665445 Zentner Zuckerrüben verarbeitet/ Öl aus Beeren des Spargelkrauts

665445 Zentner Zuckerrüben verarbeitet

Weferlingen. Vor 100 Jahren konnte die Weferlinger Zuckerfabrik ganz offensichtlich auf eine für damalige Verhältnisse gute Rübenkampagne zurückblicken. Am 5. Dezember 1920 vermeldete der Weferlinger Anzeiger: „Die diesjährige Rübenverarbeitung der hiesigen Zuckerfabrik wurde am Mittwoch, dem 1. Dezember, beendet. Zur Verarbeitung gelangten 665445 Zentner Rüben. Der Ertrag des Ackers ergab 126 Zentner vom Morgen. Die Verarbeitung selbst ging ohne größere Unterbrechungen und ohne schwerere Unglücksfälle von statten.“

Öl aus Beeren des Spargelkrauts

Weferlingen (mbu) Über Öl, das aus Beeren des Spargelkrauts gepresst wurde, war am 21. April 1917 im Weferlinger Anzeiger zu lesen. Im dritten Jahr des Ersten Weltkriegs waren Lebensmittel ganz besonders kostbar. Die Not machte erfinderisch. So stand im Weferlinger Anzeiger diese Notiz: „Ein Spargelplantagenbesitzer aus der Oebisfelder Umgebung veranlasste einen Ölmühlenbesitzer aus Weferlingen, die Beeren des Spargelkrautes zu Öl zu vermahlen. Das Ergebnis war überraschend günstig: aus 18 Pfund Beeren wurde ½ Liter ganz vorzüglichen Öls gewonnen, das dem feinsten Olivenöl in nichts nachsteht. Auch der verbleibende Rest von Ölkuchen hat einen großen Futterwert.“

Müll am Wald und abgebrochene Bäume/ Im Zug betäubt und dann beraubt

Müll am Wald und abgebrochene Bäume

Weferlingen. Auch vor 100 Jahren ärgerten sich die Weferlinger über Müllecken und Vandalismus. Der Weferlinger Anzeiger veröffentlichte am 5. Februar eine Zuschrift, in der es hieß, „die Schuttablageplätze an den Waldrändern und an anderen verbotenen Stellen werden immer unfangreicher. Um die Waldeingänge zum Frühjahr sauber zu haben, ist es jetzt Zeit, dass die Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung beschließt, auf Gemeindekosten jedes Frühjahr das weggeworfene Hausgerät abfahren zu lassen. … Wenn man dann daneben ab und zu einen Übeltäter fasst, dann wird es erst hübsch in und um Weferlingen.“ Außerdem schrieb das Blatt: „Schändliche Zerstörungswut hat mehrere Bäume in der Braunschweiger Straße und an der Straße ,An der Burg‘ in der Nähe der Zuckerfabrik abgebrochen.“

Im Zug betäubt und dann beraubt

Weferlingen. „Durch Chloroform betäubt und dann beraubt ist … ein Reisender, der den Zug von hier nach Oebisfelde benutzte“, schrieb der Weferlinger Anzeiger am 19. Dezember 1920, und weiter: „Der Beraubte gibt an: in dem von ihm benutzten Wagenabteil haben bereits zwei Männer gesessen. Als der Zug in Oebisfelde einlief, musste er erst vom Fahrpersonal geweckt werden, wobei sich herausstellte, dass ihm seine Uhr sowie Geldtasche mit etwa 60 Mark Inhalt gestohlen waren. Die Täter sind nicht bekannt. Der Bestohlene hat hier Bekannte besucht und wollte nach Berlin zurück.“

Braunschweiger Straße im schlechten Zustand

Desolate Straßen gab es zu allen Zeiten, erst recht vor 100 Jahren. „An mehreren Stellen werden unsere Straßen ausgebessert, z. B. die Braunschweiger Straße, die Sophienstraße und der Marktplatz“, schrieb der Weferlinger Anzeiger am 25. Mai 1918 und setzte fort: „Vor dem Rathaus soll der freie Platz eingefriedet und in einen Schmuckplatz umgewandelt werden. Der Gedenkstein auf dem Marktplatz erhält eine Einfriedung und wird mit neuen Zierpflanzen versehen. Bei dieser Gelegenheit ist es vielleicht am Platze, der Einwohnerschaft eine gewisse Vorsicht beim Begehen der Straßen, die ausgebessert werden, besonders im Dunkeln anzuempfehlen.“ An anderer Stelle wurde im Weferlinger Anzeiger berichtet, dass auch die Fabrikstraße ausgebessert werden musste.Weferlingen Braunschweiger

Zur Postkarte Braunschweiger Straße

Diese Postkarte von der Braunschweiger Straße in Weferlingen ist 100 Jahre alt, sie wurde 1921 geschrieben.

M. Bullmann

Nach Prüfungen nun Meister und Gesellen

Weferlingen/Everingen/Eickendorf (mbu) Häufig wurde einst im Weferlinger Anzeiger über erfolgreich bestandene Meister- und Gesellenprüfungen berichtet. So wurde am 20. Oktober 1921 mitgeteilt, dass Wilhem Bauke, Everingen, und Carl Hornburg, Eickendorf, die Meisterprüfung im Stellmachergewerbe im Bezirk der Handwerkskammer Magdeburg bestanden haben. Die Meisterprüfung im Bäckergewerbe bestand der Bäckergeselle Herr Otto Stövesandt aus Weferlingen. Am 5. Oktober 1921 hieß es, der Sattlerlehrling Georg Bethge und der Zimmererlehrling Heinrich Siemann, beide aus Weferlingen, haben die Gesellenprüfung mit gut bestanden. Drei Tage später erfuhren die Leser: „Die Gesellenprüfung bestanden der Zimmererlehrling Karl Bürig und der Klempnerlehrling Emil Weber (mit gut), beide aus Weferlingen.“

Militärpferde in der Nacht gestohlen/ Kutscher kam am Försterberg unter die Räder

Militärpferde in der Nacht gestohlen

Weferlingen/Ribbensdorf (mbu) Über Diebstähle war am 16. März 1919 im Weferlinger Anzeiger zu lesen. So hieß es, dass in der Nacht in Weferlingen wieder zwei Militärpferde und in Ribbensdorf in dieser Woche dem Mühlenbesitzer Sack sämtliches Saatgut gestohlen wurden.

Kutscher kam am Försterberg unter die Räder

Weferlingen (mbu) „Beim Ausweichen eines Wagens am Försterberg fuhr der Bierwagen des Kutschers Heuer so unglücklich gegen einen Bordstein, dass Heuer von der Erschütterung aus dem Wagen fiel, unter die Räder kam und ein Stück des Weges mitgeschleift wurde“, war am 27. November 1921 im Weferlinger Anzeiger zu lesen. „Heuer, der erhebliche Verletzungen davon getragen haben soll, wurde in seine Wohnung geschafft.“

Drei Gastwirtschaften mit neuen Wirten

Drei Gastwirtschaften mit neuen Wirten

Weferlingen (mbu) Ein großer Wechsel finde in Weferlingen bei den Gastwirtschaften statt, kündigte der Weferlinger Anzeiger am 2. November 1919 an: Am 10. November nehme ein Herr aus Aschersleben den Gasthof „Markgraf von Bayreuth“ in Pacht; am 1. Januar 1920 gehe die Gastwirtschaft des „Kronprinzen von Preußen“ durch Kauf in die Hände eines Herrn aus Hannover über. Ein anderer Herr aus Hannover übernehme am gleichen Tage die Pinkernellesche Gastwirtschaft.
Vierteljahrhundert als Bahnhofswirt

Weferlingen (mbu) 25 Jahre Bahnhofswirt sei Herr Heinrich Brüning am 1. Dezember, vermeldete der Weferlinger Anzeiger Anfang Dezember 1921. Das zeuge von einem guten Einvernehmen zwischen ihm, der Behörde, den Beamten und dem reisenden Publikum. Das Blatt schrieb weiter: „Wir wünschen ihm auch ferner eine ersprießliche Tätigkeit.“

Zusammenschluss der hiesigen Handwerker 1921

Weferlingen. „Gestern Nachmittag versammelten sich etwa 30 selbständige Handwerker von hier und der Umgegend im Kronprinzen, um eine Ortsgruppe des Mitteldeutschen Handwerksbundes ins Leben zu rufen“, berichtete der Weferlinger Anzeiger am 16. Februar 1921.

Weiter hieß es: „Zu diesem Zwecke war das Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Herr Fleischermeister Schumburg aus Magdeburg erschienen, der über die Ziele und Zwecke des Bundes Aufschluss gab und die Anwesenden von der Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der Handwerksmeister überzeugte, so dass wohl fast alle Erschienenen der Ortsgruppe beitraten. Außerdem hatten schon andere vorher unterschrieben.

In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Albert Borchers, 1. Vorsitzender; Ernst Hofmann, 2. Vorsitzender; Hermann Schöndube, Schriftführer; Friedrich Niewerth, stellvertretender Schriftführer; Jakob Strubel, Kassierer; Friedrich Thormeier, 2. Kassierer; Carl Riecke, Beisitzer.“

Der Weferlinger Anzeiger setzt mit einem großen Appell an alle Handwerker, die an diesem Nachmittag nicht dabei waren, seinen Beitrag fort: „Somit wäre wieder einmal der Anfang gemacht zu einem Zusammenschluss der hiesigen Handwerker, wie wir ihn hier schon einmal gehabt haben. Hoffentlich hat er länger Bestand als damals. Es gibt hier noch manchen, der sich überhaupt nicht um das Gedeihen seines Standes kümmert und glaubt, für sich allein weiter arbeiten zu können zu seinem eigenen und zum Schaden seiner Kollegen. Der Krieg und dessen Folgezeit haben auch das Wirtschaftsleben so verändert, dass sich ein Alleinstehender nicht mehr zurechtfindet. Wenn die Zahl der Gründungsversammlung auch nicht gerade günstig war (Herr Schumburg sprach am Vormittag in Walbeck, am Abend in Oebisfelde), so hätte man in Anbetracht der Wichtigkeit doch auf eine regere Beteiligung rechnen dürfen. Der Mittelstand ist so lange lebenskräftig, als er sich seines Wertes und seiner Unentbehrlichkeit für das Gedeihen eines Staates bewusst bleibt. Hoffentlich besinnen sich auch die Abseitsstehenden noch rechtzeitig.“

Aus dem Polizeibericht vor 100 Jahren

Nach Unfall zum Spiel mit Munitionswagen

Weferlingen (mbu) Eine Wagenfahrt mit Hindernissen unternahm am zweiten Pfingsttage der Sportklub 1913, schrieb der Weferlinger Anzeiger am 12. Juni 1919 und fuhr fort: Als ein hoher Möbelwagen, der die Mitglieder zum Wettspiel nach Oebisfelde bringen sollte, in Bewegung gesetzt wurde, scheuten die Pferde, die gewöhnt waren, niedrige Munitionswagen hinter sich zu haben; sie rasten vom Braunsschen Gasthof den Winkel hinunter gegen das eiserne Gitter vor dem Gehöft des Landwirts Moebius. Hier wurden mehrere Stangen herausgebrochen. Auch verletzte sich ein Pferd an Kopf und Huf; ebenfalls wurde der Wagen beschädigt.“ Die Insassen seien mit dem Schrecken davon gekommen, ergänzte das Blatt. Nach Auswechslung des Möbelwagens gegen einen Munitionswagen sei die Fahrt mit denselben Pferden glatt vonstatten gegangen.

Unter der Stichmarke „Sportliches“ berichtete der Anzeiger dann gleich anschließend vom Wettspiel: „Um ½ 5 Uhr begann auf dem Oebisfelder Sportplatz das Wettspiel zwischen den beiden ersten Mannschaften des Sportklubs Oebisfelde und des Sportklubs Weferlingen. Trotz der herrschenden Hitze entwickelte sich bald ein scharfer Kampf, aus welchem die Weferlinger mit 5:1 Toren als Sieger hervorgingen.“ Nachdem man noch einige Zeit mit den Oebisfeldern gemütlich beisammen geblieben war, wurde um 8 Uhr die Rückfahrt angetreten, um 10 Uhr waren die Weferlinger wieder zu Hause gelandet. „Die Fahrt verlief trotz einiger Hindernisse in urgemütlichster Weise.“
Öl in aller Gemütsruhe aus Kannen umgefüllt

 

Weferlingen (mbu) In einer Nacht Mitte Juni 1919 wurden aus dem Keller des Mühlenbesitzers Hülsebusch Lebensmittel in höherem Werte gestohlen, vor allem auch Öl, das Hülsebusch für Saatanbauer geschlagen hatte, berichtete der Weferlinger Anzeiger damals. Die Diebe seien von hinten durch ein kleines Fenster eingedrungen. „Aus dem Umstande, dass sie Öl aus den Kannen in andere Gefäße gossen, ohne solches zu verschütten, sieht man, dass sie in aller Gemütsruhe ,arbeiteten‘. Die Kannen ließen sie am Ort zurück“, war zu lesen. Kurz danach habe auch Bäckermeister Barheine unliebsamen Besuch erhalten.

Generationen feierten unter der „Lusebäuke“

Legendärer Baum an der Grenze Walbeck/Weferlingen schlug 1918 nicht mehr aus

Walbeck (mbu) Für viele Ältere in Walbeck, Weferlingen und Umgebung ist die Lusebäuke noch ein Begriff. Um den legendären Baum in unmittelbarer Nähe zur Gaststätte Barriere Rehm ranken sich viele Erinnerungen an große Feste. Einwohner aus verschiedenen Nachbarorten sind hierher gekommen, um gemeinsam zu feiern. Vereine haben diese Höhepunkte ausgerichtet. Kinder und Jugendliche haben sich hier ebenfalls getroffen zu Festen und sportlichen Wettkämpfen. Die Lusebäuke war auch ein häufig gewähltes Wanderziel. Viele Schulausflüge führten hierher. So wurde auch in Zeitungen öfter über Veranstaltungen berichtet.03_Lusebäuke

Die Postkarte mit der „Lusebuche (Kronenbuche)“ wurde 1914 vom Atelier Konrad Schulenburg in Weferlingen herausgegeben, natürlich mit dem Verweis auf die Gaststätte „Barriere Rehm“ der Familie Löde. Zehn Jahre vorher, nämlich im Juli 1904 hatte Gustav Löde die Bewirtschaftung der Schankwirtschaft Barriere Rehm, die zuvor Witwe Krüger gehörte, übernommen, so berichtete der Kreis-Anzeiger für die Kreise Gardelegen, Neuhaldensleben, Salzwedel und die Amtsbezirke Brome, Calvörde und Vorsfelde. Walbeck und Weferlingen gehörten bis Anfang der 1950er Jahre zum Kreis Gardelegen.

Die traditionsreiche Waldgaststätte an der Kreuzung der Straßen von Weferlingen nach Eschenrode und von Hödingen nach Walbeck gibt es immer noch. Hier stoßen die Gemarkungen Walbeck und Weferlingen zusammen. Die Gaststätte Villa Barriere Rehm gehört noch zu Walbeck.

Vom Ende der historischen Lusebäuke scheint der Weferlinger Anzeiger am 4. Mai 1918 zu berichten: „Die Lusebäuke, wie sie allgemein im Volksmunde heißt, oder die Luisen- oder Kronenbuche, wie die Feinen sagen, sollte den Frieden auch nicht mehr erleben. Sie hat in diesem Frühling nicht mehr ausgeschlagen, sie ist gänzlich abgestorben. Da Buchen 300 Jahre alt werden können (Fichten 1200,  Linden 1200, Föhren 600), so ist anzunehmen, dass unsere Lusebäuke, die unter ihren Zweigen so manche Geschlechter Feste feiern sah, wohl ein Alter von etwa 300 Jahren erreicht hat. Besonders bekannt wurde die Lusebäuke dadurch, dass hier die ,Hödinger Schützenfeste‘ zu Pfingsten stattfanden (allerdings ohne Schützen und Scheibenstand, wenigstens in der letzten Zeit). Bei den alten Germanen gehörte die Buche zu den ,heiligen‘ Bäumen, eine gewisse Verehrung genoss auch unsere Lusebäuke ob ihres hohen Alters.“

Ein paar Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wird die Lusebäuke jedoch Pfingsten wieder zum Anziehungspunkt in der Region. „Seit 1914 fand zum  ersten Mal wieder das alte Volksfest an der ,Lusebäuke‘ statt“, schrieb der Weferlinger Anzeiger am 18. Mai 1921. „Die alte Buche (die feinen Leute sagen ,Kronenbuche‘) wurde bereits vor einigen Jahren als tot erklärt; sie zeigt aber wieder mehrere grüne Zweige“, berichtete das Blatt. Zu lesen war von einem großen Andrang an diesem legendären Baum: „Auf dem Platze drängte sich eine dichte Menschenmenge. In den Erfrischungszelten war schwer Platz zu finden. Auf dem wunderbar schwankenden Tanzboden führten die Paare im Schweiße ihres Angesichts allerlei Tänze mit fremd klingenden Namen vor. Auch Spielstände fehlten nicht. Wem es auf dem Platze nicht mehr gefiel, wanderte nach der nahen Barriere, wo die Durstigen dem Wirt ebenfalls das Leben sauer machten. Auch heute werden sich noch viele dort und bei der ,Lusebäuke‘ einfinden.“

Bildtexte: M. Bullmann

Lusebäuke: Die Postkarte von der „Lusebäuke“ wurde 1914 herausgegeben.

Barriere Rehm: Die Gaststätte Barriere Rehm existiert schon seit Jahrhunderten.

Die Aufbruchstimmung nach dem Ende des 1. Weltkrieges in Weferlingen

Im ersten Quartal des Jahres 1919 waren im Weferlinger Anzeiger häufig Inserate veröffentlicht, in denen Geschäftseröffnungen angekündigt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Wirtschaft langsam wieder in Gang. Zum Teil war auch zu lesen, dass Männer aus dem Krieg zurückgekehrt sind und wieder ihrer zivilen Arbeit nachgehen. Dafür hier einige Beispiele, die auch zeigen, wie breit gefächert Handel, Handwerk und Gewerbe in Weferlingen damals aufgestellt waren.

„Achtung! Geschäftseröffnung! Den werten Einwohnern Weferlingens zur Kenntnis, dass ich mit dem heutigen Tage im Ladenlokal des Herrn Schlachtermeiters Vogel, Winkel Nr. 22, neben der Gastwirtschaft ,Zum schwarzen Adler‘, ein Herren-Friseur-Geschäft eröffne. Gute und saubere Bedienung“, warb am 5. Januar 1919 Hermann Märtens, Friseur und Perückenmacher. Weiter hieß es: „Zöpfe sowie sämtliche Haararbeiten werden angefertigt.“01_DSC_0548 (2)

Am 12. Januar 1919 stand im Anzeiger: „Achtung! Landwirte! Habe mich in Weferlingen als Drainage-Meister niedergelassen. Es kommen alle in das Fach schlagende Arbeiten in Frage wie Weidenkulturen, Flutarbeiten, Teicharbeiten, Gas- und Wasserleitung und Kanalisation. Übernehme volle Garantie für gute Funktion. Zeichnungen und Kostenanschläge werden kostenlos bearbeitet, da ich selbst projektiere. Referenzen stehen zu Diensten. Adolf Tuschwitz, Tiefbau-Unternehmer, Weferlingen, Fabrikstraße 13.“ Am 6. März 1919 war eine weitere Anzeige von Adolf Tuschwitz zu lesen: „Drainage. Während der langen Zeit des Krieges ist an den Drainagen nichts gemacht worden. Es werden sich die Stellen zeigen, die drainagebedürftig sind. Diese Mängel werden beseitigt. Durch schnelles Eingreifen sind gute Erträge zu erzielen, und diese brauchen wir, um unser Vaterland zu schützen. Adolf Tuschwitz, Drainagemeister, Weferlingen, Fabrikstraße 13“

„Aus dem Felde zurückgekehrt, werde mein Geschäft wieder weiterführen. W. Fricke, Sattlermeister, Steinweg 35“ wurde am 19. Januar 1919 um Kunden geworben.

Ähnlich klang es am 26. Januar 1919: „Habe meine Kunst-, Bau- und Maschinenschlosserei Fabrikstraße 1 wieder in Betrieb genommen. Edmund Schötteldreier.“

Am 6. Februar 1919 wurde inseriert: „Aus dem Heeresdienst entlassen, bringe ich den verehrten Einwohnern von Weferlingen und Umgebung mein Malergeschäft wieder in empfehlende Erinnerung. Herm. Swichskowski, Malergeschäft, Weferlingen, Fabrikstraße 8“

In derselben Ausgabe des Anzeigers stand: „Aus dem Felde zurück, habe ich mein Rechtsbüro wieder eröffnet. Zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten, Bearbeitung von Rechts-, Steuer-, Kriegsrenten- und sonstigen Angelegenheiten empfehle ich mich erneut. Paul Liebert, Weferlingen, Steinweg 1. Am 16. Februar 1919 gab es dann eine weitere Anzeige von Paul Liebert, in der er für die Braunschweigische Allgemeine Vieh-Versicherungs-Gesellschaft wirbt, er versichere Pferde, Rindvieh, Schweine und Ziegen, teilte er mit und führte das noch sehr detailliert aus.slider

Die Zeitungsleser erfuhren am 23. Januar 1919: „Allen Bauinteressenten zur gefl. Kenntnisnahme, dass ich das unter der Firma C. Krull Nachf. (Inhaber Kiehne & Remme) bisher betriebene Baugeschäft unter Aug. Kiehne Baugeschäft Holzhandlung weiterführe. Für das bisher geschenkte Vertrauen verbindlichst dankend, bitte ich, dies auch der jetzigen Firma bewahren zu wollen, deren stets Bestreben es sein wird, die ihr erteilten Aufträge sachgemäß auszuführen. Aug. Kiehne Baugeschäft und Holzhandlung, Weferlingen, Braunschweiger Straße 17.“ In derselben Ausgabe teilte das Amtsgericht Weferlingen mit Datum vom 21. Januar 1919 mit: „Das Konkursverfahren über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft C. Krull Nachfolger, Inhaber Kiehne und Remmer, in Weferlingen wird auf Antrag der Gemeinschuldnerin eingestellt, nachdem sämtliche beteiligten Gläubiger ihre Zustimmung zur Aufhebung erteilt haben.“

Eine „Geschäftseröffnung“ wurde am 13. Februar 1919 angekündigt: „Zur gefälligen Kenntnisnahme der geehrten Einwohnerschaft von Weferlingen und Umgegend, dass ich mich hier Steinweg Nr. 17 als Rossschlächter besetzt habe. Ich bitte um gefällige Zuweisung von Schlachtpferden und Notschlachtungen. Hochachtungsvoll Wilh. Nieß“

„Fertige Waschfässer, Gilten usw. sind wieder zu haben sowie sämtliche Holz- und Bürstenwaren bei Wilh. Faustmann, Böttchermeister“ stand am 23. Februar 1919 im Weferlinger Anzeiger.Unbenannt

„Geschäftseröffnung“ hieß es auch am 6. März 1919: „Den geehrten Einwohnern von Weferlingen und Umgebung zur Kenntnis, dass wir unser Maßgeschäft für feine Herren- und Damenschneiderei mit dem heutigen Tage eröffnen. Weferlingen, den 5. März 1919, Steinweg 36, 1 Treppe, Gebrüder Niewerth“03_DSC_0556 (2)

Eine „Geschäftsverlegung“ war Inhalt einer Anzeige am 9. März 1919: „Meiner werten Kundschaft von Weferlingen und Umgebung zur gefälligen Kenntnisnahme, dass ich mein Geschäft Schuhbesohl-Anstalt von Bäckerstraße Nr. 19 nach Steinweg Nr. 1 (früher Konsum-Gebäude) verlegt habe.04_DSC_0554 (2) Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine Kundschaft auch fernerhin reell und gewissenhaft zu bedienen. Auch bin ich wieder in der Lage, Sohlen und Absätze auf Wunsch in einer Stunde herzustellen. Achtungsvoll Gustav Schulze. Erste und größte Weferlinger Schuhbesohl-Anstalt.“02_DSC_0558 (2)

In einer Anzeige am 5. Januar 1919 teilte Elise Hoffmann unter dem Schlagwort „Geschäftsveränderung“ „einem geehrten Publikum von Weferlingen und Umgebung, besonders unserer alten Kundschaft,“ mit, „dass mit dem heutigen Tage Dachdeckermeister August Ehlers in das Geschäft meines verstorbenen Mannes C. Hoffmann mit eingetreten ist. Da er lange Jahre selbständig im Berufe wirkte, sind wir in der Lage, das Geschäft in bisheriger Weise weiterführen zu können. Für das in so reichem Maß erwiesene Wohlwollen bestens dankend, bitten wir, uns auch fernerhin gütigst unterstützen zu wollen.“Unbenannt1

Und am 20. März 1919 gab es eine Einladung: „Meine Modellhut-Ausstellung ist eröffnet und lade zum gefl. Besuch freundlichst ein. Marie Netzler, Steinweg 14 . Mehrmals war auch diese Anzeige zu lesen: „Sommerhüte zum Umpressen, Umnähen, Färben, Waschen, Modernisieren nach neuesten Formen.

 

Marita Bullmann