Zuckerrüben in der Börde und ihre Verarbeitung- Bürgerverein lädt ein zur Süßen Tour

Jahrzehntelang war Weferlingen Standort der zuckerverarbeitenden Industrie. In der Zuckerfabrik floss alljährlich zur Kampagnezeit das schwarze Gold. Aus der Melasse wurde dann Zucker produziert. Einblick in die Geschichte der Zuckerindustrie in den Landkreisen Börde und Helmstedt gibt am Sonnabend, 17. Oktober, die Ausstellung unter dem Motto „Ein süßer Tag- unterwegs auf der Zucker- und Rübenroute“ im und am Heimat- und Apothekenmuseum auf dem Weferlinger Gutshof. Zwischen 13 und 17 Uhr lädt der Bürgerverein auf Initiative des sachsen- anhaltinischen Tourismusverbandes Elbe- Börde- Heide, aber nicht nur rund um die Zuckerindustrie ein. Auch werden alte und neue Landtechnik zu bestaunen sein. Viel Liebhaber hegen und pflegen ihre Gefährte, egal, ob noch im Einsatz oder nur zu Ausstellungszwecken genutzt. Und während  die Jüngsten eine Runde in der Ponykutsche drehen, können die Erwachsenen das Museum mit seiner Sonderausstellung zur Kulmbach- Bayreuthschen Familie besuchen, Kaffee, Kuchen, Bratwurst vom Grill und kalte Getränke genießen. Der Bergfried ist ebenfalls geöffnet.DSC_0381

Am Sonntag den 18.10.2020 ist das Museum und die Zuckerausstellung nochmal zu besichtigen. Dieses ist dann der letzte Öffnungstag in diesem Jahr, auch Kaffee und Kuchen wird nochmal gereicht.

Der Bürgerverein freut sich auf ihren Besuch.

Quelle: Volksstimme

Das war der Turmlauf 2020- neue Rekorde in allen Klassen

Gleich reihenweise purzelten die Bestzeiten beim 4. Weferlinger Turmtreppenlauf. 28 Teilnehmer traten trotz der Pandemieauflagen an und übertrafen alle Erwartungen. Erfreulich waren die Teilnahmen von Läufern, die eine beachtliche Anreise auf sich nahmen. Bei den Männern hatten Wolfram Klafke und Sven Hofmann eine über 50km lange Anreise. Durch persönliche Kontakte mit Weferlingern sind die Herren auf den Lauf aufmerksam geworden. Die Männer traten mit 8 Läufern, die Frauen mit 10 Läuferinnen, die Kinder starteten mit 6 Mädchen und 4 Jungen. Durch die Coronaauflagen konnten leider die Eltern der Kinder und die Fans der Läuferinnen und Läufer nicht im Turminneren anfeuern.Die Teilnehmer wurden von Lutz-Otto Westphal einzeln in den Burgturm zur Startlinie geführt, während die anderen draußen warten mussten. Um die Spannung und Stimmung anzufeuern, wurden die Ergebnisse sofort per Funk, durch die Kameraden der FFW, nach unten übermittelt. Vor dem Burgturm wurden dann die Ergebnisse, von Weferlingens Wehrleiter Matthäus Barnstorff, auf einer Tafel präsentiert. Zuerst durften die Mädchen starten. Hier holte sich Lena Hartmann mit 50,35 Sekunden einen hervorragenden 1. Platz. Bei den Jungen verwies Taro Peine, wie schon im Vorjahr, die Konkurrenz auf die Plätze. Mit einer Verbesserung seiner Vorjahreszeit um 4 Sekunden, schaffte er den Sieg in unglaublichen 44,75 Sekunden. Bei den Frauen traten in diesem Jahr die Handballerinnen an. Somit musste die Siegerin des Vorjahres, Christin Hamann, den Sieg an Marie Nasdala mit 51,41 Sekunden abgeben. Hier wird die Stärke von Lena Hartmann recht deutlich, denn sie hätte die Frauenkonkurrenz glatt geschlagen. Bei den Männer konnte der Vorjahressieger Holger Papajewski nur Platz 5 belegen. Nach drei Siegen in Folge gab er sehr zufrieden seinen Titel ab. Finn Gerloff siegte bei den Männern mit der bisherigen Bestzeit von 41,41 Sekunden. Nach jeweils 6 Läufen wurde kurz unterbrochen und die Starter gingen dann vom Turm runter. Dort wurden sie mit großem Jubel und Applaus empfangen. Durch den Bürgerverein wurden Gäste und Läufer mit Bratwurst vom Grill und Getränken versorgt. Die FFW hatte ihre Fahrzeuge zur Besichtigung vor die Hallen gefahren. Weferlingens Ortsbürgermeister Dirk Kuthe, der ebenfalls bei den Männern startete, bedauerte sehr, dass der Tag des offenen Denkmals aufgrund der Pandemie ausfallen musste. Dieser wäre an diesem Tag vom gesamten Dorf begangen worden.

Die Ergebnisse:

Mädchen                                             Jungen                                            Frauen

1. (50,35) Lena Hartmann,           1. (44,75) Taro Peine,                  1. (51,41) Marie Nasdala

2. (57,,22) Margaretha Sobczyk, 2. (49,32) Leonhard Grebe,       2. (54,63) Christin Hamann

3. (66,78) Catharina Hoffmann,  3. (71,44) Constantin Sobszyk, 3. (58,22)Romy Pflügner

Männer

1. (41,41) Finn Gerloff     2. (45,41) Wolfram Klafke       3. (46,13) Sven Hofmann

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Die Männer bei der Siegerehrung, Kirschkönigin Astrid, Sven Hofmann, Finn Gerloff, Wolfram Klafke

 

Der neue Weferlingen- Kalender ist da!- Leider ausverkauft

Wie in jedem Jahr, so auch in diesem Jahr- der Bürgerverein hat wieder einen neuen Jahreskalender herausgebracht. In 2021 gibt es alte Ansichten von Weferlingen, in Kombination mit alten Anzeigen aus dem Heft „Weferlingen und der Lappwald“ von 1928 . Die Bilder sind zum großen Teil aus dem Postkartenfundus des Museums erstellt worden. Für 7,50€ ist dieser Kalender in der Touristinformation Weferlingen, in der „Ecke Peters“, oder im Heimat- und Apothekenmuseum während der Öffnungszeiten erhältlich. Für 10€ Vorkasse wird der Kalender auch versendet. Anfragen über weferlinger-kalender2021 [at] buergerverein-weferlingen . de . Ein paar Kalenderseiten folgen zur Probe.

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Wir sind traurig über den plötzlichen Tod unseres Turmwächters Harald Märtens

Plötzlich und viel zu früh ist unser langjähriges Mitglied Harald Märtens verstorben. Harald war im Verein eine aktive Stütze bei unseren Veranstaltungen. Bei der Präsentation unserer Vereinsarbeit an diversen Ständen,als Mediengestalter, als Fahrer unserer Kirschkönigin bei Umzügen und als Turmwächter des Grauen Harm. Wir sind tieftraurig und möchten unser tiefes Mitgefühl seiner Familie aussprechen. Zum Gedenken an ihn leuchtet eine Fackel bei Nacht auf dem Burgturm.

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Harald Märtens, Celina Eichelman und Gerd Müller bei der Präsentation des Vereins auf einer Tourismusbörse (von Rechts)

Die Mitglieder und der Vorstand des Bürgervereins Weferlingen

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Stand des Bürgervereins bei der Aller- Ohre- Elbe- Sarreradtour in Süplingen

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Harald Märtens überreicht einer Besucherin des Burgturms den neuen, von ihm entworfenen, Flyer über die Burg

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Markgrafenfest in Weferlingen, Kirschkönigin Celina und Kirschprinzessin Joline werden von Harald Märtens chauffiert.

Am 16. August 2020 wird die neue Ausstellung über die Markgrafenfamilie und das restaurierte Mausoleum eröffnet

-Im Bild sehen Sie das Markgräfliche Schloss in Erlangen, welches ab 1700 erbaut wurde-

Die Markgrafen von Kulmbach Bayreuth Brandenburg und ihr Mausoleum in Weferlingen- unter diesem Thema startet der Bürgerverein seine neue Ausstellung im Heimat- und Apothekenmuseum. Dargestellt wird die Geschichte der Markgrafenfamilie damals- in Wort und Bild. Viele Objekte der Ausstellung stammen aus dem bisher noch nicht veröffentlichten Fundus des Museums. Bezugnehmend auf die Restaurierung des Mausoleums 2019 finden sich viele Materialien aus der historischen Bauphase. In einer Präsentation können Sie den zeitlichen Ablauf der Restaurierung in Bildern erleben. Ebenfalls ist der Burgturm geöffnet, Kaffee und Kuchen werden gereicht.Wappen_Brandenburg_Ansbach_Kulmbach_Bayreuth

Wir möchten darauf hinweisen, dass die Öffnung nur unter Einhaltung der hygenischen Bestimmungen, sowie nach geltenden Abnstandsregeln erfolgt.

Der Bürgerverein freut sich auf Ihren Besuch!

Bildquelle: Wikipedia

Der Bürgerverein und Weferlingen haben eine neue Kirschkönigin

Astrid Becker heißt die neue Kirschkönigin für Weferlingen. Sie hat das Amt der Repräsentantin des Bürgervereins Weferlingen von Judy Nordt übernommen,die demnächst eine Ausbildung beim LK Börde als Rettungsanitäter beginnt. Da bleibt nicht mehr viel Zeit um das Amt der Kirschkönigin auszuüben. Letztmals zog sie am Sonntag zur Amtsübergabe ihr Kirschköniginnenkleid an. Die Tradition des Kirschbaumpflanzens ist mit Judy jetzt zum fünften Mal wiederholt worden. An den Allerwiesen steht jetzt „Schneiders Knorpelkirsche“ für Judys Amtszeit vom 2017-2020. Judy überreichte die Schärpe der Kirschkönigin an Astrid, so wurde symbolisch die Amtsübergabe vollzogen und Judy`s Amtszeit ist beendet.IMG_0569neu

Astrid Becker kam mehr durch Zufall als durch eine Wahl zum Amt der Kirschkönigin. Über ihren Lebenspartner, ein Weferlinger, kam die Braunschweigerin nach Weferlingen. Beide sind engagiert im Bürgerverein und nach dem Denkmaltag im September 2019 kam einigen Vorstandsmitgliedern der Gedanke, “ fragen kostet nichts“. Und Astrid stimmte zu, so wurde aus einer Idee die Realität. Wir wünschen Astrid eine schöne Amtszeit in Weferlingen und hoffen, dass sie so schnell wie möglich ihre Amtsgeschäfte aufnehmen kann. Zur Zeit ist der Bürgerverein in der Planung der nächsten Veranstaltungen. Da wäre der Turmtreppenlauf und der Denkmaltag im September. Offiziell ist dieser Tag bundesweit abgesagt, aber der Verein plant eine kleine Veranstaltung, bei der evtl. der Turmtreppenlauf auch stattfindet. Das hängt aber von der Genehmigung der Stadt ab. Wir werden Sie rechtzeitig über den Stand der Dinge informieren. Bleiben Sie uns gewogen, wir freuen uns immer auf Ihren Besuch.

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Quelle: Auszüge aus der Volksstimme

Orgelandacht anlässlich der Kirchweihe vor 300 Jahren und zur Restaurierung des Mausoleums- zwei Gute Gründe um Bilanz zu ziehen

Es sollte ein großes Fest werden. Doch wegen der Corona-Pandemie konnte die Kirchengemeinde Weferlingen lediglich zu einer Orgelandacht einladen, um an die Weihe der Kirche vor 300 Jahren zu erinnern und die Sanierung des Mausoleums zu würdigen.

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Christine Sobczyk (l.) und Pfarrerin Karen Simon- Malue begrüßten die Besucher in der Kirche zu diesem doppelten festlichen Anlass

„Eigentlich wollten wir heute ein großes Fest feiern“, wandte sich Christine Sobczyk, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats des Kirchengemeindeverbands Weferlingen, an die Frauen und Männer, die am Sonnabend in die St.-Lamberti-Kirche gekommen waren. Eigentlich sei aber die Kirche vor 300 Jahren noch gar nicht ganz fertig gewesen, dennoch wurde sie geweiht. Und eigentlich wollte der Markgraf Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth in dem Mausoleum, das er sich an der Südseite der Kirche erbauen ließ, beigesetzt werden, doch sein Sarg steht in der Familiengrabstätte im fränkischen Himmelkron. Es gab viele solche „Eigentlichs“ in der Begrüßung der Gäste am frühen Abend. Eigentlich sollte an diesem Sonnabend in der Kirche auch Theater gespielt werden. Doch Corona hatte das geplante Fest zunichte gemacht.

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Kantor Johannes Kirchberg lud musikalisch zum Träumen ein

Stattdessen wurde mit einer Orgelandacht an die Weihe der Kirche vor 300 Jahren erinnert, an deren Bau die Markgrafenfamilie maßgeblichen Anteil hatte. Und gleichzeitig wurde die Sanierung des Mausoleums gewürdigt, wofür Christine Sobczyk dem Bürgerverein großen Dank aussprach. Kantor Johannes Kirchberg hatte für diesen Anlass Stücke von Komponisten ausgewählt, die vor drei Jahrhunderten gelebt haben. Er spielte das Concerto in G und in D von Christoph Wolfgang Druckenmüller und einen Choral mit 9 Variationen von Johann Gottfried Walther. „Wer wohl vor 300 Jahren bei der Weihe der Kirche dabei war? Wie es wohl gewesen ist? Da können wir uns heute nur hineinträumen“, sagte Christine Sobczyk. Und das Orgelspiel von Johannes Kirchberg verleitete tatsächlich zum Träumen.

Pfarrerin Karen Simon-Malue zitierte aus Anlass der Kirchweih eine Interpretation des Psalms 84 aus der Lutherbibel. Darin heißt es, dass die Menschen im Tempel, in Gott ein Zuhause finden: „Du schenkst mit vollen Händen, was dem Leben Sinn gibt.“ Sie wünschte der Kirche, dass sie auch in den nächsten 300 Jahren den Menschen Halt und ein Zuhause gebe.

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Bernd Hoffmann berichtete über die Arbeiten am Mausoleum

Bernd Hoffmann widmete sich ganz und gar der Gegenwart. Er gab einen Einblick in die Mühen des Bürgervereins, der sich 2011 das Ziel gesetzt hatte, das 1768 fertiggestellte Mausoleum vor dem Verfall zu bewahren, denn er hat die Bautätigkeit im vergangenen Jahr begleitet.

Besonderen Dank richtete Bernd Hoffmann an Gerald Wolters, ohne den der Verein das Projekt nicht angepackt hätte. Er sei über Jahre der „aktive Unruhepol“ gewesen. Nach vielen Vorarbeiten konnte der Bürgerverein 2017 den Antrag auf Förderung für die Sanierung des Mausoleums in der Lokalen Aktionsgruppe Flechtinger Höhenzug stellen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte der Verein dank vieler Aktionen und Sponsoren über die Eigenmittel, die für das Vorhaben nötig waren. Im Februar 2019 erhielt der Bürgerverein die Zusage von der Investitionsbank Magdeburg über eine Förderung von etwa 270000 Euro aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Mit einer Eigenfinanzierung von 30000 Euro stand damit eine Summe von 300000 Euro zu Buche. Der Landkreis Börde sicherte zudem noch eine Förderung von maximal 30000 Euro zu.

Bernd Hoffmann dankte allen an diesem Vorhaben beteiligten Partnern von den Sponsoren über die Baufirmen bis zum Landesamt für Denkmalpflege, der Kirchengemeinde und dem Kirchenamt Magdeburg, denn ohne Zwischenfinanzierung wäre das Objekt nicht realisierbar gewesen. Eindringlich schilderte Bernd Hoffmann den maroden Zustand des Mausoleums. Das Dach war kaputt, es habe durchgeregnet, einige Balken waren verfault, auf dem Boden lag jede Menge Müll. Das Bauwerk war mit Metallteilen geankert, die nicht mehr hielten, berichtete er. „Wir konnten das Mausoleum vor dem Verfall retten, aber wir sind noch nicht fertig“, erklärte er. Als nächste Aufgaben zählte er die Verglasung, die Restaurierung der Gitter, den Innenanstrich, Elektroarbeiten und die Sanierung der Figur auf, die in Einzelteilen im Mausoleum liegt. „Auch dabei brauchen wir Ihre Hilfe“, wandte er sich an die Zuhörer.

Zugleich blickte Bernd Hoffmann noch weiter zurück als 300 Jahre. Vor dem Bau der St.-Lamberti-Kirche habe gleich daneben eine kleinere Kirche gestanden, die unter anderem die Grabeskirche der Familie von Friedrich II. von Hessen-Homburg war, der Landgraf von Hessen-Homburg lebte mit seiner Familie 1662 bis 1701 in Weferlingen. Bekannt wurde er als der Landgraf mit dem silbernen Bein, da er eine Beinprothese trug. Mit Heinrich von Kleists Drama „Prinz Friedrich von Homburg“ hat er allerdings nicht viel gemein.

Der Bürgerverein, der 2008 wieder gegründet wurde und in dem Jahr den 300. Geburtstag von Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth mit einem großen Fest feierte, hat die Markgrafenfamilie wieder aufleben lassen. Jetzt will er sich auch mit der Geschichte des „Prinzen von Homburg“ beschäftigen und dieses Stück Weferlinger Geschichte aufarbeiten. Dafür bat Bernd Hoffmann auch um Unterstützung.

Quelle: Volksstimme HDL/ Lokalseite

Orgelandacht würdigt Kirchenjubiläum und Sanierung des Mausoleums

Weferlingen. Mit einer Orgelandacht soll am nächsten Sonnabend, 4. Juli, um 17.30 Uhr an die Einweihung der St.-Lamberti-Kirche vor 300 Jahren erinnert werden. Gleichzeitig soll damit die Sanierung des Mausoleums des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth gewürdigt werden. Eine kleine Andacht für zwei große Ereignisse.

Doch eigentlich sollten in dieser Woche Vorbereitungen für ein großes Fest laufen. Und beide Gründe für dieses Fest liegen drei Jahrhunderte zurück. 1713 wurde der Grundstein für eine neue evangelische Kirche in Weferlingen gelegt. Die Familie der Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, die 1706 nach Weferlingen gekommen war, hatte daran großen Anteil. Nach sieben Jahren Bauzeit wurde die Kirche geweiht. Fertiggestellt war sie damit jedoch noch nicht, dafür sollten noch mehrere Jahre ins Land gehen.

Das Mausoleum, das sich der 1708 in Weferlingen geborene Markgraf Friedrich Christian an der Südseite der Kirche erbauen ließ, entstand von 1766 bis 1768. Nach seinem ältesten Bruder Georg Friedrich Karl und seinem Neffen Friedrich regierte Friedrich Christian vom 6. Mai 1763 bis zu seinem Tod am 20. Januar 1769 in Kulmbach-Bayreuth. In dieser Zeit beauftragte er den Halberstädter Baumeister und Bildhauer Bartoli, das Grabmal zu bauen. Hier wollte er zur ewigen Ruhe gebettet werden. Doch seine Familie respektierte diesen Wunsch nicht und ließ seinen Sarg in die Familiengrabstätte im fränkischen Himmelkron bringen. Seine Verbundenheit zu seinem Geburtsort, in dem er nur wenige Jahre seiner Kindheit verbringen durfte, dokumentiert auch die Stiftung, die er 1756/57 für Weferlingen und Döhren ins Leben rief und die noch heute existiert.Collage

Da das Mausoleum außerordentlich sanierungsbedürftig war, hatte sich der Bürgerverein Weferlingen vor mehreren Jahren das Ziel gestellt, das barocke Denkmal restaurieren zu lassen. Im vergangenen Jahr konnte die Sanierung dank Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verbesserung der Präsentation und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes im Land Sachsen-Anhalt im Rahmen von CLLD in Angriff genommen werden.

Da das geplante Fest in diesem Jahr nicht stattfinden kann, soll es im nächsten Jahr nachgeholt werden. In der Andacht am Sonnabend um 17.30 Uhr wird die ordinierte Gemeindepädagogin Karen Simon-Malue kurz an den Anlass erinnern. Und Kantor Johannes Kirchberg wird dazu ein kleines Konzert an der Orgel geben.

Quelle: Volksstimme Haldensleben

Von Bayreuth über Weferlingen nach Carolinensiel

Neue Folge der Serie: Geschichte und Geschichten rund um die Markgrafenfamilie an der Aller

Ein Stadtteil der ostfriesischen Kreisstadt Wittmund ist nach einer in Weferlingen geborenen preußischen Prinzessin aus dem Hause Brandenburg-Kulmbach benannt, bei Aurich gibt es einen Park, der den Namen einer andereren Weferlinger Prinzessin trägt. Die markgräfliche Familie aus Franken hinterließ überall Spuren.

Vor 300 Jahren wurde die evangelische Kirche in Weferlingen eingeweiht. Fertig war sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, doch sie konnte genutzt werden. Viele Mitglieder der markgräflichen Familie, die von 1706 bis 1716 hier lebte, trugen mit Sorge dafür, dass der Bau des Gotteshauses vorankam. Ein paar Jahrzehnte später wurde auch das Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth an der Südseite gebaut, das im vergangenen Jahr saniert wurde. Zwei Gründe, in diesem Jahr ein Fest zu feiern. Das hatten sich jedenfalls die Kirchengemeinde und der Bürgerverein für den 4. Juli vorgenommen.

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Vor einem Jahr beim Markgrafenfest in Weferlingen in Aktion: Antje Almus-Walther (v.l.) als Sophia Karolina von Brandenburg-Kulmbach, Christian Germer als Albrecht Wolfgang von Brandenburg-Kulmbach, Heike Bernstorff als Albertine Juliane von Wolfstein, Heiko Kloß als Friedrich von Kulmbach-Bayreuth, Maja und Chris Walther als Kinder der markgräflichen Familie, Lutz Otto Westphal als Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth und die Weferlinger Kirschkönigin Judy Nordt.

Angesichts der Corona-Pandemie kann daraus leider nichts werden, doch zumindest mit einer Andacht soll an die Einweihung der Kirche 1720 erinnert werden. Das Fest wird auf das nächste Jahr verschoben. Und damit auch eine ideenreiche Theateraufführung. Antje Almus-Walther hat dazu das Stück über das Leben des Markgrafen Friedrich Christian, das Petra Schiemann 2008 zum 300. Geburtstag des Markgrafen geschrieben hatte, neu bearbeitet. Damals haben Kinder das Stück gespielt. Jetzt sind Erwachsene die Akteure. Doch es sind auch Kinder dabei, sogar die Chöre der Grundschule und des Gymnasiums wirken mit, freut sich die Initiatorin. Antje Almus-Walther führt Regie und führt als Moderatorin durch das Stück.

Mit der Markgrafenfamilie ist sie gut vertraut, denn seit sechs Jahren spielt sie Sophia Karolina von Brandenburg-Kulmbach. Der Bürgerverein hatte zum 300. Geburtstag von Friedrich Christian die Familie wiederbelebt. Seitdem ist sie bei Festen in Weferlingen und der Umgebung dabei. Antje Almus-Walther hat die Rolle der in Weferlingen geborenen preußischen Prinzessin Sophia Karolina (1707 – 1764) übernommen. Sophia Karolina kam hier zur Welt – nur ein Jahr nachdem die Familie von Franken nach Weferlingen gezogen war. Ihr Vater starb ein Jahr später kurz vor der Geburt von Friedrich Christian (1708 -1769).

Sophia Karolina lebte nach dem Tod des Vaters erst mit ihrer Mutter, ihrer Tante und einigen ihrer Geschwister noch im Neuen Schloss, das als Witwensitz für ihre Mutter erbaut wurde. Später wurde sie wie ihre ältere Schwester Sophia Magdalena, die den dänische Kronprinzen heiratete, bei ihrer Tante, der Kurfürstin Christiane Eberhardine von Sachsen, in Pretzsch erzogen. Die Kurfürstin hat hier die Hochzeit mit dem 17 Jahre älteren verwitweten Fürsten Georg Albrecht von Ostfriesland vermittelt. Der Fürst suchte, nur ein halbes Jahr nach dem Tod seiner ersten Frau, mit dieser Hochzeit eine Verbindung mit mächtigen und einflussreichen Familien zu sichern. So wurde er nicht nur mit August, dem Starken, dem Kurfürsten von Sachsen und König von Polen, sondern auch mit Christian VI., dem Kronprinzen und späteren König von Dänemark, verwandt.

Sophia Karolina, die bei ihrer Heirat noch keine 17 Jahre alt war, soll wegen ihresliebenswürdigen Charakters und ihrer Frömmigkeit sehr beliebt gewesen sein. Sie schrieb auch geistliche Gedichte, die sogar in Büchern veröffentlicht wurden. Ihre kinderlose Ehe lief dennoch nicht sehr gut. In den letzten Ehejahren verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Fürsten zunehmend. Er starb 1734.

Sophia Karolina überlebte ihren Ehemann um 30 Jahre. Sie lebte zunächst auf Schloss Berum, zog dann aber zu ihrer Schwester Sophia Magdalena, der dänischen Königin, und ist im Dom zu Roskilde bestattet. In Ostfriesland ist die Erinnerung an sie noch lebendig. 1729/30 hatte der Fürst den Sielhafen Carolinensiel, heute ein Stadtteil von Wittmund, gegründet. Seine Frau war die Namensgeberin.

Auch das Wilhelminenholz bei Aurich hat seinen Namen von einer in Weferlingen geborenen preußischen Prinzessin. Sophia Karolina hatte nämlich die Hochzeit ihres Stiefsohnes Karl Edzard mit ihrer Nichte Sophia Wilhelmina (1714 – 1749) vermittelt. Sophia Wilhelmina war die älteste Tochter von Georg Friedrich Karl, dem Regenten in Kulmbach-Bayreuth. Ihr Mann starb an ihrem zehnten Hochzeitstag, sie fünf Jahre später. Sophia Wilhelmina hatte das Wilhelminenholz zu einem im Kern als Barockparterre angelegten Park umgestalten lassen. Das Leben beider Frauen gehört zur Aktion „Frauenleben in Ostfriesland“.

Unterhaltsam soll die geplante Theateraufführung nun im nächsten Jahr einen Einblick in das Leben vor 300 Jahren geben. Mittelpunkt wird das Geschehen in Weferlingen sein. Antje Almus-Walther ist dann mit ihren Kindern mitten drin. Für die Zwillinge Chris und Maja ist das nichts Neues. Sie sind auch seit Jahren bei der Markgrafenfamilie in historischen Kostümen mit dabei. Chris wird in einer kurzen Szene den Markgrafen als Kind spielen. 2008 hatte der große Bruder Erik diese Rolle übernommen. Familienvater Stephan Walther zieht übrigens die Kleidung des einfaches Volkes der fürstlichen Kleidung vor, ist aber dabei, wenn es darum geht, das geschichtliche Erbe zu pflegen.

In weiteren Folgen wird über die Markgrafenfamilie und ihre Geschichte, ihre Verbindung zu Weferlingen berichtet.

Quelle: Volksstimme HDL