Storch im Museum

Wer immer noch daran gezweifelt hat, dass der Storch die Babys bringt, der wird im Weferlinger Heimat- und Apothekenmuseum eines Besseren belehrt. In historischer medizinischer Umgebung reckt Meister Adebar seinen langen Schnabel stolz in die Luft. Gegenwärtig ist im Museum eine Sonderausstellung zur heimischen Tierwelt zu sehen. Die Biosphärenreservatsverwaltung Drömling hat dafür auch Tierpräparate zur Verfügung gestellt.

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Der Storch begrüßt im Schwesternzimmer die Museumsgäste!

Der Weißstorch fand aber nicht im großen Ausstellungsraum Platz, sondern in dem kleinen Raum, in dem Mobiliar und medizinische Ausstattung einer Gemeindeschwesternstation aus DDR-Zeiten gezeigt wird. Damals hielten die Ärzte auch Sprechstunden in den Schwesternstationen kleinerer Dörfer ab. Für das historische Zimmer wurden vor allem Ausstellungsstücke aus Etingen und Böddensell zur Verfügung gestellt. Hinzu kamen Geräte von Weferlinger Ärzten und weiteren Medizinern aus dem ehemaligen Kreis Haldensleben. Jüngste Ergänzung dieses historischen Schwesternzimmers waren mehr als ein Jahrhundert alte Fachbücher einer ehemaligen Hebamme. Da hat also nur der Storch noch gefehlt!

Das Heimat- und Apothekenmuseum öffnet an jedem dritten Sonntag im Monat nachmittags von 14 bis 16 Uhr seine Pforten. Im Juni gibt es zur regulären Öffnungszeit am 19. Juni noch einen weiteren Höhepunkt. Um 13 Uhr startet der 5. Turmtreppenlauf auf den Grauen Harm, den Bergfried gleich nebenan. Mehr zur Anmeldung auf www.buergerverein-weferlingen.de.

Der Frühjahrsputz am 02. April hatte nicht die gewünschte Resonanz, 25 fleißige Helfer kamen, um dem Winterdreck zu Leibe zu rücken.

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Der Bürgermeister, 2. von Rechts, begrüßt die ersten Helfer und teilt diese für die Tätigkeiten ein.

Am Samstag um 9.00 Uhr trafen sich freiwillige Helfer aus Vereinen und privaten Haushalten zum Aufräumen auf dem Burghof. Die Initiative „Weferlingen aktiv“ hatte, unter der Schirmherrschaft des Ortsbürgermeisters Dirk Kuthe, zu dieser Aktion aufgerufen.

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Christine am neu gesplittetem Grab Wahnschaffes. Rechts Reiner vom Bauhof

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Reiner und Jürgen bringen Windbruch zum Burghof

Im Umfeld der Burg, des angrenzenden Parks, auf dem Friedhof und an der Kirche St. Lamberti wurde fleissig gefegt, geschaufelt und gesammelt.

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Volker und Thomas reparieren das Geländer an der Aller.

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Heiko als Flaschenfischer, immer wieder werfen Unbelehrbare ihr Leergut in den Teich.

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Familie Gessenhardt geschlossen beim Müllsammeln! Schön Christoph, dass du wieder an Bord bist!!!

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Die flotten Feger an der der St. Lamberti Kirche

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Matthias…. nicht den Besen abbrechen ;-)

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Bernd, Heiko und Dennis beseitigen Unrat und Astwerk am Teich.

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So sieht es aus, wenn Kid`s lange Weile haben und den schweren Betonmüllkübel in den Teich rollen. Da kann man nur von falsch verteilter Energie sprechen :-(

Viele Hände , die zugepackt haben, im Museum waren Anne, Heike, Karola, Nicole, Alexa, Bernd und Stefan. Sie haben den Staub des Herbst/ Winter entfernt und so die Saisoneröffnung am Wochenende nach Ostern vorbereitet.

Im Kantorat wurde ein Osterkorb Bastelworkshop für die Kinder des Kirchenkreises und natürlich des gesamten Ortes durchgeführt.

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Grundlage…

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…Zwischenergebnis…..

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…und das fertige Ergebnis der Kinder. Tolle Idee für kreative Geister.

Beim Grillwürstchen und Bierchen durfte der Reinigungstag dann ausklingen.

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Vielen, vielen Dank an die fleissigen Helfer und Organisatoren. Auch wenn wir nicht so viel Unterstützung erhalten haben wie in den Vorjahren, so hat es den Beteiligten doch wieder Spaß gemacht und das Orstbild konnte zum Teil verbessert werden.

 

Leider gab es am nächsten Tag schon wieder enttäuschte Gesichter. Keine 24 Stunden hat es gedauert und unsere „Zukunft“ hat ihre Hinterlassenschaften im Park am Spielplatz liegen lassen. Auch leere Flaschen schwimmen schon wieder im Teich. Müllkübel sind vorhandenden, aber werden nicht genutzt.

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So sah es am Sonntag Morgen schon wieder aus!

1922 in Walbeck 61 Kinder geboren

Walbeck. „56 Kinder, 25 Knaben und 27 Mädchen, darunter 8 uneheliche“, wurden 1922 getauft, berichtete der Weferlinger Anzeiger im Januar 1923 aus dem kirchlichen Leben in Walbeck. Geboren wurden 61 Kinder. „Zwei Kinder wurden katholisch getauft, einem Kind musste die Taufe versagt werden, da die Eltern aus der Kirche ausgetreten sind. 1921 wurden 61 Kinder getauft“, heißt es weiter. Etwas merkwürdig klingt diese Feststellung: „Die meisten Mütter ließen sich bei der Taufe mit ihren Kindern einsegnen, auch die gute Sitte, dass die Väter die Kinder ins Gotteshaus begleiten, bürgert sich mehr und mehr ein.“

Zudem wird berichtet, dass 32 Jugendliche, 17 Knaben und 15 Mädchen, 1922 konfirmiert wurden. Im Jahr davor waren es 45 Konfirmanden. 23 Paare wurden 1922 getraut, davon neun mit kirchlichen Ehren. 27 Gemeindemitglieder sind 1922 verstorben, 25 wurden kirchlich beerdigt. Zwei ungetaufte Kinder, die nur Stunden lebten, wurden in aller Stille beigesetzt.

Urteil nach Einbruch in Villa Tiedemann

Walbeck (mbu) Stendaler Strafkammer Walbeck Das Schöffengericht Weferlingen hatte den Schlosser Paul L. wegen Einbruchdiebstahls im Jahr 1922 zu einem Jahr Gefängnis und den Bergmann Walter H., beide aus Walbeck, zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten hatten gemeinschaftlich mit anderen in der Nacht zum 17. November 1922 in Walbeck „in der Villa des Majors von Tiedemann einen Einbruch verübt und aus der Villa Jagdgewehre, Wäsche, Stiefel usw. im Werte von 2000000 Mark entwendet“, berichtete der Weferlinger Anzeiger im April 1923. Gegen das Urteil hatten die Angeklagten Berufung einlegt. Die Strafkammer Stendal ermäßigte die Strafe des Schlossers L. auf 10 Monate Gefängnis. In einer späteren Verhandlung des Schöffengerichts Weferlingen im Juni wurde der Gärtner Friedrich E., der früher in Walbeck wohnte, „angeklagt, den Einbruchdiebstahl in die von Tiedemannsche Villa (früher Claus) seinerzeit begünstigt zu haben. Er wurde freigesprochen.“

Jahresbeitrag von 800 Mark im Sportverein

 

Weferlingen. Mit schwierigen finanziellen Verhältnissen hatten der Männerturnverein (MTV) von 1881 und der Turnverein Jahn in Weferlingen vor 100 Jahren zu kämpfen, die „durch die fortschreitende Markentwertung hervorgerufen“ wurden, so schrieb der Weferlinger Anzeiger im Januar 1923. Beide Vereine beschlossen daher in ihren Jahreshauptversammlungen, den Mitgliedsbeitrag auf 200 Mark im Vierteljahr festzusetzen. Der Jahresbeitrag belief sich damit auf 800 Mark.

Dienstjubiläum des Obergärtners in Seggerde

Dienstjubiläum des Obergärtners in SeggerdeSeggerde. In geistiger und körperlicher Frische habe der Obergärtner Robra in Seggerde sein 50jähriges Dienstjubiläum gefeiert, erfuhren die Leser des Weferlinger Anzeigers im Februar 1923 und weiter: „Von seinem Chef, dem Landrat a.D. von Davier, erhielt er ein Geldgeschenk, von den Mitbeamten einen Lehnstuhl. Der Jubilar, der Garde-Dragoner war und den Feldzug von 1870/71 mitmachte, diente schon dem früheren Besitzer des Rittergutes, dem Domherrn von Spiegel.“

Landwirte helfen ohne Lohn

Landwirte halfen ohne Lohn beim Straßenbau

Weferlingen. Klamme Kassen und schlechte Straßen haben auch die Gemeindevertreter schon vor 100 Jahren beschäftigt. So wurde in der Sitzung der Gemeindevertretung im März 1923 festgestellt, „dass die Pflege der Straßen, besonders der Landstraßen, arg vernachlässigt worden ist. Zum Ausbau der Saalsdorfer Chaussee haben sich die Landwirte und Anlieger bereit erklärt, die nötigen Fuhren unentgeltlich zu leisten.“ Nur so sei es möglich, „die immerhin noch erheblichen Kosten der Wiederherstellung dieser sich in besonders schlechtem Zustande befindlichen Straße aufzubringen.“ Diese Kosten sollten jedoch aus der Gemeindekasse getragen werden, schrieb der Weferlinger Anzeiger.

Arbeitslosigkeit 1923

1923 gab es 160 Arbeitslose in Weferlingen

Weferlingen. Die Arbeitsnot überall in Deutschland mache sich auch in der Region bemerkbar, war im Januar 1923 im Weferlinger Anzeiger zu lesen. Die Zeitung schreibt: „Man zählt jetzt in Weferlingen über 160 Arbeitslose. Die Waggonbau-Abteilung der Zementfabrik Drachenberg wird, wie wir hören, stillgelegt. Danach sollen an 100 Mann entlassen werden.“

Der Bürgerverein bereitet sich auf den Start in die neue Saison vor

Am Sonntag, 24. April, sollen das Heimat- und Apothekenmuseum und der Aussichtsturm erstmals wieder regulär geöffnet werden. An jedem dritten Sonntag im Monat können dann bis Oktober Gäste kommen. Für den Auftakt bereitet der Vorstand des Vereins eine Sonderausstellung über die heimische Tierwelt vor, kündigt der Vereinsvorsitzende Heiko Kloß an. Der Landesjagdverband hat dafür Unterstützung zugesagt, er wird Fotografien von Tieren in Wald und Flur zur Verfügung stellen. Der Naturpark Drömling könnte präparierte Tiere beisteuern. Außerdem soll die Schmetterlingssammlung, die der Weferlinger Alfred Fischer jun. 2006 dem Heimat- und Apothekenmuseum gestiftet hatte, gezeigt werden. Sein Vater Alfred Fischer (1902 – 1987) hatte von Jugend an Schmetterlinge und Käfer gesammelt. 1986 war die Sammlung erstmals in einer Sonderausstellung in der Weferlinger Heimatstube zu sehen und zog damals in vier Stunden Öffnungszeit 350 Besucher an.

Da die Schmetterlings- und Käferpräparate im Laufe der Jahre Schaden genommen hatten, bat der Bürgerverein vor mehreren Jahren die Entomologische Gesellschaft in Magdeburg um Hilfe. Vier Mitglieder dieser Gesellschaft hatten daraufhin in mühevoller Arbeit die Schmetterlinge und Käfer restauriert, sie haben beispielsweise abgebrochene Fühler oder Flügel wieder angeklebt und die Arten bestimmt. Alfred Fischer sen. war selbst einst Mitglied der Fachgruppe Entomologie.

2015 wurde die erneuerte Sammlung im Museum erstmals gezeigt. Seitdem wird sie in Schaukästen in einem Schrank verwahrt und so vor zu viel Lichteinfall geschützt. Passend zur heimischen Tierwelt soll sie nun erneut präsentiert werden.

neues taubengitter

Taubensperre installiert, jetzt müssen sie von draussen zuschauen.

Bevor es im Museum jedoch richtig losgeht, treffen sich Vereinsmitglieder noch zum Frühjahrsputz. Auch im Turm ist einiges zu tun.

Hier bereitet vor allem Taubendreck große Probleme. Und nach kräftigen Regenfällen steht regelmäßig Wasser im Turm.

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Gerd Müller (l.) und Sascha Broß waren am Sonnabend dabei, der Bank in der Grünanlage ein neues Fundament zu geben.

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Kraftakt….alte Fundamente können sehr schwer sein!

Am Sonnabend trafen sich einige Vereinsmitglieder zu einem Arbeitseinsatz in der Grünanlage am Steinweg, wo eine Stele an den Entomologen und Forstmann Maximilian Wahnschaffe erinnert. Die Bank in dieser Anlage musste ein neues Fundament bekommen. Dafür musste das alte Fundament erst ausgegraben werden.

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Die erste Bank steht, wen auch provisorisch zum Aushärten des Betons.

Der Vorstand des Bürgervereins hat inzwischen auch weitere Termine für Veranstaltungen geplant. So soll zum Internationalen Museumstag am 15. Mai, der unter dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ steht, ein kleines Fest für die ganze Familie vorbereitet werden. Der Tag soll besonders dem Handwerk gewidmet werden.

Für den 19. Juni steht der beliebte Turmtreppenlauf auf dem Kalender. Viel Energie ist für den alljährlichen Tag des offenen Denkmals, der am 11. September begangen wird, wieder nötig. Und zum Saisonschluss am 16. Oktober wird in diesem Jahr ein Herbstmarkt ins Auge gefasst.

Quelle: Volksstimme/ M.Bullmann