OEBISFELDE. Keinen guten Start in die Ehe hatte ein junges Paar, das sich Anfang Februar 1924 auf dem Standesamt in Oebisfelde zusammen schreiben ließ, so schrieb damals der Weferlinger Anzeiger. „Als das Paar heimwärts fahren wollte, ging das Pferd durch, raste über den Schildplatz in die Altstadt hinein und fuhr gegen einen mit Steinen beladenen Wagen. Durch den heftigen Anprall wurden das Ehepaar sowie die Trauzeugen auf die Straße geschleudert und der Wagen zertrümmert. Die Insassen sind mit dem Schreck davon gekommen, außer schmutzigen Kleidern hat ihnen der Sturz nichts getan. Hoffentlich bedeutet der Unfall (aus dem siebten Himmel) kein böses Omen für die junge Ehe.“
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Straße von Everingen nach Rätzlingen
EVERINGEN. Über Straßenbauarbeiten in der Region hatte der Weferlinger Anzeiger vor 100 Jahren berichtet. „Vom 6. September ab werden auf der Kreisstraße zwischen Everingen und Rätzlingen Neuschüttungsarbeiten und Walzarbeiten vorgenommen werden“, kündigte das Blatt Anfang September 1924 an. Weiter hieß es, dass die Arbeiten voraussichtlich zwei Wochen dauern werden, in der Zeit sei die Straßenstrecke nur für leichtes Fuhrwerk passierbar. Für schweres Fuhrwerk wurde auf die Strecke über die Orte Kathendorf und Eickendorf verwiesen.
Schokolade, Kakao und Bonbons gestohlen
WEFERLINGEN. Einen Schaufenster-Einbruch beim Bäckermeister Scharenberg auf der Bäckerstraße meldete der Weferlinger Anzeiger im Mai 1924. Die Scheibe wurde angebohrt und sämtliche leicht erreichbare Waren herausgenommen, hieß es. Mitgenommen haben die Diebe Schokolade, Kakao, Bonbons und Gebackenes, diese Waren hatten einen Wert von 30 Mark. Ebenfalls hätten Diebe versucht, in das erst vor kurzer Zeit eröffnete Schuhhaus Drenske einzudringen, schrieb das Blatt weiter. Die an zwei Stellen angebohrte Scheibe zeugte von dem Vorhaben der Diebe.
Bei einer Treibjagd 82 Hasen erlegt
WEFERLINGEN. In der hiesigen Feldmark wurde laut Nachricht im Weferlinger Anzeiger Anfang Januar 1924 eine Treibjagd abgehalten. Bei dieser Jagd hatten die Jäger 82 Hasen geschossen, teilte die Zeitung mit.
Blitz erschlug Kuh auf der Weide
WASSENSDORF. In der Gemarkung Wassensdorf habe ein Blitz auf der Weide eine Kuh erschlagen, die dem Landwirt Peist gehörte, berichtete der Weferlinger Anzeiger im Juni 1924. Die Weide befindet sich am Allergraben. Das Tier habe nur einen schwachen Streifen aufgewiesen, der die Bahn, die der Blitz genommen hat, gekennzeichnet habe.
Landwirt flog aus dem Wagen
EVERINGEN. Über einen bedauerlichen Unglücksfall in der Nähe von Everingen war Ende Mai 1924 im Weferlinger Anzeiger zu lesen. Aus unbekannter Ursache scheute plötzlich das Pferd des Landwirts Friedrich Porzelle, hieß es. Der Wagen wurde gegen einen Baum geschleudert, die Deichsel brach ab, der Landwirt wurde aus dem Wagen geschleudert und blieb mit inneren Verletzungen liegen. Ein anderer Everinger, der zufällig Zeuge des Unglücks war, musste ihn nach Hause bringen.
Fünf Hunde wegen Tollwut erschossen
SEGGERDE/MBU Die Hundetollwut, die vor 100 Jahren in vielen Gegenden Deutschlands herrschte, sei auch in die hiesige Region verschleppt worden, war Ende November 1924 im Weferlinger Anzeiger zu lesen. Ein von auswärts zugelaufener Hund habe in Seggerde vier Hunde gebissen. Hierauf seien die fünf Hunde erschossen worden. Es sei wohl damit zu rechnen, dass die Kreisbehörde in Gardelegen hier die Hundesperre verhängen werde. Weiter schrieb das Blatt: „Die Hundebesitzer tun aber jetzt schon gut, wenn sie ihre Hunde an die Kette legen oder mindestens einsperren.“
Schuhmachergeselle besteht Prüfung
WALBECK. Der Lehrling Otto Matthies, der beim Schuhmachermeister Krebs gelernt hatte, habe die Gesellenprüfung im Schuhmachergewerbe vor der Prüfungskommission in Gardelegen bestanden, teilte der Weferlinger Anzeiger im April 1924 mit.
Ballon fliegt von Sachsen bis Bösdorf
GEHRENDORF/BÖSDORF. Über eine Ballonlandung an einem Sonntagnachmittag im Februar 1924 zwischen Gehrendorf und Bösdorf berichtete der Weferlinger Anzeiger damals. Die Landung bereitete bei dem heftigen Wind große Schwierigkeiten, hieß es. Ein Mitfahrer konnte sich durch Absprung aus dem Korb in Sicherheit bringen, der andere wurde eine große Strecke mit dem Korb mitgeschleift und erlitt dabei blutige Verletzungen. Der Ballon war mit einem anderen auf dem Truppenübungsplatz Großenhain in Sachsen aufgestiegen und hatte bis hierher nur drei Stunden gebraucht.
Bahnmeister schießt einen Hühnerhabicht
OEBISFELDE. Jagdglück hatte vor 100 Jahren Bahnmeister H. Schmidt aus Oebisfelde. Ihm sei es Anfang Januar 1924 gelungen, hinter der Abdeckerei einen großen Hühnerhabicht zu schießen, dessen Flügelspannweite 1,20 Meter betrug, so berichtete der Weferlinger Anzeiger.