In einer Bekanntmachung des Amtsvorstehers Reichwald in Weferlingen vom 16. Oktober 1917, die im Weferlinger Anzeiger veröffentlicht wurde, hieß es, dass bereits mehrere Anzeigen und Beschwerden darüber eingegangen seien, „dass von den Rübenwagen durch Kinder fortwährend Rüben entwendet werden. Es kommt ja vor, dass einige Rüben durch die Erschütterung auf dem Straßenpflaster vom Wagen fallen, und es wäre dann schade, wenn diese Rüben liegen bleiben und von den nachfolgenden Wagen überfahren und so der Ernährung von Menschen wie auch Vieh verloren gingen.“ Allerdings heißt es in der Bekanntmachung auch, es sei „beobachtet worden, dass Kinder, mit Stangen ausgerüstet, die Rüben vom Wagen stoßen und sogar auf die fahrenden Wagen steigen und große Mengen Rüben herunterwerfen. Gegen ein derartiges Treiben muss aber ganz energisch eingeschritten werden. Es ist daher die Pflicht der Eltern und Erzieher unserer Jugend, diese auf das Böse dieses Tuns und die Folgen hinzuweisen. Gendarme und Polizeibeamte sind angewiesen, mir jede von ihnen wahrgenommene Übertretung zur Anzeige zu bringen.“
Author Archives: Bürgerverein Weferlingen e.V.
Erfolgreiche Geflügelzüchter
Auf einer großen Geflügelausstellung in Magdeburg waren Geflügelzüchter der Region erfolgreich vertreten, vermeldete der Weferlinger Anzeiger am 18. Dezember 1921. Hohe Auszeichnungen erhielten in der Abteilung Hühner Dr. Nake aus Walbeck für Plymouth, Hermanns aus Weddendorf für Gold-Wyandottes, C.H. Thieme aus Weferlingen für Asseel. In der Abteilung Gänse wurden die Tiere von W. Moebius aus Weferlingen prämiert.
Bürgerverein baute neue Bänke auf
Drei neue Bänke hat der Bürgerverein Weferlingen wieder in diesem Frühjahr aufstellen lassen, zwei im Riesen und eine im Hagholz, schrieb der Weferlinger Anzeiger am 18. Mai 1918. Dazu hieß es weiter: „Hoffentlich werden diese Bänke nicht wieder zerstört, wie wir es leider schon seit Jahren erfahren mussten. Die im vorigen Jahre vom Bürgerverein gespendeten Bänke wurden sogar bald nach der Aufstellung gestohlen, was jetzt doppelt zu beklagen ist, da auch die Holzwaren sehr im Preise gestiegen sind. Die Bänke sind besonders für schwächliche und erholungsbedürftige Spaziergänger eine große Annehmlichkeit. Vielleicht hilft dieser Hinweis, dass unsere Halbstarken ihre Zerstörungswut nicht mehr an den Bänken auslassen.“
Hühner zerkratzten Grabanlagen
„Es wird wieder darüber geklagt, dass die Grabanlagen auf unserem Friedhofe von Hühnern zerkratzt werden. Sollten die betreffenden Besitzer der Hühner den Tieren von jetzt ab das Betreten des Friedhofs nicht ernstlich verwehren, so werden wir uns genötigt sehen, Strafanzeige zu erstatten“, schrieb der Weferlinger Gemeindekirchenrat in einer Annonce im Weferlinger Anzeiger Mitte Mai 1918. Der Appell wird aber wohl nicht lange angehalten haben, denn in einem Inserat im Weferlinger Anzeiger vom 21. März 1920 appellierte der Gemeindekirchenrat erneut, „die an den hiesigen Friedhöfen angrenzenden Einwohner werden ersucht, mit Rücksicht auf die Gräber die Hühner auf dem Gehöft zu behalten.“
Praktischer Arzt öffnete Praxis wieder
„Aus dem Felde zurück übernehme ich meine ärztliche Tätigkeit vom 1. Januar 1919 wieder“, inserierte der praktische Arzt Dr. Krüger Ende Dezember 1918 im Weferlinger Anzeiger. Und er gab auch seine Sprechstunden in Weferlingen bekannt: „Wochentags 1- 2 Uhr, sonntags 8 – 9 ½ Uhr.“
Konsumverein zog zum Kirchplatz
Der Allgemeine Konsumverein Weferlingen informierte die Leser des Weferlinger Anzeigers am 25. Dezember 1918, dass am letzten Sonntag im Dezember sowie am Montag und Dienstag in den Geschäftsräumen im Steinweg wegen des Umzugs zum neuen Geschäftsgrundstück am Kirchplatz 2 kein Verkauf mehr stattfindet. Die Eröffnung der neuen Geschäftsräume wurden für den Nachmittag des 31. Dezembers angekündigt, teilte Ernst Täger im Namen des Vorstands des Konsumvereins mit.
Giftige Gase in einem Brunnen
Bei einer Untersuchung des Brunnens des Wärterhauses am Eisenbahn-Übergang an der Döhrener Landstraße Mitte August 1921 stellte man giftige Gase fest. Als man daraufhin den Klempner Eichelmann nach oben ziehen wollte, riss der um ihn geschnallte Gurt und E. fiel auf die im Brunnen befindlichen Eisenbalken, schrieb der Weferlinger Anzeiger. Der Klempner Siemann stieg zum zweiten Male in den Brunnen und holte Eichelmann heraus. Die durch das Aufschlagen hervorgerufenen Verletzungen des Verunglückten, bei dem der Sauerstoff-Apparat eingesetzt wurde, seien nicht so schwer, wie man anfänglich befürchtete, hieß es in der Zeitung. Siemann, der ebenfalls durch Einatmen der Gase gelitten hatte, werde in einigen Tagen wieder ganz munter sein.
Säuglingsfürsorge in Weferlingen
„Für Weferlingen und die umliegenden Ortschaften Siestedt, Ribbensdorf, Seggerde, Döhren und Hödingen ist eine Fürsorgestelle in Weferlingen im Gasthof zum Kronprinzen (Hensel) eingerichtet worden, in der vom 20. Juni ab regelmäßig an jedem Donnerstag in der Zeit von 4 – 5 Uhr nachmittags ärztliche Sprechstunden für Mütter und deren Kinder abgehalten werden“, teilte Bürgermeister Fritz Becker Mitte Juni 1918 den Lesern mit. Den Besuchern erwachsen dadurch keine Kosten, stand in der Bekanntmachung. „Vorzustellen sind nicht nur kranke und körperlich zurückgebliebene Kinder, sondern auch die gesunden Kinder sind regelmäßig vom Arzt zu besichtigen, da auch äußerlich gesund aussehende Kinder infolge innerer Leiden oft ärztlicher Hilfe bedürfen. Es wird dringend gewünscht, dass alle Kinder dem Arzt vorgestellt werden und von dieser segensreichen Einrichtung der größtmöglichste Gebrauch gemacht wird.“
Beamten-Vereinigung gebildet
Unter dem Namen Beamten-Vereinigung Weferlingen habe sich eine Vereinigung der Beamten und Lehrer gebildet, berichtete der Weferlinger Anzeiger Mitte November 1919. Der alte Weferlinger Beamtenverein sei in der neuen Vereinigung aufgegangen. „Die Vereinigung erstrebt den Zusammenschluss sämtlicher Reichs-, Staats-, Provinzial-, Gemeindebeamten und Lehrer Weferlingens“, hieß es. „Ihr Zweck ist allein die Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Beamtenschaft. Sie will nicht in Wettbewerb treten mit den schon bestehenden Geselligkeitsvereinen. Es wird erwartet, dass alle diejenigen Beamten und Lehrer, welche in der Gründungsversammlung nicht anwesend sein konnten, möglichst bald ihren Beitritt erklären.“
Kein Markgrafenfest 2021
Markgraf Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth wird in diesem Jahr wohl nicht richtig zum Zuge kommen. Jedenfalls wird es auch in diesem Jahr kein großes Markgrafenfest geben. Bürgerverein und Kirchengemeinde sind sich darüber einig, dass das 2020 schon einmal verschobene Fest auch 2021 noch nicht umsetzbar sein wird. Lutz Otto Westphal, der den Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth seit 2008 verkörpert, kann muss daher auch nicht in das historische Gewand schlüpfen.
Schon im vergangenen Jahr sollte die Restaurierung des Mausoleums des Markgrafen und der 300. Jahrestag der Einweihung der St.-Lamberti-Kirche mit einem großen Fest begangen werden. Doch Corona kam dazwischen. Zu diesem besonderen Fest war auch eine Theateraufführung geplant. Antje Almus-Walther, die Initiatorin der Theatergruppe, hatte dafür das Stück über den Markgrafen, das 2008 zu seinem 300. Geburtstag aufgeführt wurde, etwas bearbeitet. Damals hatte Petra Schiemann dieses Stück geschrieben und mit Schülern aufgeführt. In der überarbeiteten Version werden Kinder und Erwachsene gemeinsam spielen. Allerdings ist es wegen der Einschränkungen nicht möglich, das Stück einzustudieren. Daher hoffen alle auf 2022.
Der Bürgerverein will in diesem Jahr andere Arbeiten in Angriff nehmen, am Mausoleum und an der Stele für Maximilian Wahnschaffe muss zum Beispiel der Kies erneuert werden. Weitere ähnliche Arbeiten sind zu erledigen.
Vereinsvorsitzender Heiko Kloß hofft, dass wenigstens das Heimat- und Apothekenmuseum geöffnet werden kann. Die Vorbereitungen für eine Ausstellung zum 140. Geburtstag des MTV laufen. Wie es mit dem Tag des offenen Denkmals und dem Turmtreppenlauf aussehen wird, ist noch nicht absehbar.