Stück für Stück wird Mausoleum saniert

Volksstimme vom 05.02.2016
Gerald Wolters zeigt an Aktionstagen wie dem Tag des offenen Denkmals öfter die Teile einer Figur, die einst auf dem Dach des Mausoleums stand. Die Figur ist nicht mehr komplett erhalten.

Gerald Wolters zeigt an Aktionstagen wie dem Tag des offenen Denkmals öfter die Teile einer Figur, die einst auf dem Dach des Mausoleums stand. Die Figur ist nicht mehr komplett erhalten.

Der Bürgerverein Weferlingen hofft, das Mausoleum des Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth bis zu seinem 250. Todestag sanieren zu können.

Von Anett Roisch

Gerald Wolters, Vorsitzender des Bürgervereins Weferlingen setzt darauf, dass 2017 mit der grundlegenden Sanierung des Mausoleums des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth begonnen werden kann. Der Verein hatte vor mehreren Jahren einen Vertrag mit der evangelischen Kirchgemeinde geschlossen, in dem vereinbart wurde, dass sich der Bürgerverein um die Sanierung des Mausoleums bemüht. Die Kirchgemeinde sah sich dazu nicht in der Lage. Das Mausoleum wurde im 18. Jahrhundert direkt an die St.-Lamberti-Kirche angebaut und gehört damit auch zur Kirchgemeinde.

Das Mausoleum ist eins der bedeutendsten barocken Denkmäler seiner Art in Norddeutschland. Der Halberstädter Baumeister Bartoli hat es von 1766 bis 1768 erbaut. Der Markgraf hatte sich dieses Grabmal erbauen lassen, weil ihm offensichtlich seine Kinderjahre in Weferlingen in bester Erinnerung waren. Sein Wunsch wurde allerdings nicht respektiert, er wurde in der Familiengrabstätte in Himmelkron in Franken beigesetzt. Friedrich Christian hatte in Verbundenheit zu Weferlingen hier auch die Markgräflich Kulmbach-Bayreuthsche Stiftung begründet, die Not lindern half. Die Stiftung hat Jahrhunderte überdauert, sie wurde in den vergangenen Jahren den neuen gesetzlichen Gegebenheiten angepasst.

Seiner Verbundenheit zu Weferlingen ist wohl auch die Inschrift auf der mit Ranken umgebenen Platte über der Tür zum Mausoleum zu erklären, die heißt: „Friedrich Christian, Prinz von Preußen, Markgraf zu Brandenburg-Kulmbach, hat sich noch bei Lebzeiten dieses Grabmal mit großen Kosten und noch größerer Frömmigkeit errichten lassen, um einst von demselben Boden, dem er entsprossen ist, aufgenommen zu werden, in heimischer Erde zu ruhen, und im Jahre 1766, nach Eintritt in sein 58. Lebensjahr, weihte er es seiner Asche. Ein frommer, glücklicher, gütiger und freigebiger Fürst ist ewigen Ruhmes wert. Wen seine Zeit bewundert, den bewundert auch die Nachwelt.“ Das Mausoleum ist ein imposantes Bauwerk, das schon von weitem auf dem Kirchberg vor dem Gotteshaus sichtbar ist. Dass sich auch viele Fremde das Denkmal ansehen, weiß kein anderer besser als Gerald Wolters. Denn er wohnt gleich nebenan.

Der Bürgerverein sammelt seit Jahren Spenden für die Sanierung des Mausoleums und trägt Erlöse von Aktionen zusammen, um die Eigenmittel zusammenzubekommen, die für dieses Vorhaben nötig sind. Dazu gehört beispielsweise alljährlich der Verkauf eines Weferlinger Kalenders, den Joachim Hoeft entwirft. Aber auch so manches Stück Kuchen wurde in alle den Jahren bereits für den guten Zweck verspeist, führt der Vereinsvorsitzende nur zwei Beispiele an.

Fast 10 000 Euro hat der Bürgerverein in den vergangenen Jahren bereits investiert, erläutert Gerald Wolters. Diese Summe ist unter anderem angefallen für ein bauliches Gutachten und für ganz dringende Sanierungsarbeiten, beispielsweise am Dach. Für das Gutachten hat der Verein einen Zuschuss aus der kreislichen Förderung für Leader-Projekte erhalten. Für die in den nächsten Jahren anstehenden Arbeiten setzt der Verein auf Förderung aus dem Leader-Programm.

Zunächst aber sind Arbeiten zur Sanierung des Fundaments geplant, die der Verein wieder allein bezahlt. Diese Arbeiten sind abhängig vom Wetter, sagt der Vereinsvorsitzende.

Die Vorbereitungen für den nächsten Schritt, der 2017 beginnen soll, laufen. „Zuerst müssen wir das Dach dicht machen, dafür hoffen wir auf Fördermittel“, erklärt Gerald Wolters. Rund 22 000 Euro sind für den Sanierungsabschnitt veranschlagt. Doch das ist längst nicht alles. Eine Figur ist bereits vor Jahren vom Dach gefallen, ob sie je wieder ersetzt werden kann, ist überaus fraglich, andere Arbeiten zur Sicherung des barocken Denkmals haben Vorrang.

Die einzelnen Schritte sollen in diesem Jahr weiter vorbereitet werden. Ziel des Vereins ist, das Mausoleum 2019 zum 250. Todestag des Markgrafen in größtenteils saniertem Zustand präsentieren zu können. Die Bewegung, das Erbe des Markgrafen aufzuarbeiten, war 2008 in Gang gekommen, als der 300. Geburtstag des Markgrafen mit einem großen Fest begangen wurde. Der Bürgerverein wurde dann auch erst aus der zuvor bestehenden Arbeitsgruppe Fachwerkstraße gegründet.

Der Markgraf Friedrich Christian hat von 1763 bis zu seinem Tod 1769 in Kulmbach-Bayreuth regiert. Vor ihm herrschten sein älterer Bruder Georg Friedrich Karl von 1726 bis 1735, dann sein Neffe Friedrich, der ebenfalls in Weferlingen geboren wurde, von 1735 bis 1763. Mit dem Tod von Friedrich Christian ging die Ära der so genannten Weferlinger Linie in der fränkischen Herrschaft zu Ende.

Geschichte bewahren und den Ort beleben

Beitrag der Volksstimme vom 25.01.2016 von Marita Bullmann.

Der Tag des offenen Denkmals zieht in Weferlingen alljährlich viele Menschen in den Ortskern, auch zum Mausoleum des Markgrafen. Foto: privat

Der Tag des offenen Denkmals zieht in Weferlingen alljährlich viele Menschen in den Ortskern, auch zum Mausoleum des Markgrafen. Foto: privat

Der Bürgerverein Weferlingen kann in diesem Jahr zwei Jubiläen begehen, eins davon ist sein 120. Geburtstag.

Von

Weferlingen

Seinen 120. Geburtstag kann der Bürgerverein Weferlingen in diesem Jahr begehen. Der Verein wurde zwar 2008 neu ins Leben gerufen, baut aber auf den Traditionen des Vereins auf, der über Jahrzehnte das Leben im Ort maßgeblich mitbestimmte. Durch die Fusion mit dem Kulturverein 2010 wurden Traditionen aufgenommen, die vom Bürgerverein auch über den früheren Kulturbund erhalten geblieben sind.

Hervorgegangen ist der Bürgerverein aus der 2006 gegründeten Arbeitsgruppe Fachwerkstraße. Das Ziel dieser Gruppe bestand darin, den Ort zu beleben, vor allem den geschichtlich interessanten Ortskern mit vielen Fachwerkbauten. Mehrere Häuser sind hier dem Verfall preisgegeben. Einige Hausbesitzer haben ihre Häuser aber auch mit viel Liebe restauriert. Davon würden sich die Vereinsmitglieder, inzwischen sind es mehr als 50 Mitglieder, noch mehr wünschen.

Fachwerkhäuser erhalten

Seit Januar 2008 gehört Weferlingen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte an.

„Wir haben schon viel geschafft zur Belebung des Ortes“, sagt Gerald Wolters, Vorsitzender des Bürgervereins. Ein Postmeilenstein wurde restauriert und an einem günstigeren Platz nur wenige Meter von seinem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt. Für den Heimatforscher und Insektenkundler Maximilian Wahnschaffe wurde ein Gedenkstein aufgestellt, sein Grab auf dem Weferlinger Friedhof wird hergerichtet.

Die Büste des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach Bayreuth, die der Bürgerverein 1902 eingeweiht hatte, wurde restauriert. Die Sanierung des Mausoleums des Markgrafen an der evangelischen Kirche St. Lamberti ist die größte Aufgabe, die sich der Verein gestellt hat. Seit Jahren werden dafür Spenden gesammelt und Eigenmittel mit Aktionen erarbeitet.

Denkmale bewahren

Ein weiteres Denkmal soll noch geborgen und restauriert werden und einen neuen Standort erhalten. Dafür laufen die Vorbereitungen. Diese Zeugnisse aus früheren Zeiten müssen unbedingt bewahrt werden, meint der Vereinsvorsitzende, „sie erinnern an das Leben unserer Vorfahren und machen den Ort attraktiver.“ Nicht nur Gäste, sondern auch Einheimische bleiben beispielsweise an den Informationstafeln der Geschichtsmeile stehen, die Vereinsmitglieder an Häusern in Weferlingen und neben Gedenksteinen angebracht haben.

Auch das Heimat- und Apothekenmuseum, das der Bürgerverein betreibt, ermöglicht einen Blick in die Geschichte des Fleckens. Ein Blick vom Bergfried, dem „Grauen Hermann“, auf die waldreiche Umgebung macht deutlich, dass der Ort im Allertal ein wahres Kleinod ist. In der warmen Jahreszeit sind Museum und Aussichtsturm an zwei Sonntagen im Monat oder nach Absprache geöffnet. Höhepunkte sind der Internationale Museumstag am 22. Mai und die Süße Tour am 15. und 16. Oktober.

 

Dazu kommt der Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr unter dem Motto steht „Gemeinsam Denkmale erhalten.“

Angesichts der vielen Aufgaben, die von Jahr zu Jahr wachsen, wird der Bürgerverein in diesem Jahr kürzer treten und seine Kräfte stärker konzentrieren, kündigt der Vereinsvorsitzende an.

Leute in den Ortskern holen

Ganz wichtig ist dem Bürgerverein jedoch, dass der Ortskern weiter mit Veranstaltungen belebt wird. Dazu gehört der Tag des offenen Denkmals am 11. September, an dem der Ortskern zu einer großen Festmeile wird. Doch die finanziellen Belastungen müssen auf alle Beteiligten verteilt werden, bisher habe sie der Bürgerverein allein getragen. Dieser Aktionstag, den der Bürgerverein 2009 ins Leben gerufen hat, wird sehr gut besucht.

Burg Weferlingen Rundflug

Die Burg in Weferlingen, bzw. „Altes Schloss“, ist eine Sumpfburg aus dem 12. Jahrhundert. Sie diente ihren Burgherren als Sitz und war durch ihr doppeltes Grabensystem und ihre Burgmauer eine sichere Festung. Der Burgturm aus dem Jahre 1250 diente als Fluchtturm bei eventuellen Belagerungen.
Die Burg erfuhr in den Jahren 2006- 2012 eine umfassende Sanierung. In Form von Kronenbefestigungen und des Ausbaus des Burgturms als Besichtigungsturm wurden Fördermittel aus der Europäischen Kommission, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des ländlichen Raums, dem Leader, der Stadt Oebisfelde-Weferlingen und der Aktionsgruppe Flechtinger Höhenzug verbaut.

Rundflug über die Burg Weferlingen

Öffnungszeiten Burgturm

Blick vom Turm 

Eröffnung des Bergfieds

Pressebericht

Bergfried im Umbau

 

Zurück zum Anfang

Marquee Powered By Know How Media.