaus Hirschfeld (r.) überrascht Bernd Hoffmann mit Kopien von Absenderfreistempeln der Zuckerfabrik Weferlingen. Auch Bernd Hoffmanns Enkelinnen Catharina (l.) und Alexis sehen sich die Stempel an.

Text & Foto: Marita Bullmann

Geburtstagskind MTV gibt sich ab 20. Juni endlich die Ehre

Ausstellung im Weferlinger Heimat- und Apothekenmuseum ist eröffnet!02_DSC_0239

Wer diese Ausstellung zum 140. Geburtstag des Männerturnvereins (MTV) im Heimat- und Apothekenmuseum besucht, wird viel Zeit brauchen. Keine Sonderschau hat bisher eine solche Dichte an Dokumenten und Bildern umfasst. Am Sonntag, 20. Juni, um 14 Uhr soll nun endlich die offizielle Eröffnung stattfinden, sagt der ehrenamtliche Museumsleiter Gerd Müller. Kurz vorher wird Marco Radl, der Vorsitzende des MTV, die Ausstellung schon eingeladenen Gästen aus dem Sportverein zeigen. Anders ist eine Museumsöffnung unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich.

So viele Abteilungen zu präsentieren, ist eine Superleistung, die durchaus einem großen sportlichen Erfolg gleichgesetzt werden kann. Nur betrifft es diesmal nicht eine Sportart, sondern einen ganzen uralten und doch sehr jungen Verein.04_DSC_0814 (2)

Vor allem vor den unzähligen Mannschaftsfotos werden die Besucher stehen und bei den sehr alten Fotos rätseln, wer denn da zu sehen ist, sich selbst oder Familienangehörige auf den Abbildungen suchen und sich sicher über viele Jugendbilder amüsieren.

In der Ausstellung präsentieren sich nicht nur die heutigen Abteilungen des Sportvereins, auch an den Mondclub, der viele Jahre Weferlinger Sportgeschichte mitgeschrieben hat, wird erinnert.

Quelle: M.Bullmann