Bürgerverein baute neue Bänke auf

Drei neue Bänke hat der Bürgerverein Weferlingen wieder in diesem Frühjahr aufstellen lassen, zwei im Riesen und eine im Hagholz, schrieb der Weferlinger Anzeiger am 18. Mai 1918. Dazu hieß es weiter: „Hoffentlich werden diese Bänke nicht wieder zerstört, wie wir es leider schon seit Jahren erfahren mussten. Die im vorigen Jahre vom Bürgerverein gespendeten Bänke wurden sogar bald nach der Aufstellung gestohlen, was jetzt doppelt zu beklagen ist, da auch die Holzwaren sehr im Preise gestiegen sind. Die Bänke sind besonders für schwächliche und erholungsbedürftige Spaziergänger eine große Annehmlichkeit. Vielleicht hilft dieser Hinweis, dass unsere Halbstarken ihre Zerstörungswut nicht mehr an den Bänken auslassen.“

Hühner zerkratzten Grabanlagen

 „Es wird wieder darüber geklagt, dass die Grabanlagen auf unserem Friedhofe von Hühnern zerkratzt werden. Sollten die betreffenden Besitzer der Hühner den Tieren von jetzt ab das Betreten des Friedhofs nicht ernstlich verwehren, so werden wir uns genötigt sehen, Strafanzeige zu erstatten“, schrieb der Weferlinger Gemeindekirchenrat in einer Annonce im Weferlinger Anzeiger Mitte Mai 1918. Der Appell wird aber wohl nicht lange angehalten haben, denn in einem Inserat im Weferlinger Anzeiger vom 21. März 1920 appellierte der Gemeindekirchenrat erneut, „die an den hiesigen Friedhöfen angrenzenden Einwohner werden ersucht, mit Rücksicht auf die Gräber die Hühner auf dem Gehöft zu behalten.“

Konsumverein zog zum Kirchplatz

Der Allgemeine Konsumverein Weferlingen informierte die Leser des Weferlinger Anzeigers am 25. Dezember 1918, dass am letzten Sonntag im Dezember sowie am Montag und Dienstag in den Geschäftsräumen im Steinweg wegen des Umzugs zum neuen Geschäftsgrundstück am Kirchplatz 2 kein Verkauf mehr stattfindet. Die Eröffnung der neuen Geschäftsräume wurden für den Nachmittag des 31. Dezembers angekündigt, teilte Ernst Täger im Namen des Vorstands des Konsumvereins mit.

Giftige Gase in einem Brunnen

Bei einer Untersuchung des Brunnens des Wärterhauses am Eisenbahn-Übergang an der Döhrener Landstraße Mitte August 1921 stellte man giftige Gase fest. Als man daraufhin den Klempner Eichelmann nach oben ziehen wollte, riss der um ihn geschnallte Gurt und E. fiel auf die im Brunnen befindlichen Eisenbalken, schrieb der Weferlinger Anzeiger. Der Klempner Siemann stieg zum zweiten Male in den Brunnen und holte Eichelmann heraus. Die durch das Aufschlagen hervorgerufenen Verletzungen des Verunglückten, bei dem der Sauerstoff-Apparat eingesetzt wurde, seien nicht so schwer, wie man anfänglich befürchtete, hieß es in der Zeitung. Siemann, der ebenfalls durch Einatmen der Gase gelitten hatte, werde in einigen Tagen wieder ganz munter sein.

Säuglingsfürsorge in Weferlingen

„Für Weferlingen und die umliegenden Ortschaften Siestedt, Ribbensdorf, Seggerde, Döhren und Hödingen ist eine Fürsorgestelle in Weferlingen im Gasthof zum Kronprinzen (Hensel) eingerichtet worden, in der vom 20. Juni ab regelmäßig an jedem Donnerstag in der Zeit von 4 – 5 Uhr nachmittags ärztliche Sprechstunden für Mütter und deren Kinder abgehalten werden“, teilte Bürgermeister Fritz Becker Mitte Juni 1918 den Lesern mit. Den Besuchern erwachsen dadurch keine Kosten, stand in der Bekanntmachung. „Vorzustellen sind nicht nur kranke und körperlich zurückgebliebene Kinder, sondern auch die gesunden Kinder sind regelmäßig vom Arzt zu besichtigen, da auch äußerlich gesund aussehende Kinder infolge innerer Leiden oft ärztlicher Hilfe bedürfen. Es wird dringend gewünscht, dass alle Kinder dem Arzt vorgestellt werden und von dieser segensreichen Einrichtung der größtmöglichste Gebrauch gemacht wird.“

Beamten-Vereinigung gebildet

Unter dem Namen Beamten-Vereinigung Weferlingen habe sich eine Vereinigung der Beamten und Lehrer gebildet, berichtete der Weferlinger Anzeiger Mitte November 1919. Der alte Weferlinger Beamtenverein sei in der neuen Vereinigung aufgegangen. „Die Vereinigung erstrebt den Zusammenschluss sämtlicher Reichs-, Staats-, Provinzial-, Gemeindebeamten und Lehrer Weferlingens“, hieß es. „Ihr Zweck ist allein die Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Beamtenschaft. Sie will nicht in Wettbewerb treten mit den schon bestehenden Geselligkeitsvereinen. Es wird erwartet, dass alle diejenigen Beamten und Lehrer, welche in der Gründungsversammlung nicht anwesend sein konnten, möglichst bald ihren Beitritt erklären.“

Schweine – Diebe kamen ins Gefängnis

Die Diebe des aus dem Winkel in Weferlingen gestohlenen etwa vier Zentner schweren Schweines seien verhaftet und in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert worden, berichtete der Weferlinger Anzeiger Ende Dezember 1920. Von den drei Festgesetzten sei einer vorläufig wieder auf freiem Fuß. „Das Schwein wurde in Helmstedt entdeckt; die Diebe hatten das Tier zwar getötet, aber die Eingeweide darin gelassen, so dass das Fleisch minderwertig geworden war“, hieß es. Das Schwein wurde beschlagnahmt und dem Eigentümer in Weferlingen wieder zugestellt. Die Festgenommenen sind Weferlinger, es werden aber wahrscheinlich auch Helmstedter in diese Sache verwickelt gewesen sein, mutmaßt das Blatt

Weferlinger Landwirt erhielt Messepreise

Schöne Erfolge erzielte der Weferlinger Landwirt Wilhelm Moebius auf der D.L.G.-Ausstellung in Leipzig, berichtete der Weferlinger Anzeiger am 26. Juni 1921. Weiter schrieb das Blatt über die Ergebnisse des Weferlingers auf der Schau der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft: „Zwei erste Preise wurden ihm zuerkannt für die ersten Absaaten von ,Rud. Bethges Sommergerste‘ und von ,Aderslebener Siegfriedhafer‘. Ein 4. Preis wurde seiner Absaat von ,Strubes rotem Schlanstedter Sommerweizen‘ zuteil. Welche ungeheure Bedeutung die Verwendug eines hochgezüchteten Saatgutes für die Volkswirtschaft hat, zeigt die Tatsache, dass der weltbekannte Petkuser Roggen durch fortgesetzte Weiterentwicklung in der Ertragsfähigkeit so gesteigert ist, dass derselbe seit dem Jahre 1891 durchschnittlich einen Zentner Körner mehr gibt als die nächstbeste durch die deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft geprüfte Vergleichssorte. Das bedeutet: die Leistungsfähigkeit des Petkuser Roggens hat uns von dem Roggenbezuge aus dem Ausland völlig frei gemacht.“

4025 Weferlinger Einwohner im Jahr 1919

Fast doppelt soviel Einwohner wie heute lebten vor einem Jahrhundert in Weferlingen. „Bei der letzten Volkszählung wurde in Weferlingen die Einwohnerzahl 4025 festgestellt“, schrieb der Weferlinger Anzeiger am 23. Oktober 1919 kurz und bündig. Die „allgemeine Volkszählung“ hatte am 8. Oktober des Jahres stattgefunden. Für jeden Haushalt war eine „Haushaltungsliste auszufüllen, in welche alle in der Nacht vom 7. auf den 9. Oktober 1919 in der Haushaltung anwesenden Personen und in einem besonderen Abschnitt auch alle vorübergehend abwesenden Personen einzutragen sind. Die Zählung soll in erster Linie die Unterlage für eine gleichmäßige Verteilung der Lebensmittel bieten“, hatte der Anzeiger Ende Juli angekündigt und ergänzt: „Für die bei der Zählung über die Persönlichkeit des Einzelnen gewonnenen Nachrichten ist das Amtsgeheimnis zu wahren.“