Geschichte und Geschichten rund um die Markgrafenfamilie an der Aller Teil2

Dänische Königin sorgte für ihre Brüder

von Marita Bullmann

1706 kam die Familie des Markgrafen Christian Heinrich von Brandenburg-Kulmbach von Franken nach Weferlingen. Ihr war nur ein kurzes Familienglück an der Aller beschieden. Der Bürgerverein sorgt dafür, dass die Geschichte nicht vergessen wird.

Im vergangenen Jahr war die Markgrafenfamilie aus Weferlingen wieder bei verschiedenen Festen im Einsatz. Zum 300. Geburtstag des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth am 17. Juli 2008 hatte der Bürgerverein diese Familie zu neuem Leben erweckt. Mitglieder des Bürgervereins Weferlingen schlüpfen seitdem ab und zu in die Rollen der einzelnen Familienmitglieder. Für alle Personen aus der damaligen Markgrafendynastie fehlt es leider an Akteuren. Wer bereit wäre, sich der historischen Gruppe anzuschließen, ist willkommen.

Am bekanntesten in Weferlingen ist selbstverständlich der Markgraf Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth (1708 – 1769), den Lutz-Otto Westphal darstellt. Er hatte sich das Mausoleum an der St.-Lamberti-Kirche erbauen lassen und die wieder aktive Markgräflich Kulmbach-Bayreuthsche Stiftung begründet, die sozialen Zwecken gewidmet ist. Friedrich Christian war der jüngste Sohn von Christian Heinrich und Sophia Christiana von Brandenburg-Kulmbach, die 1706 das Weferlinger Schloss bezogen hatten.

Obwohl zwischen dem ältesten und jüngsten Kind von Christian Heinrich und Sophia Christiana von Brandenburg-Kulmbach 20 Jahre lagen und sie nicht gemeinsam groß geworden sind, hielt die Familie zusammen. Von den insgesamt 14 Kindern starben sieben bereits im Kindesalter.

Die Familie hatte stets mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dazu kam, dass der Vater im Alter von 45 Jahren noch vor der Geburt seines jüngsten Sohnes 1708 in Weferlingen starb.

Die ältesten Söhne Georg Friedrich Karl (1688 – 1735) und Albrecht Wolfgang (1689 -1734) wurden gemeinsam erzogen. 1695 übernahm zunächst ein kurfürstlich-brandenburgische Geheimrat die Erziehung der beiden Prinzen, finanziell sorgte der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. und spätere König Friedrich I. von Preußen dafür. Er war der Pate von Georg Friedrich Karl.

Als ihr Vater Christian Heinrich 1708 Vater in Weferlingen starb, kehrten sie zurück. Georg Friedrich Karl blieb zunächst als Familienoberhaupt in Weferlingen, zog dann aber mit seinen fünf Kindern, die alle in Weferlingen geboren wurden, nach Franken. Seine Ehe wurde geschieden.

Albrecht Wolfgang trat erst in preußische und später in kaiserlich-habsburgische Kriegsdienste. Im polnischen Erbfolgekrieg fiel er als kaiserlicher General-Feldmarschallleutnant 1734 in der Schlacht bei Parma. Albrecht Wolfgang wird kaum in Weferlingen gewesen sein. In der heutigen Markgrafenfamilie wird Albrecht Wolfgang von Brandenburg-Bayreuth von Christian Germer aus Grasleben verkörpert.

Die ältesten Töchter Sophia Magdalena (1700 – 1770) und Sophia Carolina (1707 – 1764) wurden bei der sächsischen Kurfürstin und späteren polnischen Königin Christiane Eberhardine (1671 – 1727), der Ehefrau von August dem Starken, erzogen. Christiane Eberhardine war die Cousine ihres Vaters Christian Heinrich.

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Lutz-Otto Westphal (Mitte) verkörpert den Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth, Christian Germer (l.) fungiert als sein Bruder Albrecht Wolfgang. Heiko Kloß stellt ihren Neffen, den Markgraf Friedrich von Kulmbach-Bayreuth, dar.

Sophia Magdalena hat bei ihrer Großtante Christiane Eberhardina auf Schloss Pretzsch den dänischen Kronprinzen Christian VI. (1699 – 1746) kennengelernt. Er soll Ende Juli 1721 als Gast des sächsischen Fürstenhauses auf Schloss Pretzsch eingetroffen sein. Mit ihm und Sophia Magdalena muss es Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, denn geheiratet wurde bereits am 7. August 1721 ebenfalls auf Schloss Pretzsch. Die Ehe soll glücklich gewesen sein, wenn auch die Königin wohl nicht übermäßig beliebt war, denn sie war streng gläubig und hat den Einfluss einer deutschen Minderheit in Dänemark verkörpert.

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Sophie Magdalene von Brandenburg-Kulmbach (* 28. November 1700 in Schönberg bei Lauf; † 27. Mai 1770 auf Schloss Christiansborg in Kopenhagen) war eine hohenzollernsche Prinzessin und von 1730 bis 1746 Königin von Dänemark.

Ihre Brüder hat die Königin mit Apanagen und dänischen Militärämtern versorgt. Ihren jüngsten Bruder Friedrich Christian machte sie zum Generalleutnant der dänischen Armee, bevor er 1763 doch noch die Herrschaft in Brandenburg-Bayreuth-Kulmbach übernahm. Ihr Bruder Friedrich Ernst (1703 – 1762) wurde im Alter von 21 Jahren Oberstleutnant und erhielt das Kommando über ein jütländisches Regiment. 1732 ernannte ihn sein Schwager, der dänische König, zum Statthalter in den Herzogtümern Schleswig und Holstein. Friedrich Ernst hatte 1731 die Prinzessin Christiane Sophie von Braunschweig-Bevern geheiratet. Ihre Schwester Elisabeth Christine ehelichte den preußischen Kronprinzen, den späteren König Friedrich den Großen. Auf viele dieser historischen Fakten wurde in einer Ausstellung über die „Culmbach-Weferlinger Hohenzollern und den Bayreuther Markgraftenthron“ 2008 in Kulmbach verwiesen.

In weiteren Folgen wird über die Markgrafenfamilie und ihre Geschichte, ihre Verbindung zu Weferlingen berichtet.

Quelle: Volksstimme

 

Es ist geschafft – das Mausoleum in Weferlingen erstrahlt in neuem Glanz!

Nach langer Zeit und vielen bürokratischen Hürden konnten am 21. Mai 2019  die Sanierungsarbeiten am Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach – Bayreuth beginnen.

Unter aktiver Mitwirkung des Landesamtes für Denkmalpflege Halle und des Planungsbüro`s Seidl & Heinecke Haldensleben wurden die Arbeiten von den Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg, der Bauhütte Naumburg und der Fa. Herdzin (Gerüstbau) fachgerecht ausgeführt.

Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Gemeindekirchenrat konnten die Sanierungsarbeiten an der Südseite der St. Lamberti Kirchen ebenfalls erfolgen.IMG_20191128_104604011

Der feierliche Festakt zur Fertigstellung des Mausoleum`s wird im Frühjahr stattfinden.

Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen Beteiligten Firmen für die gute Zusammenarbeit bedanken und ein besonders großes Dankeschön geht an alle Spender, ohne Ihre Unterstützung wäre die Realisierung dieses Vorhabens nicht möglich gewesen.

 

Heike Bernstorff

Bürgerverein Weferlingen e.V./ Vorstand

 

Ergebnisse des 3. Turmtreppenlaufs

 

Der 3. Turmtreppenlauf in Weferlingen ist Geschichte. Die Ergebnisse in der Kategorie in der Altersklasse bis 14 Jahre sind sensationell.

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Der Gewinner, Taro Peine ist noch keine 10 Jahre alt und flitzte in 49 Sekunden auf die oberste Plattform. Damit stellte in der Kinderkategorie einen neuen Rekord auf. Der Vorjahressieger, Leonhard Grebe lief in 50 Sekunden und unterlag mit einer Sekunde Rückstand. Er verbesserte seine Vorjahresleistung um 12 Sekunden. Lena Hartmann und Xander Wels belegten mit einer identischen Zeit von 55 Sekunden gemeinsam den dritten Platz. Insgesamt gingen 11 Kinder an den Start.DSC_0035be

Ersmals starteten Männer und Frauen in zwei Gruppen. Bei den Frauen gab es leider nur zwei Anmeldungen, die Handballfrauen hatten an diesem Nachmittag ein Spiel. Somit gingen zwei Läuferinnen an den Start. Christin Hamann lief in 53,95 Sekunden die 149 Stufen hinauf. Sie nahm bereits zum dritten Mal am Lauf Teil. Die zweite Läuferin, Melanie Fellecke, absolvierte den Lauf in 1Minute und 13 Sekunden. Die junge Mutti, die erst vor 9 Wochen ihr zweites Kind bekommen hat, erkämpfte sich den zweiten Platz in einer durchaus guten Zeit.be

Das Duell der Männer um den ersten Platz hätte spannender nicht sein können. Der Vorjahresdritte, Szolt Orozlan, startete als erster und lief in einer Traumzeit von 46,65 Sekunden die 149 Stufen nach oben. Holger Papajewski, der Sieger von 2017 und 2018, startete als zweiter. Er schaffte den Hattrick und siegte mit 46,27 Sekunden. Viel knapper hätte die Entscheidung kaum ausfallen können.ber

Bedanken wollen wir uns als Veranstalter bei der freiwilligen Feuerwehr Weferlingen. Die Kameraden sicherten im Turm die Podeste und sorgten für die notwendige Aufsicht beim Lauf.DSC_0056be

Weiterhin bedanken wir uns beim Autohaus Heinicke, speziell beim Geschäftsführer Dietmar Steffens, der durch sein Sponsoring über VW -DasWeltAuto- die Siegerprämien finanzierte.DSC_0061be

Wer einmal selbst die Stufen im Sprint oder auch nur ganz gemütlich erklimmen möchte, der ist herzlich zu unseren Öffnungszeiten eingeladen. Natürlich kann man auch im nächsten Jahr für einen neuen Rekord sorgen und sich am 4. Turmtreppenlauf beteiligen.

Max Peiffer Watenphul war Bauhaus-Schüler – Ausstellung in der Kirche ist dem in Weferlingen geborenen Maler gewidmet

Quelle Slider: https://peifferwatenphul.de/de/vita/kurzbiografie/

In Weferlingen erinnert vieles an den Maler Max Peiffer Watenphul: Eine Tafel an der Adler-Apotheke, seinem Geburtshaus. Eine weitere Tafel am Nachbarhaus, denn hier gibt es in einem Hofgebäude ein Fenster, das Hanna Unger, eine Schülerin des Malers gestaltet hat. Und besonders eindruckvoll eine Dauerausstellung in der evangelischen St.-Lamberti-Kirche.

Er ist ohne Zweifel „eine der wichtigen Persönlichkeiten“ von Weferlingen, wie es Rosemarie Bergk in einem Brief an das ZDF geschrieben hatte. Anlass für ihren Brief war die Dokumentation „Die Bauhaus-Revolution“, die sie im Fernsehen gesehen hatte. Und sie vermisste darin einen Hinweis auf den Maler Max Peiffer Watenphul, einen bedeutenden Bauhaus-Schüler.

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Rosemarie Bergk betreut seit mehreren Jahren die Ausstellung, die Max Peiffer Watenphul gewidmet ist. Archivfoto: Marita Bullmann

Vom Zuschauerservice des ZDF erhielt sie Antwort, die sie in ihrer Meinung bestätigt: „Max Peiffer Watenphul war ein bedeutender und renommierter Maler im Bauhaus-Kontext. Sicher wäre er einmal einer größeren Würdigung wert. Angesichts der Materialfülle, die es zum Thema Bauhaus gibt, mussten wir allerdings auswählen und uns konzentrieren. Wir haben verstärkt die Architektur betrachtet. Auch Maler wie Wassily Kandinsky konnten wir nicht berücksichtigen.“

Da Max Peiffer Watenphul trotz mehrfacher Hinweise auf ihn in seinem Geburtsort Weferlingen auch in der Region noch immer vielen nicht unbekannt ist, will die Volksstimme hier vor allem seinen Bezug zum Bauhaus deutlich machen.

Max Peiffer wurde am 1. September 1896 in Weferlingen als Sohn des Apothekers Karl Josef Emil Peiffer und seiner Frau Anna geboren. Leider starb sein Vater bereits 1903. Seine Mutter heiratete 1906 den Gymnasiallehrer Dr. Heinrich Watenphul. 1919 entschloss sich Max Peiffer den Doppelnamen Peiffer Watenphul zu führen.

Zur Malerei kam der junge Mann erst nach Medizin- und Jurastudium, obwohl er schon von Kindheit an gemalt hatte. Auslöser war eine Begegnung mit dem Maler Paul Klee. Durch Paul Klee kam er 1919 auch nach Weimar. Über diese Zeit schrieb seine Nichte Alessandra Pasqualucci in einer Biographie: „Max Peiffer Watenphul wird Schüler am Bauhaus Weimar. Von Walter Gropius erhält er die Erlaubnis, in allen Werkstätten zu hospitieren, er bekommt ein eigenes Atelier und besucht den Vorkurs von Johannes Itten. Bis 1923 Wohnsitz in Weimar.“

Peiffer Watenphul reiste viel, 1921 auch zum ersten Mal nach Italien, das Land, das ihn nicht wieder losließ. 1922 arbeitete er auch in der Emailwerkstatt von Maria Cyrenius in Salzburg, einer ehemaligen Mitschülerin am Bauhaus. Reisen führten ihn unter anderem nach Kuba, Mexiko, Jugoslawien, Frankreich, Marokko, Griechenland und in den Libanon. Es entstanden große Landschaftsimpressionen. Als Lehrer für allgemeinen künstlerischen Entwurf an der Folkwangschule in Essen konnte er auch das während der Bauhauszeit entstandene Interesse an der Fotografie verwirklichen, schrieb seine Nichte. Und sie berichtete, dass ihm 1933 der Carnegie „Adittional Award“ für ein Blumenstillleben verliehen wurde, „das seit seiner Beschlagnahme durch die Nationalsozialisten 1937, nachdem es als Besitz der Nationalgalerie in der Schandausstellung ,Entartete Kunst‘ in München gezeigt worden war, als verschollen gelten muss.“ Ab1941, nach mehrjährigem Italienaufenthalt, unterrichtete der Maler an der höheren Fachschule für textile Flächenkunst in Krefeld, ab 1943 an der Kunstgewerbeschule in Salzburg. 1946 zog er zu seiner Schwester nach Venedig, später nach Rom. In Venedig war auch 1948 seine erste Einzelausstellung zu sehen. Eindrücke seiner Reisen bestimmten sein künstlerisches Schaffen, er illustrierte aber auch literarische Werke. 1969 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Der Maler starb kurz vor seinem 80. Geburtstag am 3. Juli 1976 in Rom.

Bei DuMont ist ein Werkverzeichnis des Malers mit 4000 Bildern in zwei Bänden erschienen, zusammengestellt von seiner Schwester und Nichte. Dazu heißt es: „Er war Italien-Enthusiast und gebildeter Weltbürger, ein von Paul Klee bezauberter Bauhausschüler, der von Rousseau und Chagall inspiriert zum ,Lyriker der Malerei und heiteren Interpreten des Unscheinbaren‘ (Neue Zürcher Zeitung) wurde. Dabei liegt die Wirkung seiner Landschaften und Stillleben in der edlen Bescheidenheit. Sein Interesse an Farbe und Licht der mediterranen Welt machte ihn zu einem Meister des Aquarells.“

Die Ausstellung in der St.-Lamberti-Kirche in Weferlingen, die 2012 eingeweiht wurde, gewährt einen kleinen Einblick in das malerische und druckgraphische Schaffen des Künstlers. Zu sehen sind 15 Reproduktionen von Gemälden, Aquarellen und Lithographen. Die Originale befinden sich im Städtischen Museum Braunschweig und in der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Die Ausstellung ist an jedem dritten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: Volksstimme Haldensleben- Lokalteil, Marita Bullmann

Turmtreppenlauf am 01. September 2019

IMG-20190716-WA0000Der Turmtreppenlauf findet in diesem Jahr erstmals in 3 Läufen statt. Kinder bis 14 Jahre laufen in einer Gruppe, Frauen und Männer starten in getrennten Gruppen. Das Anmeldeformular finden die Teilnehmer im Veranstaltungskalender der Homepage. Wir wünschen Euch viel Spaß bei der Teilnahme und maximale Erfolge. Die ersten drei Läufer jeder Gruppe werden prämiert, die Gruppensieger erhalten einen Wanderpokal.

Ausstellung zum Museumstag im Museum Weferlingen war sehr gut besucht

André Muhs aus Weferlingen haben es Blechspielzeuge aus DDR-Produktion angetan. Zum Museumstag stellte er sein Hobby vor.

Von Carina Bosse / VolksstimmeAR-190529382.jpg&MaxW=505&ImageVersion=default&NCS_modified=20190523000000

Weferlingen l Reparieren, Aufbauen, wieder in Schuss bringen, das ist die Leidenschaft von André Muhs. Seit Anfang des neuen Jahrtausends sammelt er mechanische Blechspielzeuge aus DDR-Produktion. In seinem Gästezimmer daheim in Weferlingen sammeln sich die Raupen und Stapler samt Zubehör. Leicht „blecht“ er schonmal mehrere 100 Euro für eine Raupe oder einen Gabelstapler, echte Raritäten eben, denn sie werden seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt.IMG_7687

Hoch im Kurs stehen sogar die Verpackungen. Unglaublich, dass man in Sammlerkreisen für einen leeren Originalkarton schon einmal 300 Euro hinlegen muss, um ihn zu erstehen. „Davon gibt es nur noch drei bekannte Originalkartons“, zeigt André Muhe auf einen recht unscheinbaren Kasten, einer davon in Schönebeck, einer in Weferlingen in seiner eigenen Hand. Einen Karton hat er sogar noch nie geöffnet, das Fahrzeug samt Verpackung befindet sich im absoluten Neuzustand. Dass der Inhalt stimmt, hat ein Sammlerfreund aus Dresden herausgefunden. Er ließ den Karton im Rahmen eines Tages der offenen Tür in einem Klinikum röntgen. Da es sich um Blech handelt, sind die Umrisse des Inhalts sehr gut zur erkennen. Zwei Aufnahmen hat André Muhs davon in seinem Besitz.

Mit Dachbodenfund fing es an

Auf dem Dachboden der elterlichen vier Wände ist er einstmals erstmals fündig geworden. Das Spielzeug wieder heil zu bekommen und in Gange zu setzen, macht ihm Freude, doch es sollte noch eine Weile dauern, bis aus diesem Spaß echte Leidenschaft wurde. Zwei Kinder, Frau, Beruf und Haus verhinderten weitere Anschaffungen, auch Zeit fehlte ihm. Seit er von Magdeburg über Helmstedt und Grasleben in Weferlingen gelandet ist, findet er mehr Zeit und Muße für sein Hobby. Heute stöbert der „Raupendoktor“ gern im Internet, wird bei ebay oder in den Kleinanzeigen fündig. Eine ganze Vitrine zum Internationalen Museumstag im Heimat- und Apothekenmuseum füllten nagelneue Original-Ersatzteile solcher Spielzeuge, auf Hochglanz poliert und sofort bereit, verbaut zu werden. Es hat sich herumgesprochen, dass er repariert, immer mal wieder gibt es Anfragen zu solchen Aktionen. „Bloß nicht nachmalen, was original vorhanden ist“, sagt André Muhs. Diesen Kardinalfehler habe er nur einmal gemacht und daraus gelernt, denn damit ist das Original hinüber.EP-190529382.jpg&MaxW=620&ImageVersion=default&NCS_modified=20190523000000&filename

Sein weitester Einkauf stammt übrigens aus den USA, genauer aus Columbus in Ohio. Erst im April hatte André Muhs das Fahrzeug, eine Raupe, von dort erhalten, „in Schnäppchen – trotz saftigen Portos und Zollgebühren.“ Aber auch in Tschechien, Polen, den Niederlanden oder Italien wurde er schon fündig, meist über das Internet. Verkauft hat André Muhs schon bis Japan. Die Blechspielzeuge wurden oft ins Ausland verkauft, um für die DDR Devisen zu beschaffen. Da sind die mechanischen Spielzeuge dann oft hängengeblieben und irgendwann irgendwo versteckt vergessen worden.

Blockbatterien aus DDR-Zeit

Es tut André Muhs regelrecht weh, wenn er im Internet sieht, dass die Raritäten zu einem Schnäppchenpreis angeboten werden. „Die Anbieter wissen oft gar nicht, welche Besonderheit sie da in ihrem Besitz haben.“ Er hat sogar schon Fahrzeuge wiedergekauft, die einmal in seinem Besitz waren und von ihm wieder auf Vordermann gebracht worden sind. Das Modell aus den USA war übrigens trotz saftigem Porto und trotz Zoll ein echtes Schnäppchen, freut er sich.IMG_7694

Ältere Modelle sind meist in einem besseren Zustand als die Spielzeuge aus den 1980er Jahren. Das liegt ganz einfach daran, sagt André Muhs, dass zur späteren Zeit minderwertige Metalle verwendet worden sind. Sie rosten viel schneller, bei älteren Modellen beobachtet er Rost häufig nur dort, wo mal Batterien ausgelaufen sind. Apropos, die typischen Blockbatterien aus DDR-Zeiten gibt es ja mittlerweile nicht mehr, aber ähnliche aus anderer Herstellung. Die ordert er meistens gleich in größeren Chargen, um den Preis ein wenig zu drücken. Ältere Modelle sind schon mit Fächern für die heute typischen runden Batterien ausgestattet.IMG_7679

Kinder- und Markgrafenfest am 1. Juni 2019

Am 1. Juni findet unser diesjähriges Markgrafenfest in Verbindung mit dem Internationalen Kindertag und zwei Jubiläen statt. Das Rathaus wird 100 Jahre alt und die Kinderfeuerwehr- Weferlingen feiert mit uns ihr fünfjähriges Bestehen. Ab 12.00 Uhr können sich die Kinder auf der Hüpfburg, dem Kinderkarussell und bei vielen Spielen vergnügen. Die Feuerwehr veranstaltet ein Entenrennen auf der Aller, versorgt die Kinder mit gesundem Obst und lässt per Wasserstrahl die Kegel purzeln. Der Hort lädt zum Basteln und Kinderschminken ein. Der Angelverein veranstaltet ein Zielpunktwerfen und das Wickingerschach, der Naturpark- Drömling informiert über das Biosphärenreservat, Ina Köhn führt kleine Zaubereien auf, die Jugendbegegnungsstätte veranstaltet Spiele und Basteln und die Tanzgruppen des MTV treten auf. Für das leibliche Wohl sorgen die Pilsfannenfreunde, der MTV, der Förderverein der Grundschule und der Bürgerverein (Getränke, Grillgut, Popcorn und Kaffee und Kuchen). Das Rathaus kann auch besichtigt werden. Die Vereine aus Weferlingen freuen sich über Euren Besuch!!!

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110 Besucher zur Saisoneröffnung mit Sonderausstellung zur 30jährigen Grenzöffnung Weferlingen-Grasleben

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Wo einst die Grenze mitten durch Deutschland lief, ist heute kaum noch erkennbar. Die Öffnung der Grenze vor 30 Jahren ist Geschichte. Doch das Jubiläum ist Anlass, die bewegte Zeit im Museum noch einmal lebendig werden zu lassen.

Wie lange dauert es, einen Kilometer Straße zu planen und zu bauen, noch dazu, wenn die Strecke gar nicht auf dem eigenen Territorium liegt? 1989 ging das in nicht mal einem Monat! Die Rede ist hier von der Straße zwischen Weferlingen und Grasleben. Jeden Tag rollen unzähligen Fahrzeuge auf der Straße zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, und nur die Älteren können sich noch an die Öffnung der Grenze vor 30 Jahren erinnern. Wie aber konnten damals Menschen zueinander kommen, wenn es zwischen ihnen Jahrzehnte gar keine Straße mehr gab? Die Antwort findet sich im Weferlinger Heimat- und Apothekenmuseum in zwei unscheinbaren Fotosteckalben. Sie ergänzen die neue Ausstellung zum Jubiläum der Grenzöffnung auf beeindruckende Weise.

Ulrich Pettke, der Vorsitzende des Oebisfelder Heimatvereins, hatte diese Alben erhalten und sie an den Bürgerverein Weferlingen weitergegeben, berichtet der ehrenamtliche Museumsleiter Gerd Müller. Entstanden waren sie im Straßenbauamt Wolfenbüttel, jetzt laden sie ein zum Blättern.

Die erste Nachricht verweist darauf, dass der Grasleber Samtgemeindedirektor Gerd Stötzel am Mittwoch, 15. November 1989, gegen 7.30 Uhr das Straßenbauamt Wolfenbüttel anrief und berichtete: „Auf der DDR-Seite beginnen heute die vorbereitenden Arbeiten zur Öffnung der Grenze. Bitte veranlassen Sie die erforderlichen Bauarbeiten auf unserer Seite.“

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Unverzüglich wurde auf niedersächsischer Seite die alte Pflasterstraße freigeschoben, so dass sie gut passierbar war. Am Sonnabend, 18. November, um 6 Uhr wurde dann die Grenze für Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer geöffnet. Bilder zeigen, dass es auf der DDR-Seite nicht mal einen ordentlichen Feldweg gab. Deshalb lud das Straßenbauamt Wolfenbüttel den damaligen Weferlinger Bürgermeister Michael Rigo am 27. November um 10 Uhr zu einem Termin an der Grenzstelle ein. Er hatte sich an das Straßenbauamt in Niedersachsen gewandt und um Hilfe bei der Instandsetzung der Strecke von der Grenzsäule bis zum Bahnübergang in Weferlingen auf Höhe der BHG gebeten, da die Gemeinde Weferlingen dazu nicht in der Lage sei. Gleich am Nachmittag wurde die etwa einen Kilometer lange alte Fahrbahn vermessungstechnisch aufgenommen und die neue Linienführung in Nachtarbeit festgelegt. Am nächsten Tag gegen 10 Uhr war die nördliche Fahrbahnkante abgesteckt.

„Nach straßenbautechnischer Abstimmung mit Vertretern der Straßenbaukollegen des Bezirkes Magdeburg (BDS), Ausarbeitung eines Leistungsverzeichnisses und nach Abgabe eines Angebots der Firma Jürs Bau begannen am Freitag, 1. 12. 1989, die Straßenbauarbeiten“, heißt es auf einer Notiz im Album. Entsprechende Fotos folgen. Dann die nächste Notiz: „Am 21. 12. 1989 sind die Straßenbauarbeiten so weit abgeschlossen, dass die förmliche Zwischenabnahme erfolgen kann und ab nächsten Tag Kfz-Verkehr freigegeben werden kann.“03_DSC_0091

Ältere werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass einen Tag vor Weihnachten nicht nur viele DDR-Bürger auf dieser Straße gen Niedersachsen fuhren, sondern auch viele Niedersachsen den Nachbarn hinter der nun offenen Grenze einen Besuch abstatteten.

Erinnerungen an diese Zeit zeigt die neue Sonderausstellung im Heimat- und Apothekenmuseum, die jeden dritten Sonntag im Monat ab 14 Uhr zu sehen ist. Sonderführungen sind nach Absprache möglich. Unter 039061 98903, oder heimat-apothekenmuseum [at] buergerverein-weferlingen . de. Mehrere Exponate gehen auch noch Jahrzehnte weiter in der Weferlinger Grenzgeschichte zurück. Gerd Müller hat die Ausstellung mit Bernd Hoffmann zusammengestellt. Natürlich lädt das Museum dann auch wieder zu Kaffee und Kuchen ein, und der Aussichtsturm „Grauer Harm“ kann bestiegen werden.

Sonderausstellung zum Internationalen Museumstag am 19. Mai 2019

Zum internationalen Museumstag, am 19.05.2019, ist im Weferlinger Heimat- und Apothekenmuseum eine Sonderausstellung zu sehen.
Sie widmet sich dem Blechspielzeug des Herstellers Mechanische Spielwaren Brandenburg an der Havel (MSB).
In der DDR war MSB der bedeutendste Hersteller mechanischer Spielwaren aller Art.
Designer Manfred Schindler gestaltete unzählige wunderschöne Spielzeuge.
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Diese Blechspielzeuge sind heute sehr selten und erfreuen in der Regel nur noch Sammlerherzen, sowie jene Leute, die sich von ihrem Spielzeug nicht trennen konnten.

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Raupenschlepper der älteren Baujahre

Ausgestellt werden Exponate ab 1957 bis Anfang der 80iger Jahre. Hauptsächlich Raupenschlepper, Planierraupen, Gabelstapler, Anhänger, Verpackungen, Zeitschriften, Versandhauskataloge, Druckplatten, Musterzimmerteile, nie verbaute Teile aus DDR Lagerbestand, MSB Untererlagen usw..
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Gabelstapler und Anhänger

Kinder haben die Möglichkeit, mit einigen Exponaten vor Ort, zu spielen. Hierbei können sie sich intensiv mit der „Mechanik“ beschäftigen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
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