Orgelandacht würdigt Kirchenjubiläum und Sanierung des Mausoleums

Weferlingen. Mit einer Orgelandacht soll am nächsten Sonnabend, 4. Juli, um 17.30 Uhr an die Einweihung der St.-Lamberti-Kirche vor 300 Jahren erinnert werden. Gleichzeitig soll damit die Sanierung des Mausoleums des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth gewürdigt werden. Eine kleine Andacht für zwei große Ereignisse.

Doch eigentlich sollten in dieser Woche Vorbereitungen für ein großes Fest laufen. Und beide Gründe für dieses Fest liegen drei Jahrhunderte zurück. 1713 wurde der Grundstein für eine neue evangelische Kirche in Weferlingen gelegt. Die Familie der Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, die 1706 nach Weferlingen gekommen war, hatte daran großen Anteil. Nach sieben Jahren Bauzeit wurde die Kirche geweiht. Fertiggestellt war sie damit jedoch noch nicht, dafür sollten noch mehrere Jahre ins Land gehen.

Das Mausoleum, das sich der 1708 in Weferlingen geborene Markgraf Friedrich Christian an der Südseite der Kirche erbauen ließ, entstand von 1766 bis 1768. Nach seinem ältesten Bruder Georg Friedrich Karl und seinem Neffen Friedrich regierte Friedrich Christian vom 6. Mai 1763 bis zu seinem Tod am 20. Januar 1769 in Kulmbach-Bayreuth. In dieser Zeit beauftragte er den Halberstädter Baumeister und Bildhauer Bartoli, das Grabmal zu bauen. Hier wollte er zur ewigen Ruhe gebettet werden. Doch seine Familie respektierte diesen Wunsch nicht und ließ seinen Sarg in die Familiengrabstätte im fränkischen Himmelkron bringen. Seine Verbundenheit zu seinem Geburtsort, in dem er nur wenige Jahre seiner Kindheit verbringen durfte, dokumentiert auch die Stiftung, die er 1756/57 für Weferlingen und Döhren ins Leben rief und die noch heute existiert.Collage

Da das Mausoleum außerordentlich sanierungsbedürftig war, hatte sich der Bürgerverein Weferlingen vor mehreren Jahren das Ziel gestellt, das barocke Denkmal restaurieren zu lassen. Im vergangenen Jahr konnte die Sanierung dank Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verbesserung der Präsentation und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes im Land Sachsen-Anhalt im Rahmen von CLLD in Angriff genommen werden.

Da das geplante Fest in diesem Jahr nicht stattfinden kann, soll es im nächsten Jahr nachgeholt werden. In der Andacht am Sonnabend um 17.30 Uhr wird die ordinierte Gemeindepädagogin Karen Simon-Malue kurz an den Anlass erinnern. Und Kantor Johannes Kirchberg wird dazu ein kleines Konzert an der Orgel geben.

Quelle: Volksstimme Haldensleben

Von Bayreuth über Weferlingen nach Carolinensiel

Neue Folge der Serie: Geschichte und Geschichten rund um die Markgrafenfamilie an der Aller

Ein Stadtteil der ostfriesischen Kreisstadt Wittmund ist nach einer in Weferlingen geborenen preußischen Prinzessin aus dem Hause Brandenburg-Kulmbach benannt, bei Aurich gibt es einen Park, der den Namen einer andereren Weferlinger Prinzessin trägt. Die markgräfliche Familie aus Franken hinterließ überall Spuren.

Vor 300 Jahren wurde die evangelische Kirche in Weferlingen eingeweiht. Fertig war sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, doch sie konnte genutzt werden. Viele Mitglieder der markgräflichen Familie, die von 1706 bis 1716 hier lebte, trugen mit Sorge dafür, dass der Bau des Gotteshauses vorankam. Ein paar Jahrzehnte später wurde auch das Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth an der Südseite gebaut, das im vergangenen Jahr saniert wurde. Zwei Gründe, in diesem Jahr ein Fest zu feiern. Das hatten sich jedenfalls die Kirchengemeinde und der Bürgerverein für den 4. Juli vorgenommen.

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Vor einem Jahr beim Markgrafenfest in Weferlingen in Aktion: Antje Almus-Walther (v.l.) als Sophia Karolina von Brandenburg-Kulmbach, Christian Germer als Albrecht Wolfgang von Brandenburg-Kulmbach, Heike Bernstorff als Albertine Juliane von Wolfstein, Heiko Kloß als Friedrich von Kulmbach-Bayreuth, Maja und Chris Walther als Kinder der markgräflichen Familie, Lutz Otto Westphal als Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth und die Weferlinger Kirschkönigin Judy Nordt.

Angesichts der Corona-Pandemie kann daraus leider nichts werden, doch zumindest mit einer Andacht soll an die Einweihung der Kirche 1720 erinnert werden. Das Fest wird auf das nächste Jahr verschoben. Und damit auch eine ideenreiche Theateraufführung. Antje Almus-Walther hat dazu das Stück über das Leben des Markgrafen Friedrich Christian, das Petra Schiemann 2008 zum 300. Geburtstag des Markgrafen geschrieben hatte, neu bearbeitet. Damals haben Kinder das Stück gespielt. Jetzt sind Erwachsene die Akteure. Doch es sind auch Kinder dabei, sogar die Chöre der Grundschule und des Gymnasiums wirken mit, freut sich die Initiatorin. Antje Almus-Walther führt Regie und führt als Moderatorin durch das Stück.

Mit der Markgrafenfamilie ist sie gut vertraut, denn seit sechs Jahren spielt sie Sophia Karolina von Brandenburg-Kulmbach. Der Bürgerverein hatte zum 300. Geburtstag von Friedrich Christian die Familie wiederbelebt. Seitdem ist sie bei Festen in Weferlingen und der Umgebung dabei. Antje Almus-Walther hat die Rolle der in Weferlingen geborenen preußischen Prinzessin Sophia Karolina (1707 – 1764) übernommen. Sophia Karolina kam hier zur Welt – nur ein Jahr nachdem die Familie von Franken nach Weferlingen gezogen war. Ihr Vater starb ein Jahr später kurz vor der Geburt von Friedrich Christian (1708 -1769).

Sophia Karolina lebte nach dem Tod des Vaters erst mit ihrer Mutter, ihrer Tante und einigen ihrer Geschwister noch im Neuen Schloss, das als Witwensitz für ihre Mutter erbaut wurde. Später wurde sie wie ihre ältere Schwester Sophia Magdalena, die den dänische Kronprinzen heiratete, bei ihrer Tante, der Kurfürstin Christiane Eberhardine von Sachsen, in Pretzsch erzogen. Die Kurfürstin hat hier die Hochzeit mit dem 17 Jahre älteren verwitweten Fürsten Georg Albrecht von Ostfriesland vermittelt. Der Fürst suchte, nur ein halbes Jahr nach dem Tod seiner ersten Frau, mit dieser Hochzeit eine Verbindung mit mächtigen und einflussreichen Familien zu sichern. So wurde er nicht nur mit August, dem Starken, dem Kurfürsten von Sachsen und König von Polen, sondern auch mit Christian VI., dem Kronprinzen und späteren König von Dänemark, verwandt.

Sophia Karolina, die bei ihrer Heirat noch keine 17 Jahre alt war, soll wegen ihresliebenswürdigen Charakters und ihrer Frömmigkeit sehr beliebt gewesen sein. Sie schrieb auch geistliche Gedichte, die sogar in Büchern veröffentlicht wurden. Ihre kinderlose Ehe lief dennoch nicht sehr gut. In den letzten Ehejahren verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Fürsten zunehmend. Er starb 1734.

Sophia Karolina überlebte ihren Ehemann um 30 Jahre. Sie lebte zunächst auf Schloss Berum, zog dann aber zu ihrer Schwester Sophia Magdalena, der dänischen Königin, und ist im Dom zu Roskilde bestattet. In Ostfriesland ist die Erinnerung an sie noch lebendig. 1729/30 hatte der Fürst den Sielhafen Carolinensiel, heute ein Stadtteil von Wittmund, gegründet. Seine Frau war die Namensgeberin.

Auch das Wilhelminenholz bei Aurich hat seinen Namen von einer in Weferlingen geborenen preußischen Prinzessin. Sophia Karolina hatte nämlich die Hochzeit ihres Stiefsohnes Karl Edzard mit ihrer Nichte Sophia Wilhelmina (1714 – 1749) vermittelt. Sophia Wilhelmina war die älteste Tochter von Georg Friedrich Karl, dem Regenten in Kulmbach-Bayreuth. Ihr Mann starb an ihrem zehnten Hochzeitstag, sie fünf Jahre später. Sophia Wilhelmina hatte das Wilhelminenholz zu einem im Kern als Barockparterre angelegten Park umgestalten lassen. Das Leben beider Frauen gehört zur Aktion „Frauenleben in Ostfriesland“.

Unterhaltsam soll die geplante Theateraufführung nun im nächsten Jahr einen Einblick in das Leben vor 300 Jahren geben. Mittelpunkt wird das Geschehen in Weferlingen sein. Antje Almus-Walther ist dann mit ihren Kindern mitten drin. Für die Zwillinge Chris und Maja ist das nichts Neues. Sie sind auch seit Jahren bei der Markgrafenfamilie in historischen Kostümen mit dabei. Chris wird in einer kurzen Szene den Markgrafen als Kind spielen. 2008 hatte der große Bruder Erik diese Rolle übernommen. Familienvater Stephan Walther zieht übrigens die Kleidung des einfaches Volkes der fürstlichen Kleidung vor, ist aber dabei, wenn es darum geht, das geschichtliche Erbe zu pflegen.

In weiteren Folgen wird über die Markgrafenfamilie und ihre Geschichte, ihre Verbindung zu Weferlingen berichtet.

Quelle: Volksstimme HDL

Immense Kosten werden durch Graffitis an Weferlingens Fassaden verursacht- helfen Sie den Tätern das Handwerk zu legen

Liebe Einwohner von Weferlingen. Ich muss ehrlich eingestehen- mir blutet das Herz- als gebürtiger Weferlinger die zunehmende Verunstaltung von Gebäuden, Brücken, Verteilerkästen, Torwegen und unseres Amtsgartens zu sehen. Einige Jugendliche haben  sich wohl in den Corona- Zeiten auf die „Verziehrung“ von öffentlichen Einrichtungen festgelegt. Das ist kein Spaß mehr, das ist Sachbeschädigung. Nur unter immens hohen Kosten lassen sich diese wieder beseitigen. Die Schätzungen im gesamten Ortsteil liegen bei ca. 70000€. Das sind Gelder, die uns woanders fehlen, denn zusätzlich wird es hierfür keine Mittel geben. Teilweise gehen dadurch Jahrhunderte alte Fassaden zu Bruch. Im Bereich der Burganlage, die mit Millionen von Euro aufwändig saniert wurde, werden Wände beschmiert mit hirnlosen Parolen. Der Höhepunkt am Wochenende war der Aufbruch des Tonnengewölbes, der alte Eiskeller, eines der ältesten Baudenkmäler Weferlingens. Hier lagert der Bürgerverein zur Zeit Holzmaterialien, die zum Ausbau eines Kaltausstellungsraumes verwendet werden sollen. Die Materialien wurden beschädigt, durcheinandergeschmissen und die Gewölbedecke mit Farbe besprüht. Der Putz in dem Gewölbe ist unter diesen Umständen nicht mehr zu retten. Die Beseitigung der Schäden wird im mittleren bis oberen 4 stelligen Bereich liegen. Ganz zu schweigen vom historischen Schaden. 20200504_115334 20200504_115422 20200504_115430 20200504_115439 20200504_115450 20200504_115502 20200504_115509 20200504_115517 20200504_115527 20200504_115543

Ich rufe Sie alle dazu auf, halten Sie die Augen offen, schauen Sie nicht weg, bieten sie die Stirn denjenigen, die unser schönes Dorf kaputt machen wollen. 20200504_115928 20200504_115937 20200504_115951 20200504_120139 20200504_120147 20200504_120306 20200504_120635 20200504_120726 20200504_120732 20200504_120816 20200504_120821 20200504_120841

Im Namen des Bürgervereins habe ich heute bei der Polizei Anzeige, wegen Einbruchs und Sachbeschädigung am Tonnengewölbe, gemacht. Sprüche brauchen wir nicht, sondern Courage der Menschen.

Die Bilder zeigen nur die Umgebung der Burgruine, die Sporthalle und zahlreichen Verteilerkästen sind hier noch nicht dabei!

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

G. Müller

Leiter Heimat- und Apothekenmuseum

Absage aller Veranstaltungen bis Mai

Aufgrund der aktuellen Lage in Deutschland und der Welt, muss der Bürgerverein seine geplanten Veranstaltungen bis Mai absagen. Wir werden Sie informieren, sobald Öffnungen des Museums und des Burgturms wieder stattfinden. Wir bitten um Ihr Verständnis, bleiben bzw. werden Sie gesund!

Ihr Bürgerverein Weferlingen e.V.

Quelle Slider: https://media04.marktspiegel.de/article/2020/01/24/9/248439_XXL.jpg

 

Blutspende in Weferlingen am 4. März 2020- Ziel 100 Spenden

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Blutspender in Weferlingen (Quelle Volksstimme HDL)

Der Bürgerverein Weferlingen startet in eine neue Runde und appelliert an alle gesunden Erwachsenen ab einem Alter von 18 Jahren, Blut spenden zu gehen. Beim nächsten Blutspendetermin im Flecken am 4. März von 15 bis 20 Uhr sollen 100 Spenden abgezapft werden können. Ende 2019 wurde dieses Ziel leider verfehlt.

85 Frauen und Männer spendeten im Dezember in Weferlingen Blut. Der Bürgerverein hatte mit Aufrufen und Handzetteln um Unterstützung der Weferlinger Interessengemeinschaft Blutspende und des DRK-Blutspendedienstes gebeten. Erreicht wurde das Ziel nicht. Einige Spendewillige wurden wieder nach Hause geschickt, weil sie aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht spenden durften. Eine Ärztin hat mit jedem, der spenden wollte, gesprochen und die näheren Umstände abgeklärt. Positiv erwies sich, dass sieben Erstspender kamen.

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….und nach der Spende gibt es ein lecker Schnittchen (Quelle Volksstimme HDL)

Da in Weferlingen bei Spendeterminen in früheren Jahren immer weit mehr als 100 Frauen und Männer zur Blutspende kamen, soll an diese Zeiten angeknüpft werden. Der Bürgerverein stiftet auch wieder kleine Preise, unter anderem zwei Tassen mit Weferlinger Motiv, die der Verein im vergangenen Jahr erstmals herstellen ließ. In diesem Jahr wird es wieder eine neue Tasse geben. Sie ist am Internationalen Museumstag im Mai erhältlich.

300 Jahre St. Lambertikirche Weferlingen und Mausoleumeinweihung nach Restaurierung- Die Veranstaltung wird 2021 nachgeholt!!!!

Die Veranstaltung wird 2021 nachgeholt!!!!

Kirchengemeinde und Bürgerverein in Weferlingen bereiten gemeinsam ein Fest zum 300. Geburtstag der St.-Lamberti-Kirche und zur Sanierung des Mausoleums vor. Gefeiert werden soll am 4. Juli.

Zwei große Ereignisse stehen in diesem Jahr im Flecken Weferlingen an. Zum 300. Geburtstag der Kirche und zur Sanierung des Mausoleums wollen der Bürgerverein und die Kirchengemeinde am 4. Juli gemeinsam ein Fest veranstalten. Der Vorstand des Bürgervereins hat jetzt mit Christine Sobczyk, der Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats, die Vorbereitung konkreter besprochen.

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Mausoleum des Margrafen Friedrich Christian von Kulmbach- Bayreuth vor der Restaurierung 2016

Das Fest wird vor dem sanierten Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth beginnen mit Worten zur Geschichte der Kirche und zur Restaurierung des Baudenkmals. Der Grundstein für die Kirche wurde am 29. März 1713 gelegt, die Einweihung fand am 23. Juni 1720 statt. Das Innere war aber damals noch nicht fertig ausgebaut, berichtete der Chronist Heinrich Nebelsieck. Er schrieb: „Die Weferlinger brachten anerkennenswerte Opfer für den Bau, besonders aber förderte ihn der Markgraf von Bayreuth mit rühmenswertem Eifer. Auf seine Fürbitte gingen auch Beiträge von anderen fürstlichen Personen ein.“ Während Georg Friedrich Karl von Kulmbach-Bayreuth sich sehr für den Kirchenneubau einsetzte, ließ sich sein jüngster Bruder Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth ein paar Jahrzehnte später das Mausoleum an der Südseite der Kirche erbauen. Und dieses Mausoleum konnte der Bürgerverein im vergangenen Jahr dank Förderung von EU und Landkreis im wesentlichen sanieren lassen.

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Das Mausoleum nach der Restaurierung im Oktober 2019

Nach dem offiziellen Teil an dem Tag, der beiden Höhepunkten gewidmet ist, können sich die Gäste mit einem herzhaften Imbiss stärken. Kaffee und Kuchen wird es ebenfalls geben. Für die Kinder wird die Hüpfburg aufgeblasen, und viele andere Spiele werden für die kleinen Festgäste vorbereitet.

Um 14 Uhr lädt das Laienspiel-Team, das vor zwei Jahren „Der Froschkönig streikt“ gespielt hat, zu einer Theateraufführung in die Kirche ein. Zu sehen sein wird das Stück „Markgraf wider Willen“, in dem es um das Leben des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth geht. Petra Schiemann hatte dieses Stück 2008 zum 300. Geburtstag des Markgrafen geschrieben. In dem Jahr wurde es beim großen Jubiläumsfest in der Burganlage aufgeführt. Leider ist Petra Schiemann vor ein paar Jahren gestorben. Mit dem Stück soll auch an die engagierte Lehrerin erinnert werden. Jetzt wird das Stück in Regie von Antje Almus-Walther gezeigt, die auch die Theateraufführung vor zwei Jahren ins Leben gerufen hatte. Sie hat das Stück von Petra Schiemann für eine weitere Vorstellung etwas bearbeitet. Kinder und Erwachsene haben das märchenhafte Stück vor zwei Jahren gemeinsam gespielt. So wird es auch jetzt wieder sein.

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Zum Markgrafenfest 2008 hat Petra Schiemann (Bildmitte) ein Stück zur Historie geschrieben. Markgraf wider Willen. Dieses führten die Kinder der Grundschule, mit Unterstützung der Eltern, auf.

Kirchengemeinde und Bürgerverein wollen zum 4. Juli auch einen Malwettbewerb ausschreiben. Dazu laden sie Kinder aus der Kindertagesstätte und der Grundschule ein. „Mein Lieblingsplatz in Weferlingen“ soll Thema des Wettbewerbs sein. Die Bilder werden zum Fest ausgestellt. Und die schönsten Motive könnten für den Weferlinger Kalender 2021 ausgewählt werden, schlug Sascha Broß vom Bürgerverein vor.

Geschichte und Geschichten rund um die Markgrafenfamilie an der Aller Teil2

Dänische Königin sorgte für ihre Brüder

von Marita Bullmann

1706 kam die Familie des Markgrafen Christian Heinrich von Brandenburg-Kulmbach von Franken nach Weferlingen. Ihr war nur ein kurzes Familienglück an der Aller beschieden. Der Bürgerverein sorgt dafür, dass die Geschichte nicht vergessen wird.

Im vergangenen Jahr war die Markgrafenfamilie aus Weferlingen wieder bei verschiedenen Festen im Einsatz. Zum 300. Geburtstag des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth am 17. Juli 2008 hatte der Bürgerverein diese Familie zu neuem Leben erweckt. Mitglieder des Bürgervereins Weferlingen schlüpfen seitdem ab und zu in die Rollen der einzelnen Familienmitglieder. Für alle Personen aus der damaligen Markgrafendynastie fehlt es leider an Akteuren. Wer bereit wäre, sich der historischen Gruppe anzuschließen, ist willkommen.

Am bekanntesten in Weferlingen ist selbstverständlich der Markgraf Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth (1708 – 1769), den Lutz-Otto Westphal darstellt. Er hatte sich das Mausoleum an der St.-Lamberti-Kirche erbauen lassen und die wieder aktive Markgräflich Kulmbach-Bayreuthsche Stiftung begründet, die sozialen Zwecken gewidmet ist. Friedrich Christian war der jüngste Sohn von Christian Heinrich und Sophia Christiana von Brandenburg-Kulmbach, die 1706 das Weferlinger Schloss bezogen hatten.

Obwohl zwischen dem ältesten und jüngsten Kind von Christian Heinrich und Sophia Christiana von Brandenburg-Kulmbach 20 Jahre lagen und sie nicht gemeinsam groß geworden sind, hielt die Familie zusammen. Von den insgesamt 14 Kindern starben sieben bereits im Kindesalter.

Die Familie hatte stets mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dazu kam, dass der Vater im Alter von 45 Jahren noch vor der Geburt seines jüngsten Sohnes 1708 in Weferlingen starb.

Die ältesten Söhne Georg Friedrich Karl (1688 – 1735) und Albrecht Wolfgang (1689 -1734) wurden gemeinsam erzogen. 1695 übernahm zunächst ein kurfürstlich-brandenburgische Geheimrat die Erziehung der beiden Prinzen, finanziell sorgte der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. und spätere König Friedrich I. von Preußen dafür. Er war der Pate von Georg Friedrich Karl.

Als ihr Vater Christian Heinrich 1708 Vater in Weferlingen starb, kehrten sie zurück. Georg Friedrich Karl blieb zunächst als Familienoberhaupt in Weferlingen, zog dann aber mit seinen fünf Kindern, die alle in Weferlingen geboren wurden, nach Franken. Seine Ehe wurde geschieden.

Albrecht Wolfgang trat erst in preußische und später in kaiserlich-habsburgische Kriegsdienste. Im polnischen Erbfolgekrieg fiel er als kaiserlicher General-Feldmarschallleutnant 1734 in der Schlacht bei Parma. Albrecht Wolfgang wird kaum in Weferlingen gewesen sein. In der heutigen Markgrafenfamilie wird Albrecht Wolfgang von Brandenburg-Bayreuth von Christian Germer aus Grasleben verkörpert.

Die ältesten Töchter Sophia Magdalena (1700 – 1770) und Sophia Carolina (1707 – 1764) wurden bei der sächsischen Kurfürstin und späteren polnischen Königin Christiane Eberhardine (1671 – 1727), der Ehefrau von August dem Starken, erzogen. Christiane Eberhardine war die Cousine ihres Vaters Christian Heinrich.

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Lutz-Otto Westphal (Mitte) verkörpert den Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth, Christian Germer (l.) fungiert als sein Bruder Albrecht Wolfgang. Heiko Kloß stellt ihren Neffen, den Markgraf Friedrich von Kulmbach-Bayreuth, dar.

Sophia Magdalena hat bei ihrer Großtante Christiane Eberhardina auf Schloss Pretzsch den dänischen Kronprinzen Christian VI. (1699 – 1746) kennengelernt. Er soll Ende Juli 1721 als Gast des sächsischen Fürstenhauses auf Schloss Pretzsch eingetroffen sein. Mit ihm und Sophia Magdalena muss es Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, denn geheiratet wurde bereits am 7. August 1721 ebenfalls auf Schloss Pretzsch. Die Ehe soll glücklich gewesen sein, wenn auch die Königin wohl nicht übermäßig beliebt war, denn sie war streng gläubig und hat den Einfluss einer deutschen Minderheit in Dänemark verkörpert.

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Sophie Magdalene von Brandenburg-Kulmbach (* 28. November 1700 in Schönberg bei Lauf; † 27. Mai 1770 auf Schloss Christiansborg in Kopenhagen) war eine hohenzollernsche Prinzessin und von 1730 bis 1746 Königin von Dänemark.

Ihre Brüder hat die Königin mit Apanagen und dänischen Militärämtern versorgt. Ihren jüngsten Bruder Friedrich Christian machte sie zum Generalleutnant der dänischen Armee, bevor er 1763 doch noch die Herrschaft in Brandenburg-Bayreuth-Kulmbach übernahm. Ihr Bruder Friedrich Ernst (1703 – 1762) wurde im Alter von 21 Jahren Oberstleutnant und erhielt das Kommando über ein jütländisches Regiment. 1732 ernannte ihn sein Schwager, der dänische König, zum Statthalter in den Herzogtümern Schleswig und Holstein. Friedrich Ernst hatte 1731 die Prinzessin Christiane Sophie von Braunschweig-Bevern geheiratet. Ihre Schwester Elisabeth Christine ehelichte den preußischen Kronprinzen, den späteren König Friedrich den Großen. Auf viele dieser historischen Fakten wurde in einer Ausstellung über die „Culmbach-Weferlinger Hohenzollern und den Bayreuther Markgraftenthron“ 2008 in Kulmbach verwiesen.

In weiteren Folgen wird über die Markgrafenfamilie und ihre Geschichte, ihre Verbindung zu Weferlingen berichtet.

Quelle: Volksstimme

 

Es ist geschafft – das Mausoleum in Weferlingen erstrahlt in neuem Glanz!

Nach langer Zeit und vielen bürokratischen Hürden konnten am 21. Mai 2019  die Sanierungsarbeiten am Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach – Bayreuth beginnen.

Unter aktiver Mitwirkung des Landesamtes für Denkmalpflege Halle und des Planungsbüro`s Seidl & Heinecke Haldensleben wurden die Arbeiten von den Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg, der Bauhütte Naumburg und der Fa. Herdzin (Gerüstbau) fachgerecht ausgeführt.

Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Gemeindekirchenrat konnten die Sanierungsarbeiten an der Südseite der St. Lamberti Kirchen ebenfalls erfolgen.IMG_20191128_104604011

Der feierliche Festakt zur Fertigstellung des Mausoleum`s wird im Frühjahr stattfinden.

Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen Beteiligten Firmen für die gute Zusammenarbeit bedanken und ein besonders großes Dankeschön geht an alle Spender, ohne Ihre Unterstützung wäre die Realisierung dieses Vorhabens nicht möglich gewesen.

 

Heike Bernstorff

Bürgerverein Weferlingen e.V./ Vorstand

 

Geschichte und Geschichten rund um die Markgrafenfamilie an der Aller Teil1

Drei Weferlinger herrschten in Bayreuth

Von Marita Bullmann

Das Leben der Markgrafenfamilie von Kulmbach-Bayreuth in Weferlingen ist eng mit dem Bau der St.-Lamberti-Kirche verbunden. Der älteste Sohn der Familie legte 1713 den Grundstein.

Die Gerüste sind längst abgebaut, die Hüllen am Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth gefallen. Nur ein paar Restarbeiten stehen nach der umfangreichen Sanierung, die dank Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verbesserung der Präsentation und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes im Land Sachsen-Anhalt möglich wurden, noch aus.

Als sich Friedrich Christian (1708 – 1769) das Mausoleum erbauen ließ, war auch die Kirche ein neuer Bau, allerdings teilweise mit Steinen der alten Kirche erbaut. Um den Kirchenneubau hatte sich sein ältester Bruder Georg Friedrich Karl (1688 – 1735) verdient gemacht, schrieb D. Heinrich Nebelsieck in einem Beitrag im Heimatkalender für das Allertal 1923. Georg Friedrich Karl hatte im Frühjahr 1708 nach dem Tod seines Vaters das Amt in Weferlingen übernommen. Wegen großer Baufälligkeit des alten Gotteshauses sei ein Neubau erforderlich gewesen.

Den Grundstein für die St.-Lamberti-Kirche legte Georg Friedrich Karl in Gegenwart seines Bruders Albrecht Wolfgang am 29. März 1713, so der Chronist. „Die Einweihung fand am 23. Juni 1720 statt“, berichtete Nebelsieck in der Chronik „Aus der Geschichte des ehemaligen Amtes Weferlingen“. Das Innere sei damals allerdings noch nicht fertig ausgebaut gewesen. „Die Weferlinger brachten anerkennenswerte Opfer für den Bau, besonders aber förderte ihn der Markgraf von Bayreuth mit rühmenswertem Eifer. Auf seine Fürbitte hin gingen auch Beiträge von anderen fürstlichen Personen ein“, schrieb Nebelsieck. Er habe auch beim Anfahren der im Riesen gebrochenen Steine mit seinen Gespannen geholfen. Vollendet sei der Bau erst 1728 gewesen.

Georg Friedrich Karl vermählte sich 1709 mit der Prinzessin Dorothea von Holstein und lebte mit ihr in Weferlingen. Ihre fünf Kinder sind hier geboren, und zwar Sophia Christiane Luise 1710, Friedrich 1711, Wilhelm Ernst 1712, Sophia Charlotte Albertine 1713 und Sophia Wilhelmina 1714. Die Ehe wurde einige Jahre später geschieden. Die Familie lebte bis 1716 teilweise noch in Weferlingen, zog dann aber zurück nach Franken.

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Heiko Kloß, der Vorsitzende des Bürgervereins, verkörpert mit seiner Frau Nicole und Tochter Alexa den Markgrafen Friedrich mit seiner Frau Wilhelmine und Tochter Elisabeth Friederike Sophie.

1726 übernahm Georg Friedrich Karl die Herrschaft im fränkischen Kulmbach-Bayreuth, denn er hatte das an Brandenburg abgetretene Erbrecht in langjährigem Prozess zurück bekommen. Während seiner Regierungszeit in Franken hat er sich bemüht, die Schulden abzubauen, die seine Vorgänger hinterlassen haben. Sein Sohn Friedrich (1711 – 1763) übernahm 1735 die Regierung in Kulmbach-Bayreuth. Er hatte 1731 die brandenburgische Königstochter Sophie Wilhelmine, die Lieblingsschwester von Friedrich II. geheiratet. Friedrich und Wilhelmine haben Bayreuth viel Glanz verliehen, haben dabei auch weit über ihre finanziellen Möglichkeiten gelebt. Wilhelmine ließ unter anderem ein Opernhaus erbauen und ein Naturtheater schaffen. Künstler und Gelehrte lebten in Bayreth.

Der Markgraf Friedrich starb 1763. Nach ihm musste Friedrich Christian die Herrschaft übernehmen, obwohl er nie Markgraf werden wollte und auch schon in höherem Alter war. Während seiner Regentschaft ließ er sich das Mausoleum in seinem Geburtsort Weferlingen erbauen und begründete die Markgräflich Kulmbach-Bayreuthsche Stiftung. Friedrich Christian starb 1769, wurde aber nicht in Weferlingen, sondern in der Familiengrabstätte Himmelkron in Franken beigesetzt.

Der Bürgerverein Weferlingen hatte sich nicht nur seit Jahren um die Sanierung des Mausoleums bemüht, sondern hatte es sich auch zur Aufgabe gemacht, die markgräfliche Familie wieder aufleben zu lassen. Die Rolle des ältesten Bruders Georg Friedrich Karl hatte der langjährige Vereinsvorsitzende Gerald Wolters übernommen, diese Rolle ist seit einigen Jahren aber unbesetzt. Wer diesen Part übernehmen möchte, ist willkommen. Seinen Sohn Friedrich von Kulmbach-Bayreuth und seine Frau Wilhelmine verkörpern der jetzige Vereinsvorsitzende Heiko Kloß und seine Frau Nicole. Ihre Tochter Alexa ist manchmal als Friedrichs und Wilhelmines Tochter Elisabeth Friederike Sophie dabei.

Quelle: Volksstimme